Begeistert vom Ablauf : Dickes Lob fürs Impfteam von 81-Jähriger

Ursula Bach aus Heiligenwald hat die erste Impfung gegen Corona hinter sich. Und ist begeistert von der Freundlichkeit, die sie im Impfzentrum erfahren hat.

Sie müsse jetzt doch mal eine positive Nachricht loswerden, sagt Ursula Bach aufgeräumt am Telefon. Die 81-Jährige aus Heiligenwald war am vergangenen Donnerstag zum ersten Impftermin in Sinnerthal und alles hat prima geklappt. Es gebe in der Corona-Pandemie so viele schlechte Nachrichten, da müsse sie all diejenigen, die in dem Impfzentrum seit Ende Dezember ihre Arbeit machen, einfach loben. Alle seien unglaublich zuvorkommend und hilfsbereit gewesen. Und das, betont Ursula Bach, sei in der heutigen Zeit alles andere als selbstverständlich.

Die Rentnerin erzählt, aufgrund von Vorerkrankungen und einer Operation in der Schulter, seit der sie den rechten Arm nicht mehr so benutzen kann, wie sie gerne möchte, brauche sie im täglichen Leben Hilfe. Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt sie. So auch am vergangenen Donnerstag, als sie früh am Morgen mit dem Taxi ins Impfzentrum in Sinnerthal aufbrechen musste. Aufgeregt sei sie schon gewesen: „Ich wusste ja nicht, was auf mich zukommt.“ Der Taxifahrer habe sie bis zur Tür  des ehemaligen Baumarktes begleitet. Dort habe sie ein junger Mann in Empfang genommen. Fieber messen, Hände desinfizieren, dann der Papierkram. „Der junge Mann hat mir angeboten, alles mit mir auszufüllen, als er gesehen hat, dass ich mit meinem Arm Schwierigkeiten habe“, berichtet Bach. Es waren nach ihrer Wahrnehmung überwiegend junge Leute, denen sie begegnet ist. Zusammen habe sie mit dem Helfer den Anamnesebogen ausgefüllt. Dann hieß es warten. Wie lange, weiß sie nicht mehr genau. Aber um 8.20 Uhr sei sie im Impfzentrum angekommen, kurz vor 10 Uhr war sie schon wieder daheim.

Die Impfangst hielt sich in Grenzen. „Am Anfang hatte ich schon etwas Bedenken“, erzählt die Heiligenwalderin. Ihr Sohn habe sie aber bestärkt. Ihm vertraue sie, und als Zahnarzt habe er auch viel medizinisches Wissen. Damit stand für sie das Impfen gegen Corona fest. Sie habe zunächst selbst per Telefon versucht, einen Impftermin zu bekommen. „Das war Wahnsinn“, berichtet Bach. Es habe kein Durchkommen gegeben. Ihr Sohn versuchte es dann online. Nach mehreren Anläufen stand der Termin.

Die Impfung selbst habe sie gut vertragen: „Nachmittags hatte ich plötzlich einen Hitzeschwall. Aber nur einmal. Das war alles.“ Der zweiten Impfung sieht sie deshalb gelassen entgegen. Ihre Schwester, 88 Jahre alt, wolle sich auch impfen lassen, sagt Bach. Genauso wie die Schwägerin.

Das Impfzentrum Ost in Sinnerthal, zuständig für die Kreise Neunkirchen, St. Wendel und Saarpfalz, hat seit seinem Start kurz nach Weihnachten 1579 Menschen geimpft, wie der Kreis auf Nachfrage erklärt. Das mobile Team zusätzlich rund 750 Menschen. Pro Tag sind es in Sinnerthal mittlerweile knapp 150 Impflinge, zwischen 50 und 100 werden in den eigenen vier Wänden mobil versorgt. Zum  Personaleinsatz in dem früheren Baumarkt erläutert Landrat Sören Meng: „Aktuell sind zwei Leitungen sowie 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ein-Schicht-Betrieb von 8 bis 15 Uhr von Montag bis Samstag im Einsatz. Wenn die täglichen Impftermine zunehmen, stellen wir auf einen Zwei-Schicht-Betrieb von voraussichtlich 7 bis 20 Uhr um. Dann ist eine weitere personelle Unterstützung durch die Bundeswehr von zehn Personen geplant.“

Von den avisierten 1000 Impfungen am Tag ist das Zentrum noch weit entfernt, die notwendigen Impfdosen stehen bislang nicht zur Verfügung. Darauf habe der Kreis aber keinen Einfluss, sagt der Landrat, die Verteilung der Impfdosen liege beim Land. „Der Betrieb läuft gut und wir haben positive Rückmeldungen der geimpften Personen“, sagt Meng, nachdem es zu Beginn einiges an Kritik am Procedere gegeben hatte. Was die Anmeldung für einen Termin anbelangt, hat das Land jetzt umgestellt. Es geht nicht mehr nach dem Prinzip „Wer zuerst bestellt“, sondern alle, die sich registrieren lassen, werden durch einen Zufallsgenerator einen Termin bekommen. Impfberechtigte können sich demnach ohne Eile online oder auf der Telefon-Hotline anmelden.

Geduld müssen die Impfwilligen dennoch wohl auch in den kommenden Wochen und Monaten aufbringen. Im Impfzentrum Ost warten aber Ursula Bach zufolge freundliche Menschen auf sie, vom Empfang an der Tür bis zum Arzt, der die Spritze gibt. Einen Satz hat sich die 81-Jährige zurechtgelegt, den sie gerne in der Zeitung lesen wollte: „Ein Lob für das gesamte Team des Impfzentrums Ost in Sinnerthal.“