Mozarts Zauberflöte nacherzählt von Otto Dietz

Die Zauberflöte : Ein prächtiger Band für den Kenner

Der Neunkircher Rechtsanwalt Otto Dietz hat Mozarts Zauberflöte nacherzählt und mit russischer Lackmalerei-Kunst illustriert.

Es ist eine edle Ausgabe, die der Neunkircher Otto Dietz im Schaumberg-Verlag herausgebracht hat. Und ein besonderes Thema sowieso: Die Zauberflöte. Mozarts Oper erzählt der Rechtsanwalt mit kurzen Texten nach, begleitet von Lackmalereien von Galina Belousova. Beides verbindet sich zu einem kleinen Gesamtkunstwerk. Wer die Zauberflöte nicht kennt, kommt ihr mit der Lektüre schnell nahe. Und kann sich mit den kunstvollen Gemälden - im Original Miniaturen auf Lackdosen - seine ganz eigenen Gedanken zu dem Stoff machen. In der Einführung des Herausgebers heißt es: „Das vorliegende Buch versucht mit den ihm eigenen Mitteln bildnerischer und sprachlicher Formgebung das Märchen von der Zauberflöte nachzuerzählen.“ Im Vorwort schreibt die ehemalige Generalintendantin des Saarländischen Staatstheaters Dagmar Schlingmann: „Lassen Sie sich ein weiteres Mal von der Zauberflöte verzaubern - diesmal nicht auf der Bühne - sondern verpackt in diesem prachtvollen Bildband.“

Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart ist eine Oper in zwei Aufzügen, 1791 in Wien uraufgeführt. Sie ist Mozarts populärstes Werk und wird bis heute in großen Theatern aufgeführt. Sie hat in vielerlei Hinsicht in die Kunst gewirkt. Und auch Otto Dietz, Jahrgang 1938, zu seiner ganz eigenen Auseinandersetzung mit dem Stoff gebracht. Dietz ist dabei nicht nur Opernliebhaber, sondern auch bekennender Freund der russischen Lackmalerei. Die Zusammenarbeit mit der zwischenzeitlich verstorbenen Galina Belousova kam über seinen Bruder zustande. Der war für ein amerikanisches Unternehmen in Russland tätig. Gemeinsam besuchten sie den Ort Palech nordöstlich von Moskau. Palech ist bekannt für seine Ikonen- und Lackmalerei. Dietz war begeistert von der Kunst Belousovas. Und eine Miniatur des Heiligen Georgs im Kampf mit dem Drachen brachte ihn auf die Zauberflöte. Dietz: „Ich sah eine Ähnlichkeit mit dem Helden der Zauberflöte, Tamino. Da kam mir die Idee, ihr den Auftrag zu erteilen für die Bilder. Es war ein spontaner Gedanke.“ Belousova, erzählt der Neunkircher weiter, willigte ein. Sie habe vier Jahre lang alles beiseite gelegt, um die Zauberflöte in Miniaturen zu übertragen. Er selbst habe ihr keinerlei Vorgaben gemacht. Sein Bruder fuhr regelmäßig nach Palech und brachte die Schatullen nach Neunkirchen. Opernliebhaber ist Dietz seit vielen Jahren. Richard Wagners Ring des Nibelungen etwa habe er fünf Mal in Bayreuth gesehen. Die Zauberflöte allerdings sei eben doch das „Nonplusultra“.

Die Fertigung der 26 Schatullen war eine zeitintensive Arbeit. In die Texte hat Otto Dietz allerdings auch ein gutes Stück Zeit und Kraft investiert. „Ich habe etwa 30 Bücher über die Zauberflöte gelesen“, sagt der Autor und Herausgeber. Er habe sich viele Gedanken gemacht, wie er ihre wahre Geschichte herauskristallisieren könne. Während Kritiker die Oper als völlig wirr bezeichneten, sieht er das Werk als „unglaublich deutungsfähig“. Mit einem Freund habe er schon einmal überlegt, den Prozess für die Königin der Nacht zu führen. Dietz: „Ich würde sie verteidigen.“

In Neunkirchen ist Otto Dietz auch über seine Anwaltstätigkeit hinaus bestens bekannt. Er ist im Verkehrsverein genauso aktiv wie im Zooverein oder der Stiftung Lebenshilfe. Er war 20 Jahre lang Richter am Verfassungsgericht des Saarlandes.

Papageno findet die von Monostatos bewachte Pamina in Sarastros Burg. Foto: Elke Jacobi
Bildband „Die Zauberflöte“. Foto: Elke Jacobi
Otto Dietz. Foto: Thomas Seeber

„Die Zauberflöte – Nach der Oper von Wolfgang Amadeus Mozart“ nacherzählt von Otto Dietz mit Lackmalereien von Galina Belousova ist im Schaumberg-Verlag erschienen. Preis: 29,95 Euro. www.edition-schaumberg.de

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