Weniger Arbeitslose im Landkreis: Nachfrage nach Fachkräften steigt weiter

Weniger Arbeitslose im Landkreis : Nachfrage nach Fachkräften steigt weiter

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Neunkirchen hat sich in den vergangenen vier Wochen saisonbedingt leicht erhöht.

() Saisonbedingt meldeten sich zwar mehr Menschen im Landkreis Neunkirchen im Dezember arbeitslos als im November: Und mit 4940 lag die Arbeitslosenzahl nach Angaben der Agentur für Arbeit Saarland um 68 über dem Novemberstand. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit allerdings deutlich gesunken (minus 722). Die Arbeitslosenquote lag bei 7,0 Prozent, 1,1 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr.

Neben der registrierten Arbeitslosigkeit galten 2490 Personen nicht als arbeitslos, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus waren. Im Jahresdurchschnitt 2017 waren 5396 Frauen und Männer arbeitslos, 8,4 Prozent weniger als 2016. „Der Arbeitsmarkt in der Region hat sich im abgelaufen Jahr in einer sehr stabilen Verfassung gezeigt“, sagt Jürgen Haßdenteufel, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland. „Die gute Lage der Wirtschaft und die damit verbundene steigende Nachfrage nach gut ausgebildetem Personal wird auch im Jahr 2018 den weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit bewirken. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels tritt jetzt immer drängender zutage, welche Bedeutung das Thema Fachkräftesicherung für den Arbeitsmarkt hat“, betont Haßdenteufel. „Unser Hauptaugenmerk wird darauf liegen, durch gezielte Qualifizierung die Bedarfe der Unternehmen zu decken.“

Die Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung sieht folgendermaßen aus: Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 14 auf 1474 gestiegen, das waren 10,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im aktuellen Monat waren 875 Männer und 599 Frauen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr ist sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen (Männer: plus 85, Frauen: plus 52). Bei den gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat leicht gestiegen (plus 6). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist jedoch ein deutlicher Anstieg um mehr als ein Fünftel festzustellen.

Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50 plus lag bei 626. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um elf verringert, gegenüber dem Vorjahr um zehn erhöht.

Die Arbeitsagentur weist auf folgendes hin: Beim Vergleich des Arbeitslosenbestandes mit dem Vorjahresmonat sei zu beachten, dass Menschen, die zeitgleich Arbeitslosengeld von Agentur und Jobcenter beziehen, seit Beginn dieses Jahres ausschließlich im Bereich der Arbeitslosenversicherung gezählt werden und nicht mehr im Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Landkreises Neunkirchen (Grundsicherung) ist im Dezember geringfügig gestiegen (plus 54 auf 3466). Damit lag sie rund ein Fünftel unter dem Vorjahreswert. 1526 Frauen und 1940 Männer waren im aktuellen Monat arbeitslos gemeldet. Bei den Frauen ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 430, bei den Männern um 429 gesunken.

Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im Dezember bei 372. Sie ist gegenüber dem Vorjahr um 65 zurückgegangen. 885 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren älter als 50 Jahre. Ihre Zahl konnte gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Fünftel reduziert werden. Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit 1554 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 44,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 290.

Beim Vergleich des Arbeitslosenbestandes mit dem Vorjahresmonat ist zu beachten, dass Menschen, die zeitgleich Arbeitslosengeld von Agentur und Jobcenter beziehen, seit Beginn dieses Jahres ausschließlich im Bereich der Arbeitslosenversicherung gezählt werden und nicht mehr im Bereich der Grundsicherung. „Wie stark der Arbeitsmarkt durch die Arbeitsmarktpolitik entlastet wird, zeigt ein Blick auf die Unterbeschäftigung. Dort werden neben den Arbeitslosen auch die Personen aufgeführt, die an den Arbeitsmarkt mit einer Fördermaßnahme herangeführt werden müssen“, erläutert Haßdenteufel. „Vor allem im Bereich der Grundsicherung ergibt sich dadurch im Landkreis Neunkirchen eine deutliche Entlastung.“ Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis Neunkirchen im Dezember mit 7425 Personen um 452 unter dem Vorjahresniveau. Unter den Unterbeschäftigten waren 4940 Menschen arbeitslos und 2490 galten nicht als arbeitslos, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus waren. Darunter befanden sich über 600 Personen in einer Fördermaßnahme für Flüchtlinge. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 66,5 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde damit durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik um rund ein Drittel entlastet.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen oder ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

Seit Jahresbeginn haben die Unternehmen der Region 2506 Stellen zur Besetzung gemeldet, 77 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell sind noch rund 1000 Stellen offen.

Besonders viele Mitarbeiter werden derzeit in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel und im Baugewerbe gesucht. Auch das Gastgewerbe, Bereich der freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungen sowie das Verarbeitende Gewerbe haben nach wie vor großen Bedarf an Fachkräften.

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