Feier im Rahmen der Abi-Mottowoche Abiturienten wohl für Vandalismus an Neunkircher Sportheim verantwortlich

Neunkirchen · Vandalismus auf dem Gelände und am Clubheim des FV Neunkirchen. Der Vereinschef geht davon aus, dass Schüler und Schülerinnen der benachbarten Neunkircher Gymnasien hierfür verantwortlich sind.

Abiturienten Gymnasium Neunkirchen haben wohl Clubheim verwüstet
Foto: Patrick Martin

Vereinschef Patrick Martin klingt am Telefon genervt und frustriert. Junge Leute haben im Rahmen ihrer Abi-Motto-Woche offenbar auf dem Gelände des FV Neunkirchen in der Fernstraße gefeiert und dabei nicht nur eine Menge Müll hinterlassen, sondern auch Fensterscheiben eingeschlagen und in den Fußballplatz mit einem Auto Rillen gefahren. Martin hat Schülerinnen und Schüler der beiden Gymnasien Steinwald und Krebsberg in Verdacht. Zum einen, berichtet er, habe jemand vom Verein die Gruppe gesehen und zuordnen können, woher sie kamen und wohin sie gingen. Zum anderen kursierten Fotos und Videos des Geschehens im Internet, was die Vermutung zusätzlich untermauere.

Bei der Polizei Neunkirchen ist der Vorfall bekannt. Dabei erläutert die Inspektion auf SZ-Nachfrage, Vandalismus beschäftige die Beamten derzeit deutlich weniger als das Problemfeld Graffiti, das insbesondere im Bereich der Innenstadt Auswüchse annehme. 

In jungen Jahren Unsinn anzustellen, sagt der Vereinsvorsitzende Martin im Gespräch mit der SZ, sei völlig normal. Da könne sich wohl so ziemlich jeder an die eigene Nase fassen. Die Zerstörungswut der Feierwütigen auf dem Areal des FVN sprenge aber komplett den Rahmen dessen, was sich tolerieren lasse. Der Verein hat sich nach dem Vorfall am Mittwoch an Polizei und Ordnungsamt gewandt. Martin schätzt den Schaden auf 2000 bis 3000 Euro.

Die Schulleitungen der beiden Gymnasien sind informiert. Sigrid Maschlanka (Gymnasium am Krebsberg) erklärt, es gebe auch Abiturienten von Berufs- und Gemeinschaftsschule. Es könnte mithin auch eine gemischte Gruppe mehrerer Schulen gewesen sein, die für den Vandalismus verantwortlich ist. Sie bestätigt, dass Polizei und Ordnungsamt involviert sind und die Inspektion verstärkt Streife fahren wolle. Die Schule habe in diesem Jahr aufgrund der Pandemie eindringlich an die Schüler appelliert, Kontaktbeschränkungen ernst zu nehmen.

Mehrfach hätten die Pädagogen in den Kursen darauf gedrängt, auf Partys, Polonaisen und Alkohol zu verzichten. Maschlanka: „Ich halte es für verantwortungslos, wenn sich Schüler so präsentieren.“ Beide Schulen hätten sich in der Sache auch kurzgeschlossen.

Steinwald-Schulleiter Roger Gräber drückt sich ähnlich aus wie seine Kollegin: „Das ist eines jungen Menschen, der die Reifeprüfung ablegt, nicht würdig.“ Ihn stimme das traurig. Sollten die Schulen Jungs und Mädchen identifizieren können, die mit dem Vorfall in Verbindung stehen, dann müssten die auch die volle Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen.

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