| 20:20 Uhr

Kultur in Neunkirchen
Das „Küken“ begeistert mit Vielseitigkeit

 Hannah Neumann in ihrem Büro im Kutscherhaus.
Hannah Neumann in ihrem Büro im Kutscherhaus. FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Hannah Neumann gehört zu den Jungen im Kutscherhaus. Was stimmt – und auch wieder nicht. Jahrgang 1989, liegt das aus dem Ei schlüpfen durchaus schon etwas länger zurück. Von Anja Kernig

Hannah Neumann im vertritt die junge Generation im Neunkircher Kutscherhaus. Hier in der neuen Kreativschmiede teilt sie sich ein Büro mit Musiker Rouven Bitz. Geboren in Kirrberg, studierte Hannah Neumann in Zweibrücken Digitale Medien – nach Orientierungsjahren mit etlichen Jobs und Praktika, etwa in der Nachhilfe, in der Pflege, im Einzelhandel. Mit dem Bachelor-Abschluss in der Tasche wagte sie den Sprung in die Selbständigkeit. Was gerade mal ein paar Monate her ist. „Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich mit Mediengestaltung und Onlinemarketing“, erzählt die Existenzgründerin. Nebenbei fotografiert sie auch. Das war früher mehr Hobby, inzwischen kommt es ihr gut zu pass. Wird sie doch jetzt öfters gebeten, Veranstaltungen mit der Kamera zu dokumentieren.


Ihr eigentliches Ding sind Soziale Medien. So entwickelt Hannah Neumann Marketingstrategien für Unternehmen und kümmert sich in dem Zug um Facebook Accounts und Ähnliches. „Mir ist wichtig, dass ich kreativ arbeiten und viel von mir selbst einbringen kann.“ Den Spagat zwischen Selbstverwirklichung und Dienstleistung hinzubekommen, ist jedes Mal aufs Neue eine spannende Herausforderung, die zu meistern, sehr beglückend sein kann – dann nämlich, wenn man seinen eigenen Ansprüchen genügt und dennoch beim Kunden voll punktet. Vor allem Plakatgestaltung und sonstige Werbung übernimmt Hannah Neumann bei der Neunkircher Kulturgesellschaft. Dort arbeitet sie Teilzeit in der Verwaltung mit.

Zu der 29-Jährigen gehört auch eine nochmal ganz anders geartete, musische Seite: Schon mit fünf Jahren spielte Hannah Geige, mit zehn kam das Klavier hinzu. Und gesungen hat sie „natürlich“ auch schon immer. Zusammen mit ihrem Kutscherhaus-Zimmernachbarn Francesco Cottone, dem sie schon das eine oder CD-Cover designte, und Amby Schillo stellt Hannah Neumann zurzeit ein Neo-Klassik-Trio auf die Beine. Die Komödiantin in ihr hat ein zu Hause bei Marx, Ruge & Holzhauser gefunden, einem Kabarett-Ensemble. Da bedient sie sich nicht nur ihrer Violine, sondern auch des Pianos und der Stimme.



Und dann wäre da unbedingt noch das Musicalprojekt Neunkirchen zu nennen. Bei „Meine Herren und Damen: Marie!“, dem diesjährigen Musical über die Gründerin der Arbeiterwohlfahrt Marie Juchacz, handelt es sich um die siebte Produktion, bei der sie mitwirkt. Bisher meist im Ensemble, kann sie sich diesmal in einer der (doppelt besetzten) Hauptrollen beweisen: Abwechselnd mit Sibille Sandmayer spielt und singt sie Maries Schwester Elisabeth.

Mit der Zugehörigkeit zur Kutscherhaus-Familie ergeben sich wieder neue Betätigungsfelder: So wirkte Hannah Neumann vor kurzem beim Musik-Treff mit. Dort konnte jeder, der selbst mal Musik machen will, vorbei kommen, um mit Profis wie Cottone (Piano), Schillo (Cajon), und Jens Fried (Gitarre) zu jammen. Zwar hatte sie schon öfters bei Workshops die Klavierbegleitung übernommen. Aber diesmal oblag ihr die musikalische Leitung. Nächstes Treffen ist Ende Mai, als nächstes größeres Ziel ist ein Open-Air-Konzert im August geplant.

Gefragt, welche Projekte sie gern mal realisieren würde, muss Hannah Neumann nicht lange überlegen: „Ich würde gern mein eigenes Computerspiel gestalten.“ Selber filmen, mit Special-Effects arbeiten, in der Richtung wäre sie gern mehr unterwegs. Weiß aber auch: „Das ist noch ein weiter Weg.“