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a²+b²=c² funktioniert auch mit Hasen

a²+b²=c² funktioniert auch mit Hasen

Eppelborn. Mathe-Lehrern musste bei diesem Anblick das Herz aufgehen: Jungs, in sich gekehrt und völlig vertieft in das Konstruieren von platonischen und archimedischen Körpern, Mädchen, sich fasziniert in einem begehbaren Riesenkaleidoskop drehend und die Verschachtelung der Spiegelungen nachvollziehend. Dass auch mal halb fertige platonische Körper über den Kopf gestülpt wurden oder dass im Kaleidoskop die Frisuren gerichtet wurden, musste man ja nicht so eng sehen, schließlich soll Mathe auch Spaß machen. Die Ausstellung "Mathematik zum Anfassen", die gestern im Big Eppel in Eppelborn eröffnet wurde, verspricht sogar noch mehr: Mathe soll glücklich machen können. Manch einem, der mit Grauen an Schulstunden voller Funktionen und Gleichungen zurückdenkt, mag das vielleicht sehr dick aufgetragen erscheinen, doch wenn der Unterricht zur Qual wird, so sagt Petra Naumann-Kipper, seien ungünstige Herangehensweisen das einzige Problem. Kipper, Leiterin des "Privatinstituts für mathematisches Lernen und Weiterbildung" und der Mathematik-Professor Rainer Roos, bekannt von der SZ-Serie "Mathe macht Spaß", haben in Kooperation mit der Gemeinde die von Professor Albrecht Beutelspacher 1994 an der Uni Gießen initiierte und seither gewachsene Wanderausstellung nach Eppelborn geholt. "An die Mathematik muss man mit Spielen und Experimenten herangehen, dann ist sie für Kinder etwas ganz tolles", so Naumann-Kipper.Um sich in der Ausstellung zu amüsieren, sind keine mathematischen Kenntnisse erforderlich. Es geht ums Sehen, Überlegen, Abschätzen, Knobeln und Ausprobieren: Welche Kugel erreicht als erste das Ziel? Die, die eine gerade Bahn herabrollt, weil sie die kürzere Strecke zurück legt, oder die, die eine gekrümmte Bahn herabrollt, weil sie dabei beschleunigt? Der Satz des Pythagoras, a²+b²=c² funktioniert nicht nur mit Quadraten, sondern auch mit Hasen, wie Naumann-Kipper einer Gruppe von Schülern mit Holzstücken anschaulich machte. "Weil der größte Hase so groß ist, wie der mittlere und der kleine zusammen", vermutete die 11-jährige Aminu Mukladzija. Das ging durchaus in die richtige Richtung: "Weil die Verhältnisse gleich bleiben, ob es sich um Quadrate oder Hasen handelt", sagte Naumann-Kipper.

Eppelborn. Mathe-Lehrern musste bei diesem Anblick das Herz aufgehen: Jungs, in sich gekehrt und völlig vertieft in das Konstruieren von platonischen und archimedischen Körpern, Mädchen, sich fasziniert in einem begehbaren Riesenkaleidoskop drehend und die Verschachtelung der Spiegelungen nachvollziehend. Dass auch mal halb fertige platonische Körper über den Kopf gestülpt wurden oder dass im Kaleidoskop die Frisuren gerichtet wurden, musste man ja nicht so eng sehen, schließlich soll Mathe auch Spaß machen. Die Ausstellung "Mathematik zum Anfassen", die gestern im Big Eppel in Eppelborn eröffnet wurde, verspricht sogar noch mehr: Mathe soll glücklich machen können. Manch einem, der mit Grauen an Schulstunden voller Funktionen und Gleichungen zurückdenkt, mag das vielleicht sehr dick aufgetragen erscheinen, doch wenn der Unterricht zur Qual wird, so sagt Petra Naumann-Kipper, seien ungünstige Herangehensweisen das einzige Problem. Kipper, Leiterin des "Privatinstituts für mathematisches Lernen und Weiterbildung" und der Mathematik-Professor Rainer Roos, bekannt von der SZ-Serie "Mathe macht Spaß", haben in Kooperation mit der Gemeinde die von Professor Albrecht Beutelspacher 1994 an der Uni Gießen initiierte und seither gewachsene Wanderausstellung nach Eppelborn geholt. "An die Mathematik muss man mit Spielen und Experimenten herangehen, dann ist sie für Kinder etwas ganz tolles", so Naumann-Kipper.Um sich in der Ausstellung zu amüsieren, sind keine mathematischen Kenntnisse erforderlich. Es geht ums Sehen, Überlegen, Abschätzen, Knobeln und Ausprobieren: Welche Kugel erreicht als erste das Ziel? Die, die eine gerade Bahn herabrollt, weil sie die kürzere Strecke zurück legt, oder die, die eine gekrümmte Bahn herabrollt, weil sie dabei beschleunigt? Der Satz des Pythagoras, a²+b²=c² funktioniert nicht nur mit Quadraten, sondern auch mit Hasen, wie Naumann-Kipper einer Gruppe von Schülern mit Holzstücken anschaulich machte. "Weil der größte Hase so groß ist, wie der mittlere und der kleine zusammen", vermutete die 11-jährige Aminu Mukladzija. Das ging durchaus in die richtige Richtung: "Weil die Verhältnisse gleich bleiben, ob es sich um Quadrate oder Hasen handelt", sagte Naumann-Kipper.

Einige Schüler versuchten sich am Nachbau einer von Leonardo Da Vinci entwickelten Brücken, andere zogen Riesenseifenblasen um den eigenen Körper oder komponierten mit einem Würfelspiel von Mozart Melodien. Besonders beliebt war der Knobeltisch. Sofie Frank und Celina Holzer, beide 14 Jahre, aus Eppelborn, hatten ihren Spaß: "Manchmal muss man fünf, zehn Minuten herum probieren, aber wenn man es dann herausbekommen hat, ist das ein tolles Gefühl!"

Auf einen Blick

Die Ausstellung "Mathematik zum Anfassen" gastiert bis Sonntag, 26. Januar, im Big Eppel. Besucher können vom heutigen Dienstag, 21. Januar bis Donnerstag, 23. Januar, jeweils zwischen 9 und 17 Uhr vorbeischauen, außerdem am Samstag, 25. Januar, zwischen 9 und 13 Uhr und am Sonntag, 26. Januar, zwischen 14 und 17 Uhr. Am Freitag, 24. Januar, ist ab 9 Uhr geöffnet, ab 16 Uhr gibt es im Rahmen einer "Langen Nacht der Mathematik" verschiedene Vorträge. ani