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"Schnadegang" zu den alten Grenzsteinen

"Schnadegang" zu den alten Grenzsteinen

Merchweiler/Bildstock. Versteckte Markierungen der Grenze zwischen der Kerpischen Herrschaft Illingen und der Grafschaft Nassau finden sich auch heute noch in unseren Wiesen und Wäldern. Sie sind Zeichen aus bewegten Zeiten des 18. Jahrhunderts

Merchweiler/Bildstock. Versteckte Markierungen der Grenze zwischen der Kerpischen Herrschaft Illingen und der Grafschaft Nassau finden sich auch heute noch in unseren Wiesen und Wäldern. Sie sind Zeichen aus bewegten Zeiten des 18. Jahrhunderts. Der Arbeitskreis Heimatblätter im Heimat- und Kulturverein für Merchweiler und Wemmetsweiler will Bürgern diese Bannmarkierungen bei einer Rundwanderung am Samstag, 5. September, aufzeigen. "Wir werden diese Zeitzeugen dokumentieren und pflegen, um sie für unsere Nachkommen zu erhalten. Viele dieser Steine sind in den vergangenen Jahren entwendet worden und finden sich als Dekoration in manchem Vorgarten wieder", sagt Hans-Günter Dörr (Foto: SZ) vom Arbeitskreis. Der hat sich der Identifikation und Dokumentation der Grenzsteine verschrieben. Inzwischen hat auch der Heimat- und Kulturverein diese Arbeit als ein ganz wichtiges Projekt in die örtliche Kulturarbeit aufgenommen. Unterstützung kommt vom Landesdenkmalamt, das die Ergebnisse dieser Arbeit in die amtlichen Unterlagen einbeziehen will. "Erste Grenzsteine finden wir zwischen Altsteigershaus im Wald zur Erkeshöhe und Bildstock. Die meisten stammen aus dem Jahr 1753. Beim Bau der Autobahn sind auf der anderen Seite des Walds leider viele der Steine verloren gegangen", erzählt Hans-Günter Dörr und fährt fort: "Die geführte Wanderung wollen wir in Erinnerung an den früheren Schnadegang durchführen. Der im 18. Jahrhundert gängige Brauch diente der Regelung von Streitigkeiten benachbarter Orte wegen angeblich vorgenommener Grenzverschiebungen. In vielen westfälischen Orten lebt heute dieser Brauch wieder auf. Nach der Wanderung findet dort ein zünftiges Waldfest statt. Auch unser erster Merchweiler Schnadegang endet am Gasthaus Altsteigershaus mit einem Umtrunk." Durch das Projekt - verbunden mit der geführten Wanderung - soll die Bevölkerung sensibilisiert werden, diese wenigen Relikte aus der Feudalzeit zu erhalten und zu schützen. Der Heimat- und Kulturverein und insbesondere die Mitglieder des Arbeitskreises Heimatblätter wollen die Standorte der Überbleibsel für die Wanderer wieder zugänglich machen. Um die historischen Grenzsteine aufzuarbeiten, werden weitere interessierte Bürger zur Mitarbeit im Projekt und im Arbeitskreis Heimatblätter gesucht. Das neue Heft der Merchweiler Heimatblätter, das im November erscheint, wird sich ebenso den Grenzsteine widmen. redInfos bei Hans-Günter Dörr, Tel. (06825) 456 39, beim Heimat- und Kulturverein, Tel. (06825) 890 40 35, oder unter www.hvk-merchweiler.de. "Manche Steine sind entwendet worden und finden sich als Dekoration in manchem Vorgarten."Hans-Günter Dörr

Auf einen BlickDer historische Grenzgang findet statt am Samstag, 5. September, um 14 Uhr. Treffpunkt ist der Parkplatz am Altsteigershaus. Die Wanderung führt durch den Wald zur Erkershöhe. Von dort wird in Bildstock die Autobahnseite gewechselt und durch den Wald in Quierschied gewandert, um dann am weiteren Grenzverlauf des Fischbachs wieder nach Merchweiler zu gelangen. Dort wird noch ein kurzer Abstecher zum Rittergrab gemacht. Die etwa neun Kilometer lange Strecke wird mit einem gemeinsamen Umtrunk beendet. red