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Zurück zu den Wurzeln

Maximilian Mutzhas (rechts) unterhielt sich bei der Vernissage mit Bürgermeister Patrick Weydmann und der Kulturbeauftragten Ulrike Sutter über seine Fotos. Foto: Anika Meyer
Maximilian Mutzhas (rechts) unterhielt sich bei der Vernissage mit Bürgermeister Patrick Weydmann und der Kulturbeauftragten Ulrike Sutter über seine Fotos. Foto: Anika Meyer FOTO: Anika Meyer
Merchweiler. An Ölgemälde des 17. oder 18. Jahrhunderts erinnern die Fotografien von Maximilian Mutzhas, dessen Ausstellung „Augenblicke“ noch bis 30. September im Merchweiler Rathaus zu sehen ist. Er gewährt einen Einblick in sein Schaffen der vergangenen 15 Jahre. Anika Meyer

. Wer hat beim Anblick barocker Stillleben nicht schon staunend gedacht, dass es sich glatt um Fotografien handeln könnte? Bei den Werken von Maximilian Mutzhas ist es genau umgekehrt: Man steht vor Fotografien , könnte sie aber glatt für Ölgemälde des 17. oder 18. Jahrhunderts halten. Zumindest diejenigen, bei denen der Fotograf ganz bewusst zurück wollte zu den Alten Meistern, "zu den Wurzeln".


Denn Mutzhas ist Stillleben-, oder wie es in der Szene heißt, Stilllife-Fotograf. In seiner Heimat München betreibt er ein Fotostudio und ist Dozent an der privaten Akademie IFOG für Kommunikationsdesign. Im Rahmen des Jubiläumsjahres "25 Jahre Fotografie in Merchweiler " zeigt er nun im Merchweiler Rathaus seine Ausstellung "Augenblicke" - eine Retrospektive seiner Arbeiten der letzten 15 Jahre. Wie die bayrisch-saarländische Verbindung zustande kam, das berichtete er bei der Vernissage am Freitagabend: Auf einer Reise habe er den Vorsitzenden des Merchweiler Fotoclubs, Manfred Klein kennengelernt, außerdem völlig unabhängig davon bei einer Foto-Veranstaltung die Merchweiler Kulturbeauftragte Ulrike Sutter. Von dieser wie von Bürgermeister Patrick Weydmann gab es ebenfalls ein Grußwort, bevor die Vernissagebesucher die Möglichkeit zum Rundgang mit Mutzhas hatten.

Auf seinen Stillleben im barocken Stil hat dieser Schalen, Karaffen und Gläser mit Früchten, Blauschimmelkäse und Brot arrangiert. "Die Alten Meister haben dabei ja ganz viel mit Symbolik gearbeitet, darauf habe ich verzichtet." Was jedoch nicht heißt, dass die Bilder nicht zu Assoziationen oder zum Nachdenken anregten. In einem Stillleben etwa steht ein Stück Fleisch im Mittelpunkt - nicht hübsch angerichtet, sondern noch klar erkennbar als Bein eines Schweins. "Wir müssen uns mit unserem zerstörerischen Potential schon auseinandersetzen."



In einem anderen Flur hingegen begegnet dem Besucher die moderne Stilllife-Fotografie. Sie ist reduziert auf einen oder wenige Gegenstände und stellt Formen und Lichtbrechungen in den Vordergrund. Geradezu minimalistisch wirkt das Motiv eines Wasserglases ganz am rechten Bildrand vor einem diffus schimmernden grauen Hintergrund. "Er wird von einer schwarzen Glasplatte und einer weißen Wand gebildet, den weichen Übergang erzeugt die Belichtung", erklärt Mutzhas.

Ergänzend zu seinen Stillleben zeigt er Natur-, Architektur- und Reportagefotografie, die ihm - vor allem auf Reisen - als Ausgleich zu der Arbeit im Atelier dient. Darunter sind beispielsweise faszinierende Makroaufnahmen pflanzlicher Strukturen, an denen den Fotografen vor allem die stetige Veränderung interessiert.

"Augenblicke" ist zu sehen bis Freitag, 30. September.