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Aktionstag Kinderbuch: Leser erinnern sich

Jedes Jahr am 2. April : Aktionstag Kinderbuch: Leser erinnern sich

Es gibt Dinge, die vergisst man nie. Wie beispielsweise den Anfang der „Struwwweliese“ (gut, das mag nur in Einzelfällen so sein). Zweifelsohne aber gehören Bücher generell dazu. Nicht unbedingt nur Bücher, die die eigene Welt verändern (wobei: die natürlich auch), sondern frühe Bücher, die, die einem als Kind vorgelesen wurden.

Wärme und Geborgenheit verbinden sich zumeist mit dieser Erinnerung. In diesen Corona-Zeiten bekommt das Blättern in Bilderbüchern, das Vorlesen schöner Geschichten wieder eine ganz neue Dimension. Die Kinder sind zu Hause, keine Schule, keine Kita, dürfen nicht raus und wollen beschäftigt sein.

Heute ist wie jedes Jahr am 2. April der internationale Kinderbuchtag. Den Aktionstag gibt es seit 1967. Das Datum wurde zu Ehren des dänischen Dichters Hans Christian Andersen festgelegt, der an diesem Tag im Jahr 1805 geboren wurde. („Die kleine Meerjungfrau“ beispielsweise, für alle, die es nicht auf Anhieb wussten.)

Ein paar wirklich schöne Geschichten haben uns die Leser zu diesem Tag geschickt. Da ist einmal Maria Pelzer, die nicht nur jede Menge Favoriten in Sachen Bilderbücher ihrer drei Jahre alten Enkelin aufzählen kann. Sie hat auch noch das Foto eines wunderschönes Bildes gemailt. Das hat ihr Mann als Bild fürs Kinderzimmer gemalt. Festgehalten auf dem Bild sind einige der Lieblingsbücher der Enkelin. Kleiner Tipp: Das Foto ausschneiden und mit den Kindern zusammen suchen, ob und wen man kennt. Maria Pelzer hat nicht ohne Grund eine große Auswahl an Tipps. „Da ich seit Jahren Bilderbücher sammle, ist die Auswahl recht groß.“ Hier eine kleine Auswahl von Maria Pelzer, Lieblingsbücher der Enkelin: „Katze kann zählen“ von Vivienne Schwarz; „Da kommt der Wolf“ von Ramadier und Bourgeau; „Pu der Bär“ von A. Milne; „Gute Nacht Gorilla“ von Peggy Rathmann“, „Der kleine Maulwurf“ von Zdenek Miler; „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle.

Wie nachhaltig das Lesen und vor allem das Vorlesen wirken kann, dafür ist die Neunkircherin Margarete Klee ein Beispiel. „Meine Erinnerung reicht weit zurück bis in die Adventszeit in Kindertagen“, schreibt uns Klee, die mittlerweile selbst schon einige Jahre Großmutter ist. „Wenn die Kinder – wir waren vier – über die Woche ‚brav’ gewesen waren, wurde es am Sonntagnachmittag mit Mutter gemütlich“, so erinnert sie sich. Es wurden Kerzen angezündet, die ersten Plätzchen probiert und alle saßen um den großen Esstisch und „waren gespannt, wie es denn weitergeht in Mutters Lieblingsbuch“. Das war das Buch „Das Jesuskind von Flandern“ von Felix Timmermans und erzählt die Geschichte der Heiligen Familie auf ihrer Flucht vor Herodes. Vorgelesen wurden immer nur einige Seiten, damit für die nächste Vorlesestunde noch was übrig blieb. An Einzelheiten hat sich Klee nicht mehr erinnert. Aber: Sie hat im Internet die Ansicht des Buchs gefunden. „Was mich sehr berührt hat.“ Nun will sie es sich nochmal ansehen, die Erinnerung ganz lebendig werden lassen. Und wer weiß: vielleicht damit dann auch eine ähnliche Erinnerung für die Enkel schaffen.