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SZ-Serie:Wochenmarkt Wemmetsweiler

SZ-Serie Wochenmärkte im Kreis Neunkirchen : „Im Supermarkt ist alles so unpersönlich“

Die Besucher des Wochenmarkts in Wemmetsweiler schätzen die gute Qualität. Ein paar Stände mehr dürften es aber schon sein.

Wenn der Wetterdienst eine Warnung vor schweren Sturmböen herausgibt, müssen Markthändler mit Ständen in Leichtbauweise die Waffen strecken. Stammkundinnen wie Ursel Bayer und Christel Busch schlüpfen in die Regenjacke, setzen einen Hut auf – und kommen trotzdem. Schließlich wissen sie, dass Stefan Maas auf jeden Fall mit seinem modernen Metzgereiwagen am gewohnten Platz in der Bahnhofstraße stehen wird. An diesem unwirtlichen Mittwochmorgen leider als Alleinunterhalter auf dem Wemmetsweiler Wochenmarkt. Sonst gesellen sich ein Textilstand und der Obst- und Gemüsestand von Christiane Schmidt aus Fischbach dazu.

Ein kleiner, aber feiner Markt, der vor rund 20 Jahren vom Falicon-Platz in die dann gesperrte Bahnhofstraße gezogen ist.

Richtiges Marktflair will zwar am Tag des SZ-Besuchs nicht aufkommen, aber Zeit für ein Schwätzchen finden die Kunden allemal. Jeden Mittwochmorgen ist hier Mathilde Weber anzutreffen. Gefüllte Klöße, ein Schwenkbraten, ein paar Scheiben Aufschnitt kauft sie eigentlich jedes Mal. Und Eier, aber die gab es heute nicht. Sie kauft nicht nur wegen der guten Qualität auf dem Markt ein, sie schätzt auch die netten Gespräche. „Im Supermarkt ist alles so unpersönlich.“ Sie komme schon seit 20 Jahren auf den Wemmetsweiler Markt. „Alles, was ich anhab, kauf ich hier“, lobt sie auch das Angebot des abwesenden Textilhändlers. Zuhause kann in aller Ruhe anprobiert werden, und was nicht passt oder gefällt, wird zurück gebracht. Auch Obst und Gemüse kauft sie hier in kleiner Stückzahl ein.

„Aber bei dem Wetter spielt sich nicht viel ab“, weiß auch Günther Hoffmann. Als Gemeinderatsmitglied sei er verpflichtet, hier einzukaufen, meint Hoffmann mit einem Lächeln. „Mir wäre ein größerer Markt natürlich lieber“, gibt er zu. Mehr Stände, so wie früher in Illingen, als dort die Bahnhofstraße mit Ständen gepflastert gewesen sei. Aber auch hier in der Bahnhofstraße von Wemmetsweiler ist der Zuspruch gut, Christel Busch und Ursel Bayer wissen das Angebot zu schätzen. Vor allem das von Metzgermeister Stefan Maas, der mit Frau und Bruder einen Betrieb in Schiffweiler und Ottweiler mit 20 Angestellten stemmt. „Wir haben uns darauf spezialisiert, in den Gemeinden auf dem Wochenmarkt vertreten zu sein, wo es keine eigene Metzgerei mehr gibt.“ Obwohl er dafür früh aufstehen muss, gibt Maas unumwunden zu: „Ich liebe das hier. Hier ist immer Betrieb, die Leute sind so froh, dass überhaupt noch jemand kommt mit Frischwurst.“

Der Marktwagen macht auch donnerstags in Elversberg, freitags in Dudweiler und samstags vor der Saarbrücker Ludwigskirche Station. In der Wochenmitte werde meistens Hausmannskost wie Gefüllte oder Hackfleisch verlangt, am Wochenende dann eher mal der Roll- oder Sauerbraten. „Der Stefan weiß immer schon, was wir wollen“, verrät Christel Busch. „Das is e ganz liewer“, pflichtet Ursel Bayer ihr bei. Sie schätzt am Markteinkauf, dass sie auch frisches Obst und Gemüse in kleinen Mengen und unverpackt erstehen kann.

Das findet auch Elke Samsel gut, die gerade vom Bäcker gegenüber kommt. „Schade, vor allem im Sommer könnte der Markt größer sein.“ Vielleicht ein Blumenstand, Käse. „Aber wir sind froh, dass es überhaupt noch einen Wochenmarkt in Wemmetsweiler gibt.“