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Vereinzelte Freude und auch viel Selbskritik

Vereinzelte Freude und auch viel Selbskritik

Merchweiler. Nach der Schließung der Wahllokale fanden sich am Sonntag hauptsächlich Vertreter von CDU und SPD im Großen Kuppelsaal des Rathauses Wemmetsweiler ein. Hauptamtsleiter Werner Klein hielt das Publikum ab 18 Uhr mit Beamerpräsentationen auf dem Laufenden

Merchweiler. Nach der Schließung der Wahllokale fanden sich am Sonntag hauptsächlich Vertreter von CDU und SPD im Großen Kuppelsaal des Rathauses Wemmetsweiler ein. Hauptamtsleiter Werner Klein hielt das Publikum ab 18 Uhr mit Beamerpräsentationen auf dem Laufenden. Nach der Bekanntgabe des endgültigen Wahlergebnisses für den Gemeinderat (CDU 44,38 Prozent, entspricht 15 Sitzen, SPD 34,19 Prozent, zwölf Sitze, Bündnis 90 /Die Grünen 4,5 Prozent, ein Sitz, FDP 4,54 Prozent, ein Sitz und Die Linke 12,39 Prozent, vier Sitze) kam keine Feierstimmung auf. Beide großen Parteien hatten gegenüber der Wahl 2004 Verluste zu verdauen. "Mit fünf Gruppierungen wird es im neuen Gemeinderat schwierig", vermutete Bürgermeister Walter Dietz in einer ersten Stellungnahme. "Das Ergebnis deutet darauf hin, dass es von Fall zu Fall wechselnde Mehrheiten geben wird." Dass die Linken so stark vertreten seien, erstaune ihn. Der Vorsitzende des SPD-Gemeindeverbandes Joachim Dörr räumte ein, dass seine Partei "wegen der Konkurrenz mit den Linken" mit dem Wahlausgang gerechnet habe. Was ihn sehr ärgere, sei die äußerst knappe Differenz im Ortsrat Wemmetsweiler (CDU 50,62 Prozent, SPD 49,38 Prozent). "Es handelt sich um 30 Stimmen Unterschied, die der Briefwahl zu schulden sind." Seine Partei habe sich dort wohl zu wenig ins Zeug gelegt. Die Sitzverteilung sieben zu sechs bleibt wie gehabt. Im Ortsrat Merchweiler war das Ergebnis eindeutiger: CDU 51,48 Prozent mit sieben Sitzen und SPD 48,52 Prozent mit sechs Sitzen. Zu Lasten der CDU hat die SPD einen Sitz hinzugewonnen. Wolfgang Gröning, der für die FDP in den Gemeinderat einzieht, fand es "gut, dass die CDU nicht mehr die Mehrheit hat". Die Grünen werden künftig durch Dr. Hans-Henning Krämer im Gemeinderat vertreten sein: "Wir haben das zweitbeste Ergebnis im Landkreis eingefahren, der von der Sozialstruktur her ein schwieriges Pflaster für die Grünen ist." Späte Freude der LinkenWegen der PC-Panne im statistischen Landesamt waren die Vertreter der Linken, die sich im Gasthaus "Solch" versammelt hatten, gegen 21 Uhr noch relativ ahnungslos. Das von der SZ-Vertreterin mitgeteilte Wahlergebnis löste Jubel aus. Spitzenkandidat Peter Meisberger sagte: "Wir freuen uns auf die konstruktive Mitarbeit im Gemeinderat." Die Basisorganisation mit bis jetzt 19 Mitgliedern werde Ende Juni den Gemeindeverband gründen. ets