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Streit um neues Globus-Warenhaus

Übergabe von Unterschriften Gewerbetreibender in Merchweiler gegen die Ansiedlung von Globus in Neunkirchen: von links: Uli Heintz, Armin König, Patrick Weydmann, Jarno Kirnberger, Dr. Reinhard Christina. Foto: Andreas Engel
Übergabe von Unterschriften Gewerbetreibender in Merchweiler gegen die Ansiedlung von Globus in Neunkirchen: von links: Uli Heintz, Armin König, Patrick Weydmann, Jarno Kirnberger, Dr. Reinhard Christina. Foto: Andreas Engel FOTO: Andreas Engel
Merchweiler. Viele Illinger Kaufleute und Gewerbetreibende sind besorgt wegen der Pläne des Globus-Konzerns, ein 12 000 Quadratmeter großes Warenhaus an der Westspange vor den Toren Neunkirchens zu errichten. Solveig Lenz-Engel

Gestern hat der Verkehrs- und Gewerbeverein eine Liste mit 70 Unterschriften an den Merchweiler Bürgermeister Patrick Weydmann in seiner Eigenschaft als Vorsteher der LIK Nord übergeben (siehe Info).


Eine "große Gefahr" und einen "Jobkiller"sehen die Unterzeichner, wenn Globus sein Vorhaben eines 12 000-Quadratmeter-Warenhauses vor den Toren Neunkirchens wahr machen würde. Sie erhoffen sich Schützenhilfe von der LIK Nord, auf deren Gebiet das Areal liegt, das Globus ins Auge gefasst hat. Schon Patrick Weydmanns Vorgänger als LIK-Verbandsvorsteher, der Illinger Bürgermeister Dr. Armin König (CDU ), hatte klar gemacht, dass er den Wunsch der Stadt Neunkichen, die Globus-Fläche aus dem LIK-Gebiet, einem Naturschutz-Großprojekt, herauszlösen, für rechtswidrig hält. Und auch Weydmann (SPD ) erteilte gestern der Warenhaus-Ansiedlung im Kerngebiet der LIK eine deutliche Absage. Am 20. September wird sich die Verbands-Versammlung der LIK mit dem Thema Globus befassen.

Die Unterzeichner der Unterschriften-Liste, vertreten durch Jarno Kirnberger als Vorsitzendem des Illinger Verkehrs- und Gewerbeverein und den "Vorstands-Pensionär" Harald Schneider, erläuterten die Argumente der Globus-Gegner. Wegen der großen Verkaufsfläche, dem breit gefächerten und der bekannt großen Sogwirkung eines Globus-Marktes Angebot sei eine Auszehrung von Handel und Gewerbe in den Umland-Gemeinden zu erwarten. An dieser Einschätzung könne auch das von Globus in Auftrag gegebene Gutachten (das Projekt sei mit Ausnahme der städtebaulichen Integration als städtebaulich und landesplanerisch verträglich einzustufen) nichts ändern.

Während es den Illinger Unterzeichnern vor allem um den Erhalt der Nahversorgungsstrukturen geht, ist die zweite Diskussions-Komponente das etwaige Herausbrechen einer Fläche aus dem LIK-Gebiet, was dann Schule machen könnte und die Ziele des Verbandes mit seinem Geschäftsführer Uli Heintz verwässern würde. "Wir hatten auch schon Ansiedlungs-Anfragen für Merchweiler Flächen im LIK-Gebiet", so Weydmann. Mit seiner Absage in Richtung Globus steht er durchaus seinem Parteifreund, dem Neunkircher Oberbürgermeister Jürgen Fried , im Weg, der bekanntlich Globus die Tür weit öffnen möchte.

Zum Thema:



Auf einen Blick Die LIK Nord (Landschaft der Industriekultur) war 2009 Gewinnerregion beim Bundeswettbewerb Idee. Natur im Bereich Naturschutzgroßprojekte und ländliche Entwicklung. Hier arbeiten die Kommunen Friedrichsthal, Illingen, Merchweiler, Neunkirchen, Quierschied, Schiffweiler und die IKS (Industriekultur Saar) zusammen. Ihr Ziel: die vom Bergbau geprägte Landschaft erhalten und aufwerten. Etwa 13 Millionen Euro beträgt das Fördervolumen. Verbandsvorsteher ist aktuell Patrick Weydmanns. sl