Ab ins Wildpflanzenbeet

Minister Reinhold Jost lobt Arbeit der Haseler Mühle in Sachen Saatguterzeugung.

Einen Minister an der Harke im Wildblumenbeet sieht man nicht alle Tage. Der Integrationsbetrieb Haseler Mühle in Wellesweiler hatte am Mittwoch Vertreter von Kommunen, Ministerien, Naturschutzverbänden und Bauunternehmen am Wildpflanzentag zu Gast. Der Einladung folgten unter anderem Mitglieder des Umweltministeriums aus Luxemburg und der saarländischen Umweltminister Reinhold Jost. Die Haseler Mühle ist der einzige Betrieb im Saarland, der heimisches Saatgut herstellt. Betriebsleiter Jürgen Michel: "Die Saatgutvermehrung ist der Kernbereich unseres Betriebs. Seit vergangenem Jahr handelt die Haseler Mühle nun auch mit dem produzierten Saatgut." Derzeit baut der Integrationsbetrieb auf seinem Gebiet etwa 120 verschiedene Arten von Wildkräutern und Wildgräsern an, um daraus Saatgut herzustellen. Jost lobte die Arbeit des Betriebs und seinen Einsatz zum Erhalt der Vielfalt der heimischen Pflanzenarten. "Ökonomie und Ökologie sind kein Widerspruch", sagt Jost.

Menschen wie die Mitarbeiter der Haseler Mühle, die mit Überzeugung die Umwelt schützen wollen, seien notwendig und wichtig für ein Umdenken in der Gesellschaft und im Handel. Ebenso dankte Jost dem Betrieb für sein "Musterbeispiel an Integration". Die Haseler Mühle beschäftigt 16 Mitarbeiter. Davon hat die Hälfte, also acht Menschen, ein Handicap. "Der Integrationsbetrieb Haseler Mühle ist gelebte Solidarität. Arbeit ist mehr als nur Geld verdienen. Hier kümmert sich der Betreib um seine Mitarbeiter und steigert ihr Selbstwertgefühl", erläuterte Jost in seiner Rede.