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Akkordeonorchester ist würdige Begleitung für einen Chor

Neunkirchen. Der Saarländische Akkordeonverband gab zusammen mit dem Choeur de l'Atelier aus Metz ein Konzert, in dessen Mittelpunkt die „Petite Messe solenelle“ von Puccini stand. Die Zusammenarbeit war ein gelungenes Novum. iri

. Bei dem Namen Gioacchino Rossini denkt man zuerst an die Oper "Der Barbier von Sevilla". Aber neben vielen Kantaten und Chorälen gilt die "Petite Messe solenelle", die kleine, feierliche Messe, als sein letztes Werk, das er als "leider letzte Todsünde des Alters" bezeichnete. Diese kleine Messe stand am Sonntagnachmittag in der Herz-Jesu-Kirche auf dem Programm. Veranstaltet wurde das Konzert vom Saarländischen Akkordeonverband in Zusammenarbeit mit dem französischen Choeur de l'Atelier aus Metz unter der Leitung von Gérard Heitz. Die mittleren Bankreihen der Kirche waren gut gefüllt, als der Kammerchor mit fast 40 Sängerinnen und Sängern, Spieler des Landesakkordeonorchesters und vier französische Akkordeonisten den Altarraum betraten. Dazu kamen vier Solisten: Fraide Roché-Rémy (Sopran), Marie-Emeraude Alcime (Mezzo-Sopran), Fabrice Marchetto (Tenor) und Jean-Marc Best (Bass) sowie der Pianist Jean Didion und der Dirigent Gérard Heitz. Die Zuhörer wurden gebeten, sich ihren Applaus bis zum Ende des Konzertes aufzuheben. So blieb es eineinhalb Stunden mucksmäuschenstill in der Kirche. Traurig anmutende Melodien wie "Domine Deus", gesungen vom Tenor Fabrice Marchetto, wechselten mit schnelleren Stücken wie "Cum Sancto Spiritu", bei dem die Hände des Pianisten von Akkord zu Akkord flogen und der eigens abgestellte Notenblätterer keine Zeit mehr hatte, sich hinzusetzen. Es war ein echter Hörgenuss, wenn die Akkordeonisten einen Klangteppich unter Klavier und Gesangsstimmen legten. Die Zusammenarbeit mit einem Akkordeon-Ensemble ist für den Chor ein absolutes Novum, gelingt aber bestens. So gab es verdientermaßen viel Applaus für dieses wunderbare Konzert. Mehrfach kamen die Solisten zurück vor ihr Publikum und verbeugten sich. Aber das Klatschen wollte einfach nicht aufhören. Ohne Zugabe ging nichts. So kam der große Kammerchor mit dem Pianisten noch einmal zum Einsatz. "Schön", sagte einer der Zuhörer nach diesem letzten Stück Musik.