Nester von Eichenprozessionsspinnern im Kreis Neunkirchen gesichtet

Gefährliche Insektennester : Prozessionsspinner sitzt wieder in Eichen

Kreisverwaltung hat bereits an mehreren Schulen Nester von Fachfirmen entfernen lassen.

Sie haben wieder Saison: Im Landkreis Neunkirchen sichten die zuständigen Stellen erneut Nester von Eichenprozessionsspinnern. Einige Schulstandorte des Landkreises sind betroffen, heißt es dazu bei der Verwaltung. Konkret sind es die Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen (GGSNK), das Ottweiler Gymnasium sowie in Illingen die Gemeinschaftsschule und das Gymnasium, auf deren Gelände Bäume befallen sind. In den vergangenen Tagen, erläutert Kreis-Pressesprecherin Jasmin Alt, haben Fachfirmen auf den Schulhöfen die gesichteten Nester beseitigt. Im vergangenen Jahr trat das Problem mit Beginn der Sommerferien auf. Die Kosten für das Entfernen lagen bei unter 3000 Euro. Diesmal sind die Schüler noch ein paar Wochen da. Im Moment werden alle weiterführenden Schulen im Landkreis Neunkirchen auf Befall geprüft, heißt es beim Kreis weiter. Wo immer der Eichenprozessionsspinner auftaucht, werden die Bereiche abgesperrt, Nester entfernt. Wer viel draußen unterwegs ist, entdeckt derzeit aber auch niedriges Gesträuch, das auffällig mit Gespinsten überwuchert ist. Das ist zum Beispiel auf dem Schiffweiler Strietberg zu beobachten. Oliver Martin, Leiter des Kreisumweltamtes, sagt, die direkte Nähe von Eichen sollte der Mensch derzeit meiden, die wie eingepackt wirkenden Pflanzen seien dagegen harmlos: „Zurzeit kommt es auch in Büschen und Sträuchern zu einem vermehrten Aufkommen von Gespinstmottenraupen, die oftmals mit Eichenprozessionsspinnern verwechselt werden. Sie sind jedoch für den Menschen ungefährlich.“

Der Eichenprozessionsspinner liebt einzeln stehende Eichen. Deshalb ist er auch oft auf Schulhöfen oder in parkähnlichen Anlagen anzutreffen. Er ist ein Schmetterling aus der Familie der Zahnspinner. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind gefährlich, denn ihnen wachsen Brennhaare mit einem Nesselgift, die leicht brechen und vom Wind verbreitet werden. Diese Haare können bei Menschen, die mit ihnen in Berührung kommen, allergische Reaktionen auslösen. Hautausschlag, Reizung der Mund- und Nasenschleimhaut und Brennen in den Atemwegen sind mögliche Folgen. Wer mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen ist, erläutert der Kreis, sollte möglichst schnell duschen, nicht viel reiben auf der Haut und die Haare waschen. Auch die Kleidung sollte gewechselt und gewaschen werden.

Das Biodokumentationszentrum in Reden hat beim vermehrten Aufkommen der Insekten in den Vorjahren erläutert, der Kreis Neunkirchen sei in der Vergangenheit kein „Risiko-Gebiet“ gewesen. Den Eichenprozessionsspinner zog es demnach mehr in den Stadtverband Saarbrücken und von ihm ausgehend auf eine Achse von Westen nach Osten, vom Warndt bis nach Homburg. Das Insekt bevorzugt Wärme und Trockenheit. Das Klima in Saarbrücken sei trocken und warm, in Parkanlagen, auf Schulhöfen oder an Kindergärten passten die Bedingungen.

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