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Kreis Neunkirchen
Aktion gegen Dreck- und Müllsünder

Schon lange kein Schmuckstück mehr: Der Neunkircher Hauptbahnhof, hier ein  Archivfoto von 2013.
Schon lange kein Schmuckstück mehr: Der Neunkircher Hauptbahnhof, hier ein Archivfoto von 2013. FOTO: rup / Rolf Ruppenthal
Kreis Neunkirchen. So sollen Bahnhöfe sauberer werden – 70 000 Euro Reinigungskosten jährlich im Landkreis Neunkirchen.    

Schmutz, Müll, Gestank, Zerstörung, Schmierereien und zugige, ungemütliche  Ecken  – das kennen Bahnkunden auch auf saarländischen Bahnhöfen und Haltepunkten. 600 000 Euro jährlich lässt sich die Deutsche Bahn ihr neues Reinigungskonzept für 77 Bahnhöfe im Saarland kosten (die SZ berichtete).


Für den Landkreis Neunkirchen belaufen sich nach Auskunft der Bahn die jährlichen Reinigungskosten auf über 70 000 Euro. Informationen zu einzelnen Bahnhöfen könne die Bahn nicht zur Verfügung stellen, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung weiter. Eine Ranking-Liste über den Sauberkeitszustand einzelner Bahnhöfe gebe es nicht.

Die Bahn will also ihre Bahnhöfe sauberer machen: „Von kleinen Nahverkehrsstationen bis zu großen Verkehrsknoten sollen sich unsere Reisenden und Bahnhofsbesucher wohl fühlen.“ Alle Bahnhöfe sollen jetzt regelmäßig gereinigt werden (bisher bedarfsorientiert) - die großen Bahnhöfe öfter, die kleinen weniger oft. Das sagte der Leiter Infrastruktur bei der Konzept-Präsentation. Und so funktioniert es nach Auskunft der Bahn: „Mit Basisreinigung schaffen wir Grundsauberkeit zusammen mit unserem Dienstleister. Ein Präsenzreiniger erhält die Sauberkeit aufrecht und mit flexiblen Sonderleistungen, wie zum Beispiel die Rolltreppenstufenreinigung, verbessern wir das Gesamtbild.“ Strukturierte Reinigungspläne zeigten an, welche Tätigkeit bis wann erbracht werden müsse. Zur vereinbarten Zeit werde diese Leistung abgenommen.



Das neue Reinigungskonzept ist im Saarland im September angelaufen. „Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv“, heißt es jetzt von der Bahn. Bei 100 000 Reisenden und Besuchern der saarländischen Bahnhöfe werde es aber immer wieder zu Verschmutzungen kommen, da unter anderem nicht immer die für Abfälle vorgesehenen Behältnisse genutzt würden.

Der Leiter Bahnhofsmanagement hatte bei der Konzept-Präsentation angekündigt, dass an von der Bundespolizei ausgewählten Bahnhöfen zum Ende des Jahres Video-Überwachung starte. Als Pilotprojekte, bei denen es in erster Linie um die Sicherheit  der Reisenden ginge.

Kann solche  Video-Überwachung  Dreck- und Müll-Sünder schrecken? „Wir gehen nicht davon aus“, so die Bahn in der Antwort  auf unsere Anfrage, „dass in diesen Fällen eine Video-Überwachung eine Besserung bringen kann.“