Werke wahrer Meister

„Meister der Fotografie“ lautet der Titel einer Ausstellung, die in Merchweiler auf Besucher hofft, und Meister sind die Künstler tatsächlich. Allesamt durften sich in ihrer Laufbahn über große Titel freuen. Das teilt das Kulturamt mit.

Die Ausstellung "Meister der Fotografie" bildet einen Höhepunkt des Jubiläumsjahres "25 Jahre Fotografie in Merchweiler ". Nach Peter Diersch (1985) und Dieter Walter (2010) wurden im März dieses Jahres zwei saarländische Fotografinnen, Tanja Zech und Susanne Jung, von der FIAP (Fédération International de L'Art Photographique) mit dem höchsten Ehrentitel MFIAP (Maître) ausgezeichnet. Damit sind von den 13 deutschen "Meistern" vier im Saarland zu Hause. In der Ausstellung werden die Kollektionen (jeweils 20 Fotos) gezeigt, die von der FIAP ausgezeichnet wurden. Außerdem geben die Fotografen mit weiteren Fotos einen Überblick über ihre künstlerische Arbeit.

Peter Diersch etwa erholt sich mit seinem Hobby, der künstlerisch ambitionierten Fotografie, vom Alltagsstress. In mittlerweile 87 Einzel- und Gruppen-Ausstellungen hat er seine Bilder im In- und Ausland vorgestellt. Themen waren unter anderem Skandinavien, Tunesien, Frankreich, Spanien, Kreta, Türkei, Gran Canaria, New York und natürlich seine Heimatstadt Sulzbach. Nach seiner ersten Reise in die Toskana entwickelte sich allerdings eine besondere fotografische Liebe zu Italien, die ihn bis heute nicht mehr losließ.

Dieter Walter wiederum entdeckt das Fotografieren 1983 für sich und schloss sofort die Schwarzweißfotografie in sein Herz. Nach anfänglich experimentellen Versuchen begann er 1985 ein autodidaktisches Studium der Fotografie, mit Schwerpunkt Zonensystem (wissenschaftliches Verfahren in der Schwarzweißfotografie, Bildvorstellungen, so genannte Visualisierungen, gezielt und sicher fotografisch umzusetzen). Die anschließend erzielten Bildergebnisse erfüllten seine Erwartungen und waren ein erfreulicher Ausgleich für seine ansonsten recht anstrengende berufliche Tätigkeit, als leitender Angestellter eines mittelgroßen Industriebetriebes. Im Jahre 2010 wurde ihm, als neunter Deutscher und als 147. Fotograf weltweit, der höchste Titel der Fédération Internationale de l'Art Photographique: Maitre FIAP (MFIAP) verliehen.

Susanne Jung begann in den 90er Jahren, sich mit Fotografie zu beschäftigen. Ziemlich schnell hat sie sich ganz der Schwarzweißfotografie verschrieben und nutzte die eigene Dunkelkammer, um harte Kontraste und ausdrucksstarke Fotos zu erhalten. Als schließlich die Digitalfotografie Einzug hielt, wurde ihr schnell klar, dass das überhaupt nichts für sie war. Auf die geliebte Dunkelkammer verzichten? Fotos am Computer bearbeiten? Niemals. So kam es, dass sie mehrere Jahre pausiert hat. Nur der kontinuierlichen Überzeugungsarbeit ihres Mannes hat sie es zu verdanken, dass sie 2011 wieder voll und ganz in das schönste aller Hobbys eingestiegen ist. Mit Begeisterung nutzt sie heute genau das, was sie damals als Nachteil ansah: die Bearbeitung am Computer.

Tanja Zech fotografiert seit 2006 intensiv und ist aktives Mitglied im Fotoclub 78 Saar und im DVF (Deutscher Verband für Fotografie). Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Tier- und Naturfotografie. Vor allem die Greifvögel und die Falknerei gehören zu ihren fotografischen Favoriten. Seit einigen Jahren beschäftigt sie sich allerdings auch mit Studiofotografie und ist auf diversen Fantasy-Veranstaltungen unterwegs, wo sie eine Vielzahl ihrer "Models" findet.

Es war mitunter schon ein hartes Stück Arbeit, Vogel und Model gleichzeitig so darzustellen, wie sie hier gezeigt werden. Da es sich um keine dressierten, sondern um wilde Vögel handelt, waren kleine Kratzer, beschmutzte und zerrupfte Kleider an der Tagesordnung. Geduld war ebenfalls gefordert, bis Vogel und Model den gewünschten Kamerablick gleichzeitig parat hatten. Mit dieser Serie will die Fotografin zeigen, dass die bekannten Darstellungen von Greifvögeln etwas anders ausfallen können.

Die Ausstellung wird am Freitag, 9. September, um 19 Uhr im Großen Kuppelsaal des Rathauses Wemmetsweiler eröffnet. Danach ist sie bis Montag, 3. Oktober, montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr, samstags, sonn- u. feiertags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. An den Wochenenden ist jeweils einer der Fotografen anwesend und erläutert den Besuchern gerne die Ausstellung. Der Eintritt ist kostenlos.

Susanne Jung weigerte sich lange, von der analogen zur digitalen Fotografie zu wechseln. Jahrelang tat sie nichts mehr. Heute ist sie eine Künstlerin in der digitalen Nachbearbeitung. Foto: Susanne Jung. Foto: Susanne Jung
Dieter Walter hat die Schwarzweißfotografie in sein Herz geschlossen. Foto: Dieter Walter. Foto: Dieter Walter

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