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20 Jahre Historischer Verein Neunkirchen

Historiker in Neunkirchen : Aufarbeitung der Geschichte Neunkirchens

Dort, wo er gegründet wurde, in der Stummschen Reithalle, feierte der Historische Verein Stadt Neunkirchen seinen 20. Geburtstag.

Zurück zu den Wurzeln, dachten sich die Verantwortlichen des Historischen Vereins Stadt Neunkirchen, und luden ihre Mitglieder, Freunde und Unterstützer in die Stummsche Reithalle zum Festakt ein. Dorthin, wo alles vor 20 Jahren begann, wo am 10. September 1999 die Gründungsversammlung stattfand.

In seiner Festrede blickte Friedrich Decker, Präsident des Vereins, auf die vergangenen 20 Jahre zurück und brachte den zahlreichen Gästen die wichtigsten Stationen in der Historie in Erinnerung. „Mit 20 Jahren ist der Historische Verein Stadt Neunkirchen noch ein junger Verein. Bei einem Menschen würde man davon sprechen, dass er gerade mal das Teenager-Alter abgeschlossen hat“, so Decker in seiner Ansprache.

Bevor Pfarrer a. D. Hartmut Thömmes Wissenswertes und Interessantes aus der Geschichte der Familie von Stumm, die eng mit der Stadtentwicklung verbunden ist, berichtete, überbrachte Friedrich Denne, Präsident des Vereins für Landeskunde im Saarland, die Glückwünsche des Vereins.

Zur Gründung des Historischen Vereins Stadt Neunkirchen erschienen 63 Personen, von denen 43 dem neugegründeten Verein sofort beitraten. Der damalige Oberbürgermeister der Stadt Neunkirchen, Friedrich Decker, wurde von den Anwesenden zum Präsidenten und Wolfgang Melnyk zum Vorsitzenden gewählt. Beide sind auch heute noch aktiv, Decker sogar noch immer als Präsident. Großen Anteil an der raschen Entwicklung des Vereins hatten in der Anfangszeiten Horst Schwenk und Peter Bierbrauer. Schwenk rührte während der Vorbereitungsphase eifrig die Werbetrommel und warb für den künftigen Verein. Im Frühsommer 1999 begannen die Arbeiten zur Erstellung einer Satzung und der Gestaltung eines Logos. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Beiträge, die Werner Möhn in seinem Stadtmagazin veröffentlichte. Schwenk ist bis heute als zweiter Vorsitzender im Verein aktiv. Ein erster Meilenstein in der Geschichte des Vereins ist im September 2000 die Einweihung der eigenen Geschäfts- und Ausstellungsräume in der Irrgartenstraße. Das Vereinsmitglied Wilhelm Strohm stellte im Erdgeschoss seines Hauses eine 100 Quadratmeter große Fläche zur Verfügung. Zur Eröffnung der Räume am 1. September 2000 zählte der Verein bereits 120 Mitglieder, die bis heute auf 170 Personen angewachsen sind.

Eine ganz besondere Aktion war 2005 die Aufstellung einer Replik des Tierbrunnens. Der Brunnen, 1905 von Paul Karcher gestiftet, stand ursprünglich an der Ecke Kriershof/Oberer Markt und wurde 1936 auf die Scheib verlegt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Bauwerk 1942 im Rahmen einer Metallsammelaktion demontiert und verkauft. Horst Schwenk ließ das Schicksal des Brunnens keine Ruhe, so dass er Nachforschungen über dessen Verbleib anstellte und 1998 im Hofgut Neuhof bei Dreieich fündig wurde. Gemeinsam mit Friedrich Decker und Gerd Meiser versuchte er den Besitzer zu überzeugen, den Brunnen an die Stadt Neunkirchen zu verkaufen, was jedoch erfolglos blieb. So entschloss man sich als Alternative eine Replik anfertigen zu lassen.

Für die Finanzierung der Herstellungskosten von 35 000 Euro wurde 2003 eigens ein Förderkreis gegründet. Durch den Verkauf von Gussplatten mit dem Motiv des Tierbrunnens konnte ein Teil der Gesamtsumme erwirtschaftet werden. 2005 war es soweit, am 20. Juni konnte der Tierbrunnen eingeweiht werden, genau 100 Jahre, nachdem er von Rittmeister Paul Karcher gestiftet wurde.

Es folgten zahlreiche Aktionen, von denen der Termin am 18. Februar 2001 ein besonderer war. An diesem Tag wurde auf dem Aldi-Gelände in der Irrgartenstraße eine Tafel angebracht, mit dem Hinweis auf das früher hier stehende Barockschloss Jägersberg.

Im März 2015 schied Wolfgang Melnyck aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand des Vereins aus, der seit 2018 von Otto Philipp Goergen geführt wird. Zu den ständigen Aktivitäten des Vereins gehören neben regelmäßigen Gesprächskreisen, die stets gut besucht sind, Vorträge, die durch Publikationen dokumentiert werden, auch die Familienkunde. Der Verein unterstützt hierbei Familien bei der Aufarbeitung ihrer zum Teil wechselvollen Geschichte. Seit 2012 gibt der Verein auch einen Wandkalender mit historischen Ansichten aus Neunkirchen heraus.

Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden langjährige, verdiente Mitglieder durch den Vorsitzenden Goergen ausgezeichnet. So wurden unter anderen Horst Schwenk und Wolfgang Melnyk zu Ehrenmitgliedern ernannt und erhielten die Verdienstnadel in Gold samt Treueurkunde. Mit der Verdienstnadel in Gold wurden ausgezeichnet: Armin Schlicker, Robert Brincour, Friedrich Decker, Werner Möhn und Friedrich Wilhelm Strohm. Die Verdienstnadel in Silber erhielten: Günther Haab, Hiltrud Müller, Markus Walther, Thomas Gernsheimer und Peter Bierbauer, der auch noch die Treueurkunde bekam. Die Verdienstnadel in Bronze erhielten: Brigitte Schubert, Friedrich Denne, Susanne Schmidt und Michael Schwenk.