Eichenprozessionsspinner: Nester dem Fachmann überlassen

Eichenprozessionsspinner : Nester dem Fachmann überlassen

Die Saison des Eichenprozessionsspinners ist fast vorbei. Wer ein Nest entdeckt, sollte aber nicht selbst Hand anlegen.

Der Eichenprozessionsspinner macht in den vergangenen Jahren zunehmend von sich reden. Mitte Juni sind die ersten Raupenkolonien im Saarland aufgefallen. Auch jetzt noch sind empfindliche Menschen gefährdet, wenn sie mit den Härchen der Raupen in Kontakt kommen. Schmerzhafte Infekte der Haut sind möglich. Und auch wenn mittlerweile die Falter fliegen, an gefährdeten Orten können die Nester noch in den Bäumen hängen und für gesundheitliche Probleme bei  Menschen sorgen. Der Kreis Neunkirchen ist als „Risiko-Gebiet“ bislang noch nicht so in Erscheinung getreten. Andreas Werno vom Zentrum für Bio-Dokumentation in Reden erklärt das so: „Am schlimmsten ist es im Stadtverband Saarbrücken und im Westen und Osten davon in Richtung Warndt und Homburg.“ Je weiter man in den Norden gehe, um so weniger sind Falter und Raupe zu finden. Denn das Insekt bevorzugt Wärme und Trockenheit. Wie der Name schon sagt, findet sich der Eichenprozessionsspinner bevorzugt in Eichen, besonders gerne in Exemplaren, die einzeln und sonnig stehen. Das Klima in Saarbrücken ist trocken und warm, in Parkanlagen, aber auch auf Schulhöfen oder an Kindergärten könne schon mal eine Eiche die optimalen Bedingungen bieten. So hat denn auch das Grünflächenamt in Saarbrücken vor einigen Wochen von einem stärkeren Vorkommen als im Vorjahr gegenüber der SZ gesprochen. Eine Spezialfirma befasste sich damit, die Nester aus den Bäumen zu bekommen. Und auch ein Sprecher des Saarforst-Landesbetriebes erklärte gegenüber der SZ, die Insekten seien mittlerweile auch im Wald in lichteren Bereichen öfter vorzufinden.

Im Kreis Neunkirchen, sagt Fachmann Werno, gebe es weniger Beobachtungsstellen. Eine befinde sich allerdings in Illingen, und dort sei das Vorkommen in diesem Sommer zwar auch etwas höher, aber in keinster Weise bedenklich. Werno: „Die Falter fliegen jetzt. Damit ist die Gefahr im Grunde gebannt. Nur durch zurückgebliebene Härchen, die durch die Luft getragen werden, könnte es noch zu Kontakt kommen. Mit dem Regen in diesen Tagen verflüchtigt sich auch dieses Problem. Natürlich könne es auch in der Stadt Neunkirchen Probleme geben, wenn Eichen frei und sonnig stehen. Aber auch da sei ihm nichts bekannt. Das bestätigt auch die Stadtverwaltung. Im vergangenen Jahr gab es Probleme, dieses Jahr sei dem Gärtnerteam noch kein Befall bekannt, sagt Brigitte Neufang-Hartmuth von der Presseabteilung. Wo immer große Nester zu sehen sind, werden die von Spezialisten abgesaugt oder abgeflammt. Andreas Werno erläutert, in früheren Jahren habe es im Saarland deutlich schlimmere Insekten gegeben als den Eichenprozessionsspinner. Etwa den Goldafter, der aber kaum noch vorkomme. Der Eichenprozessionsspinner ist für empfindliche Menschen wegen seiner giftigen Härchen gefährlich. Denn diese Härchen reizen die Haut. Bläschen können sich bilden, die Haut rötet sich. Das kann sich dann schon mal schmerzhaft über einen längeren Zeitraum hinziehen.  Wer mit den Härchen in Kontakt kommt, sollte die Körperstellen abspülen und die Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen. Es ist auch nicht empfehlenswert, die großen Gespinstnester und Raupen selbst zu entfernen, da dadurch die giftigen Härchen aufgewirbelt werden.

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