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Alle Details zum Rosenmontagumzug in Neunkirchen

Kostenpflichtiger Inhalt: Der Rosenmontagumzug in Neunkirchen : Besuchern soll einiges um die Ohren fliegen

Alles ist bereit für den größten Tag im Leben von Nicolas I. und Carina I. in ihrer Funktion als Stadt-Regenten: für den Rosenmontagszug.

Seit Donnerstag ist sie amtlich, die Aufstellung des Neunkircher Rosenmontagszuges. 40 Vereine in 138 Gruppen mit 1568 Leuten sind es geworden. Allerdings: Ein bisschen Luft ist noch, wie Zugmarschall Friedel Wagner sie immer bis zuletzt noch lässt. Klar ist allerdings: Wer jetzt noch nachzügelt, der muss hintendran. Hintendran, das heißt in diesem Jahr hinter die „37komm1“, die Faschingsband on Tour. Erstmals dabei, wird die Musikkapelle mit viel Technik auf ihrem Lkw unüberhörbar das Zugende verkünden. „Musikalischer Besenwagen“ sozusagen, wie ihn Wagner nennt.

Wie es  überhaupt in diesem Jahr nicht an Musik mangelt. Das macht den Präsidenten des Neunkircher Karnevals-Ausschusses, der Ausrichter des Zuges ist, ebenso froh wie seinen Zugmarschall. Dass nun tatsächlich zwölf Musikgruppen dabei sind, dafür sorgen sie bereits seit einem Jahr, haben Veranstaltungen besucht und jeden angefragt, der ihnen geeignet erschien. Guggenmusiken und Fanfarenzüge – „die musikalischen Unterschiede sind da geringer geworden, die Fanfarenzüge nähern sich immer mehr an“, sagt Wagner – mischen die Fußgruppen auf. Traditionell – also: Ohrenstöpsel mal auf jeden Fall bereit halten – schießen die gleichnamigen Buwe den Zug ein. Motivwagen der Stadt, der erstmals in Neunkirchen teilnehmende Wagen mit dem Vorstand des Verbandes saarländischer Karnevalsvereine und der SR3-Wagen folgen. Befreundete Vereine und Musiken, auch die Imperial Order Star Wars, sind wieder dabei und bereiten vor auf den bedeutendsten Wagen des Tages, den NKA-Prinzenwagen mit den derzeitigen Regenten der ehemaligen Hüttenstadt, Prinz Nicolas I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Carina I.

Wie seid Jahren Tradition wird der Prinzenwagen in der Lindenalle stehen bleiben und den Untertanen beim Vorbeidefilieren zusehen. An die Mitgliedsvereine des NKA, denen immer eine Musikgruppe folgt, schließen sich in diesem Jahr jede Menge zusätzliche Gruppen an. Und das nicht nur reine Fastnachtsgruppen. Viele große Fußgruppen marschieren in diesem Jahr mit von Hermannstraße bis Lindenalle. So sind sowohl die Borussia als auch der Schwesternverband, die Feuerwehr und die IG Metall närrisch unterwegs. Erstmals sind die St. Ingberter Narren dabei, wie jedes Jahr die Bexbacher, Sulzbacher, aber auch Primasenser und natürlich die schwäbischen Guggemusiker. Da wird den Zugbesuchern einiges um die Ohren fliegen. Wie Heiner Harry, der wegen seiner Verantwortlichkeit um die Wurfgeschosse an Fastnacht zum „Baron de bonbons“ mutiert, bestätigt, wird alleine für die NKA-Vereine eine fast nicht zu beziffernde Menge an Süßkram bereit gestellt.

45 bis 50 hoch gefüllte Palletten, auf denen alleine zwei bis drei Tonnen Bonbons aufgeschichtet sind. Dazu Schokolade, pallettenweise Chips, Popcorn, kleine Kaugummis. Und die heiß begehrten Wiener. Verladen wir das alles am Samstagmorgen, auch wenn dann vermutlich der ein oder andere noch gegen den Schlafmangel wird ankämpfen müssen, schließlich ist am Tag zuvor die große Gemeinschaftssitzung gewesen (wir werden berichten). Bereits am Donnerstag hat sich Harry mit den Senatoren des NKA getroffen. Die lassen sich nämlich gewöhnlich nicht lumpen und machen mit dem Baron noch einmal eine Einkaufstour. „Da gehen wir durchs C&C und die zeigen nur: ‚Das nehmen wird, und das und das,‘“, erzählt Harry. Und, da erinnern die NKA‘ler dran: Was die vielen anderen Teilnehmer noch so schmeißen und verteilen, das wird sicher nicht von schlechten Eltern sein. Eine Auflage gibt es: Nichts Gefährliches darf geworfen werden, Müll ist zu vermeiden.

Zwei wichtige Punkte seit Jahren für die Neunkircher Karnevalisten: Müll und Sicherheit. Zur Müllvermeidung werden vom NKA schon lange Klappboxen verwendet, Pappe und Papier bleiben am Beladeort, werden entsprechend entsorgt. Direkt hinter dem Zug wird auch schon sauber gemacht.

Umzug in Neunkirchen 2020. Foto: SZ/Müller, Astrid

Was sozusagen auch gleich zum Thema Sicherheit überleitet. „Vor Jahren ist ein Arbeiter angefahren und schwer verletzt worden. Deshalb geben wir die Strecke erst frei, wenn alles sauber und frei ist“, erzählt Albert. Die Sicherheit der städtischen Arbeiter sei ihnen absolut wichtig. Doch natürlich nicht nur die. Jede Menge Polizisten, auch in zivil, werden an Rosenmontag an der Strecke unterwegs sein, Lkw und Feuerwehrwagen sperren die Zufahrten wieder ab. An jedem Rad der mitfahrenden Lkw werden Sicherheitskräfte mitgehen. Halteverbote und Straßensperrungen (siehe dazu eigenen Text auf der Seite C 3) sorgen ebenfalls dafür, dass einem ungehinderten Rosenmontagszug-Vergnügen nichts im Wege steht. Auf dass es in diesem Jahr wieder in sturmfreier Bude von Hermannstraße bis Lindenallee in einem dreifach donnernden „Heijoo“ und „Alleh Hopp“ erschalle.