Adventsmarkt der reha-GmbH Neunkirchen bringt viele Besucher an den Standort

Adventsmarkt der reha : Tolle Unikate mit Ecken und Kanten

Adventsmarkt der Reha-GmbH Neunkirchen zeigte neben Bekanntem auch Neues aus der Produktion von Menschen mit Handycap.

Die acht Jahre alte Milena strahlte am Samstagnachmittag mit der Sonne um die Wette. Zusammen mit ihrer Mama Angelika Girad aus Wiebelskirchen hatte sie sich für zwei Keramiksterne entschieden. „Es gibt so viele schöne Sachen hier, natürlich kauft man da auch was“, erklärte Girad. Schon öfter, erzählte sie, war sie bei der Reha in Neunkirchen zu Gast, „zum Adventsmarkt haben wir das heute zum ersten Mal geschafft.“ Schon am Morgen lockte der Markt an Standort in Neunkirchen viele Besucher an. Erstmals, das erklärte Tanja Gailing, Betriebsleitung in Neunkirchen, kamen auch am Nachmittag noch viele Menschen zu der Veranstaltung.

„Wir haben ein bisschen umgestellt, haben mehr produziert und können auch am Nachmittag noch viele schöne Sachen anbieten“, erklärte sie. Ob Baumschmuck, Weihnachtssterne aus Holz oder Keramik, Adventskränze oder Krippen, Glasbilder mit dem Weihnachtsmann oder gar Geschenke aus Stoff oder Filz, hier wurde jeder Besucher fündig. Zu den beeindruckenden Arbeiten gehörten zweifelsohne auch die Arbeiten aus der Keramikabteilung. Hier arbeitet Detlef Hermann. Während er am Vormittag seinen Dienst hatte, schaute er sich nach einer Stärkung die Arbeiten aus den anderen Bereichen an. „Am besten gefällt mir aber Keramik“, sagte er. Während er, dabei typisch Mann, kein Geld für Weihnachtsdekoration ausgeben wollte, hatte Ingrid Kremp einen anderen Plan. „Klar werde ich mir auch was Schönes kaufen“, sagte sie. Ihre Vorliebe teilte sie mit Hermann, auch sie stöberte durch die Keramiken. „Es ist schon was Besonderes. Ich kenne die Menschen, die das hier gemacht haben. Und es sind wirklich so viele total schöne Sachen“, schwärmte Kremp, die die Woche über am Empfang des Unternehmens Reha tätig ist und auch an diesem Vormittag ihren Dienst hatte.

„Bei uns übernehmen die Menschen mit Handicap auch die Dienste. Die Sachen, die wir hier verkaufen, wurden von Anfang bis zum Ende bei uns gefertigt“, betonte Gailing. Sie betreute in Vertretung den Imkerstand, „eine ganz neue Gruppe“, berichtete sie. Im Frühjahr werden die Bienenvölker in Neunkirchen einziehen, im Vorfeld wurde bereits fleißig Honig und Kerzen hergestellt. Neu bei der reha am Standort Neunkirchen, der 68 Menschen mit und 25 Menschen ohne Handicap einen Arbeitsplatz bietet, ist auch die Raku-Technik im Keramikbereich. Hier hatten Alexander Malter und Jasmin Ploteck den heißesten Platz auf dem Adventsmarkt. Am gut 900 Grad heißen Gasofen mussten die Formen, darunter viele Herzen, die die Kinder anfertigen durften, in den Sägespänen abgekühlt werden. „Uns gefällt die Technik so gut, weil hier Menschen mit Handicap gut eingebunden werden können. Es entstehen Unikate, die nicht perfekt sind, die ihre Ecken und Kanten haben“, sagte Tanja Gailing.

Ebenfalls einen Einblick in ihre Arbeit gewährte Beate Schulien in ihrem Malatelier. Seit dem Jahr 2007 besteht die Malgruppe, die Werke schmückten die Wände und fanden viele begeisterte Betrachter – und natürlich auch ihre Käufer. Für den kleinen Geldbeutel gab es die Gemälde auch als Druck auf Grußkarten.

Am Ende des Tages dürften Besucher und Teilnehmer des Adventsmarktes gleichermaßen zufrieden gewesen sein, viele schöne Dinge haben einen neuen Besitzer gefunden – Weihnachten kann kommen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung