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Mit dem Kran ins neue Heim

Mit dem Kran ins neue Heim

Neunkirchen. Endlich sind sie da. Nach einer 1700 Kilometer langen Reise aus dem spanischen Benidorm konnten Rani und Buria am Freitag endlich ihr neues Heim im Neunkircher Zoo beziehen. Und das war ein ganz schön aufregendes Ereignis, für Mensch wie für Tier: Um 8 Uhr wird der Kran rückwärts bis zum Elefantenhaus bugsiert. Der Lkw mit den Elefantencontainern folgte

Neunkirchen. Endlich sind sie da. Nach einer 1700 Kilometer langen Reise aus dem spanischen Benidorm konnten Rani und Buria am Freitag endlich ihr neues Heim im Neunkircher Zoo beziehen. Und das war ein ganz schön aufregendes Ereignis, für Mensch wie für Tier: Um 8 Uhr wird der Kran rückwärts bis zum Elefantenhaus bugsiert. Der Lkw mit den Elefantencontainern folgte. Während der Kran aufgebaut wird, sieht man immer wieder einen neugierigen Rüssel aus den Containern hervorlugen, der versucht, etwas von der neuen Umgebung zu erfassen. Die 4400 Kilogramm schwere Rani bringt ihren Container mächtig zum Wackeln. Buria hingegen verhält sich ruhig. Zoodirektor Norbert Fritsch erklärt, wie die Verladung vonstatten geht: "Wir werden die Container zunächst mit dem Kran in das Elefantengehege heben. Von dort aus werden wir die Elefanten in ihre neue Box laufen lassen. Wenn das geschafft ist, haben wir unsere heutige Aufgabe erst einmal bewältigt." Auch im Elefantenhaus werden die letzten Vorkehrungen zum Einzug der beiden Elefantendamen getroffen. Während Pfleger noch einen Stromzaun spannen, zeigen sich die alteingesessenen Neunkircher Elefanten Kirsty (43) und Judy (53) relativ entspannt. Um 9 Uhr tut sich dann endlich etwas. Rani hebt ab. Langsam wird der Container ins Gehege gehoben, und Rani landet wieder relativ behutsam auf dem Boden. Jetzt geht's los. Noch ein kurzes "Seid ihr bereit?" an die Helfer, dann werden die Türen des Containers geöffnet und das Gitter hochgeschoben. Ganz gemach tritt Rani heraus und bewirft sich erst einmal mit Neunkircher Dreck. Das tut gut. Die Zuschauer müssen lachen. Gelassen begibt sich Rani ins Elefantenhaus und bezieht ihre neue Box. Das wäre geschafft. "Super", ruft der Zoodirektor. Mittlerweile ist das Elefantenhaus proppenvoll. Viele Zoobesucher sind gekommen, um das Ereignis zu verfolgen. "Wir sind mit unserer Schulklasse hier wegen der Plastinate. Aber das hier wollten wir nicht verpassen. Es ist sehr interessant, so etwas haben wir noch nicht gesehen", erzählen Steven Dietrich (17) und Fabian Schmidt (15). Währenddessen sucht Rani ersten Kontakt zu ihrer 53-jährigen Nachbarin Judy. Diese wendet sich jedoch ab. "Judy möchte keinen Angriff riskieren. Sie weiß, dass sie aufgrund ihres Alters und ihrer Körperkraft dem neuen Elefanten unterlegen ist", erklärt Carina Johann, die Tierärztin des Zoos. Kirsty hingegen zeigt sich begeistert von der "Neuen" und gibt merkwürdige Geräusche von sich. Eine dreiviertel Stunde später dann schließlich auch Buria mit ihrem Containerin die Höhe.Bei ihr geht es etwas schaukliger zu. Sie rumort in der engen Kiste. Wird es genauso gut verlaufen wie beim ersten Mal? Als sich die Tür des Containers öffnet, bekommen die Zuschauer zunächst einmal nur einen Rüssel zu sehen. "Sie ist vorsichtiger. Das ist der Typ Elefant, der sich nichts traut", so Fritsch. "Venga Buria", feuert Fritsch die Spanierin an. Schließlich lässt die Elefantendame sich doch überzeugen und begrüßt zunächst einmal ihre Freundin Rani. Dann wird gerüsselt. Bevor sie ihre Box bezieht, kratzt sie sich lässig mit dem rechten Hinterfuß am Bein und frisst ein paar am Boden liegende Bananen. Der Zoodirektor ist hocherfreut und zufrieden: "Das hat alles perfekt geklappt, ohne Blessuren. Wir hätten niemals gedacht, dass das so reibungslos verläuft. Mir ist ein Schauer über den Rücken gelaufen und ich muss zugeben, dass ich auch ein wenig Wasser in den Augen hatte." Die nächste Aufgabe bestehe darin, so der Zoodirektor, die Elefanten sorgfältig zu beobachten: "Wir haben die Hoffnung, dass sie sich nach einer Eingewöhnungszeit alle vertragen." Um 10 Uhr ist der Einzug vollbracht. Ein Klacks im Vergleich zur vierstündigen Verladung im spanischen Benidorm am Dienstag. Eine anstrengende Woche geht zu Ende. Nun heißt es für die Elefanten: ausruhen.