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Ärger wegen zweier Baumaßnahmen und viel Stau

Bauarbeiten an der Rombach : Terminkollision zweier Baumaßnahmen sorgt für reichlich Kopfschütteln

Parallel durchgeführte Bauarbeiten führen zu Verwirrung beim Landesbetrieb für Straßenbau – und zu Frust bei Autofahrern auf der Rombach und in Wiebelskirchen.

Eine Terminkollision von zwei Straßenbaumaßnahmen führte in den vergangenen Tagen bei vielen Autofahrern in Neunkirchen zu Unverständnis und Kopfschütteln. Der Grund: Seit zwei Wochen laufen die Bauarbeiten in der Kuchenbergstraße in Wiebelskirchen, die sich voraussichtlich bis Ende August hinziehen werden (die SZ hat mehrfach berichtet). Für die Dauer der Arbeiten wurde eine Einbahnregelung von Neunkirchen nach Wiebelskirchen eingerichtet, in der Gegenrichtung ist der Kuchenberg demnach dicht. Viele Autofahrer nutzen die L 287, den so genannten Rombachaufstieg, als Umleitungsstrecke. Aber genau dort haben zur gleichen Zeit Vermessungsarbeiten begonnen mit zeitweiser Ampelregelung und unvermeidlichen Rückstaus.

Für beide Maßnahmen, sowohl am Kuchenberg wie am Rombachaufstieg, ist der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) zuständig. Wir haben bei der Dienststelle in der Peter-Neuber-Allee in Neunkirchen nachgefragt, ob zwischen beiden Projekten nicht eine bessere Koordination möglich gewesen wäre. Dort war man über die Anfrage der Saarbrücker Zeitung allerdings sehr überrascht – weil man sich für die Arbeiten in der Rombach ganz und gar nicht zuständig wähnte. „Das ist keine Maßnahme von uns“, erklärte zunächst Christian Altmann, der beim Landesbetrieb für Straßenbau unter anderem für die Baukoordination zuständig ist. Auch sein Kollege Wolfgang Sauer vom Team Straßenbau beim LfS war zunächst der Meinung, dass der Landesbetrieb mit den Arbeiten in der Rombach nichts zu tun hat. „Vielleicht lässt dort ein Versorgungsunternehmen Vermessungen durchführen“, vermutete Sauer, „dann wären die Stadt oder der Landkreis federführend“.

Beide LfS-Mitarbeiter – im übrigen sehr freundlich und zuvorkommend – wollten die Angelegenheit aber offensichtlich so nicht stehen lassen. Nach internen Rückfragen und Recherchen kam schließlich der Rückruf. „Es ist in der Rombach sehr wohl eine Maßnahme von uns“, räumte Wolfgang Sauer ein und auch Christian Altmann wusste zwischenzeitlich mehr. Demnach führt ein Ingenieurbüro aus St. Wendel dort Vermessungsarbeiten durch, deren Ergebnisse benötigt werden, um die L 287 in das Programm „Grundlegende Sanierung von Straßen“ aufnehmen zu können.

Sowohl Altmann wie auch Sauer führten zeitliche Zwänge als Hauptgrund für die Terminüberschneidung an. Sie verwiesen darauf, dass die Arbeiten am Kuchenberg noch einige Monate dauern werden, „und so lange konnten wir und das Ingenieurbüro nicht warten“. Aber auch die aktuelle Situation aufgrund der Corona-Pandemie hat nach Meinung der beiden LfS-Mitarbeiter womöglich eine Rolle gespielt. „Das Ganze ist auch etwas dem Home-Office geschuldet“, gab Sauer zu verstehen und er fügte hinzu: „Wahrscheinlich wurde die Situation auch anders eingeschätzt und man ist davon ausgegangen, dass wegen Corona weniger Verkehr herrscht“.

Eine Fehleinschätzung, wie zahlreiche Autofahrer in den letzten Tagen erfahren haben. Seit Gründonnerstag sind die Vermessungsarbeiten zwischen der Einmündung zum Gewerbegebiet Vogelsbach und dem Rombachkreisel in Wellesweiler nach Darstellung des LfS nun aber „soweit abgeschlossen, dass keine Verkehrsbeeinträchtigungen mehr zu erwarten sind“. Das nächste Großprojekt des Landesbetriebs steht allerdings bereits in den Startlöchern. Am 4. Mai werden in der Homburger Straße in Wellesweiler umfangreiche Sanierungsarbeiten beginnen, die sich ebenfalls über mehrere Monate erstrecken werden.