Acht Betten für die letzten Tage

Mit vielen Grußworten ist das Fliedner-Hospiz am Freitag offiziell eröffnet worden. Fünf Plätze sind nach dem Start im Januar schon belegt. Die Bauzeit lag bei 13 Monaten, die Unternehmen hielten den Zeitplan ein.

Ein symbolischer Schlüssel muss ja keine Türen öffnen können. Deshalb kann man ihn auch mal vernaschen. Wie am Freitag bei der Eröffnungsfeier des Friederike-Fliedner-Hospizes in Neunkirchen . Bruno Schneider vom ausführenden Bau-Generalunternehmen Schneider aus Merxheim übergab am Ende der Feierstunde im Fliedner-Krankenhaus an die Hospizleitung einen Schlüssel aus süßem Hefeteig.

Offen sind die Türen im neuen Neunkircher Hospiz - Baukosten rund 1,8 Millionen Euro - schon seit Januar. Das Haus in direkter Nachbarschaft des Krankenhauses bietet Platz für bis zu acht schwerstkranke Bewohner in ihrer letzten Lebensphase (wir berichteten). Fünf der acht Plätze sind kurz nach dem Start schon belegt, wie am Freitag zu erfahren war. Spatenstich war im November 2014, Richtfest im Mai 2015. Der "stramme Zeitplan", so die Bauleitung stolz und mit Dank an alle Partner, habe eingehalten werden können.

"Das ist ein ganz wichtiger Tag für unseren Landkreis Neunkirchen ", sagte Landrat Sören Meng. Ein Traum sei Wahrheit geworden, die Eröffnung des Hauses "ein Segen". Auch der Neunkircher Bürgermeister Jörg Aumann unterstrich die Bedeutung des stationären Hospizes in der Stadt: "Hier wird eine Lücke geschlossen." Sozialministerin Monika Bachmann betonte, mit dem Neunkircher Hospiz baue das Land seine Versorgungsstrukturen im Hospiz- und Palliativbereich weiter aus.

Nahezu alle Redner nutzten ihre Ansprachen, um auch für den Förderverein des Hospizes zu werben. Dessen Vorsitzender Udo Blank nannte das Hospiz eine fachliche und theologische Herausforderung, aber auch "eine Aufgabe für die Zukunft". Das Haus sei wirtschaftlich zu sichern, es sei auf Spenden angewiesen. Blank verwies mit Humor auf das leicht auszufüllende Beitrittsformular zum Förderverein - "ein neues Mitglied habe ich heute schon gewonnen". Und wem es gerade an einem Stift mangele, da könne er aushelfen. Bruno Schneider übrigens hatte neben seinem symbolischen Schlüssel auch noch einen symbolischen Scheck dabei: 10 000 Euro Spende für den Förderverein.

Pfarrerin Anette Weber hatte die Feierstunde mit nachdenklichen Worten eingeleitet. "Hospiz widerstehe der Versuchung, auch das Sterben noch zu manipulieren", sagte Weber und zog die Verbindung zu Diskussion um Sterbehilfe, Freitod und assistiertem Suizid.