Weihnacht, Wachdersch, Wahnsinn!

Es krachte wieder bei Wachdersch in Wemmetsweiler zu Weihnachten. Den zweiten Feiertag beging man dort nach fünfjähriger Abstinenz erneut mit Auftritten des Wemmetsweiler Blechbläserensembles, dem Trio The Matter of Taste und der Bigband Big Sound Express.

"Ich denke, so etwas ist einmalig für einen kleinen Ort wie Wemmetsweiler ", erzählte Organisator Klaus Scheidt der SZ. Der Konzertabend bei Wachdersch fing mit dem Wemmetsweiler Blechbläserensemble recht bedächtig an. Doch auch das Quintett bot mehr als weihnachtlichen Einheitsbrei, den man zum letzten Festtag vielleicht vermutet hätte. Die fünf Bläser unter der Leitung von Clemens Scheidt boten mit Stücken von Bach bis zur Titelmelodie vom "Rosaroten Panther" eingängige Melodien.

Einen völligen Kontrast zu den Blechbläsern lieferte dagegen das Trio The Matter of Taste. Angeführt von Berufsmusiker Christof Thewes entführten die drei ihre Zuhörer in brachiale Soundgewitter und experimentelle Orkanstürme der modernen Musik. "Die Welt hat sich vielleicht verändert, aber unsere Musik ist immer gleich geblieben", hatte Thewes im Vorfeld der SZ erklärt. Zusammen mit Bassist Herbert Weidemann hatte er vor mehr als 35 Jahren erstmals die heimischen Bühnen unsicher gemacht. Heidemann griff im Trio zum Chapman-Stick: ein zehnsaitiges Klangungeheuer, das auf der Bühne mal Flötentöne imitierte, mal knallharte Bassrhythmen vorgab. Federführend bei den abrupten Tempowechseln bei The Matter of Taste war ohnehin Manuel Schwierczek. Der Jazzschlagzeuger bewies enorme Ausdauer, die vielleicht nur von seiner Spielfreude übertroffen wurde. Er steuerte das Klangschiff immer wieder zu neuen Ufern, die mal luftig-leicht im Jazz und mal im Heavy Metal angesiedelt waren. Über allem thronte Christof Thewes, der mit seiner Posaune für die besonderen Momente sorgte. Sporadisch setzte er auch mit Keyboard oder Cowbell Akzente.

Beim Auftritt der Bigband Big Sound Express gesellten sich dann zahlreiche weitere Profis zu den Musikern der vorherigen Ensembles. Geboten wurde eine Mischung aus Funk und Blues - doch der Jazz dominierte das Geschehen.

Bei Wachdersch waren die zahlreichen Besucher begeistert: "Die Musik ist einfach locker und cool. Man hört halt, dass viele Profimusiker am Werk sind", beschrieb Peter Kirch aus Merchweiler sein Konzerterlebnis.