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WM-Erinnerungen
Abschied vom großen Zidane

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Block 66d, Reihe 39, Sitz 19 – das sind die Daten einer Eintrittskarte, die ich als einen ganz wertvollen Schatz hüte. Diese Karte verschaffte mir Eintritt ins Gottlieb-Daimler-Stadion Stuttgart am 13. Juni 2006 zum WM-Vorrundenspiel der Gruppe G Frankreich gegen Schweiz. Von Claudia Emmerich

Das Turnier war meine letzte Chance, einmal live Frankreichs begnadeten Spielmacher Zinedine Zidane zu sehen. Ein Jahrzehnt war Zizou für mich der größte Fußballer. Ich hatte ihn bewundert beim Triumph der Equipe Tricolore 1998. Dreimal war der Mann aus Marseille, der von dort die Fußballwelt eroberte, Weltfußballer des Jahres. Vollkommen zu Recht. In Stuttgart saß ich im Schweizer Block – „Hopp, Schwyz!“ um mich herum. Die Partie war, seien wir ehrlich, mau. Wenig Esprit von den „Blauen“. Am Ende ein 0:0. War aber Nebensache. Hauptsache war Zidane. Seinen letzten Profi-Auftritt hatte Zizou dann im Finale gegen Italien. Und seine letzte Aktion – die Erinnerung ­schmerzt – war der Kopfstoß gegen Marco Materazzi in der 110. Spielminute beim Stand von 1:1. Rote Karte in der Verlängerung: Frankreich verliert seinen Kapitän und auch das Elfmeterschießen.