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Orstrat
Ortsrat votiert gegen Grubenflutung

Der Bergbaukonzern RAG bleibt in der Verantwortung. Das Thema Grubenwasser ist zurzeit in aller Munde.
Der Bergbaukonzern RAG bleibt in der Verantwortung. Das Thema Grubenwasser ist zurzeit in aller Munde. FOTO: Rag / picture-alliance/ dpa
 Von Heinz Bier. Im Merchweiler Ortsrat waren sich alle einig im Nein zu den RAG-Plänen Grubenflutung. Sie befürchten Nachteile für die Gemeinde. Von Heinz Bier

Unter dem Vorsitz von Ortsvorsteher Hans-Werner Becker hat sich der Ortsrat Merchweiler am Donnerstagabend einmütig der Stellungnahme der Gemeindeverwaltung zum bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren der RAG zur Grubenwasserflutung angeschlossen.



Nach den Plänen des Unternehmens soll das Grubenwasser an den Standorten Reden und Duhamel, von denen auch Merchweiler betroffen ist, auf ein Niveau von minus 320 Metern ansteigen. „Diesen Planungen kann man eigentlich nicht zustimmen“, meinte SPD-Ortsrat Michael Maurer im Hinblick auf die Nachteile für die Gemeinde.

In ihrer Stellungnahme bringt die Verwaltung ihre Bedenken gegen das Ansteigen des Grubenwassers zum Ausdruck und nennt vornehmlich Folgeschäden wie Bodenbewegungen, Unstetigkeiten, Erschütterungen, eine Beeinträchtigung des Trink- und Grundwassers oder Naturgasaustritte. Auf Antrag der CDU-Ortsratsfraktion und nach einstimmigem Beschluss des Ortsrates soll auch die Beweispflicht des Bergbautreibenden, ob die Flutung zum Bergbau dazu gehört oder ob es sich um ein neues Ereignis handelt, als zusätzliche Forderung der Gemeinde in die Stellungnahme mit aufgenommen werden.

Auch die Option von Messstellen soll mit einfließen. „Wir sollten als ehemalige Bergbaugemeinde hierzu eine Meinung haben“, sprach sich Fraktionssprecher Hans-Gerhard Jene für ein geschlossenes Auftreten aller politischen Institutionen in der Gemeinde aus. Durch das Ansteigen des Grubenwassers könne es zu dauerhaften Vernässungen an der Oberfläche kommen, so dass Grundstücke nicht mehr genutzt werden können, befürchtet Jene. „Die Kohle hat uns Brot und Arbeit gegeben, sie führte aber auch zu Schäden“, machte der CDU-Sprecher deutlich und er sagte weiter: „Eine Flutung des Grubenwassers wird uns um Jahre zurückwerfen und deshalb lehnen wir das Vorhaben ab.“ Auch die SPD-Fraktion wertet die Planungen der RAG samt ihrer Folgen als unakzeptabel. Deshalb spricht sich auch die Mehrheitsfraktion im Ortsrat gegen das Vorhaben aus, „denn die RAG darf nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden“, forderte Fraktionssprecherin Doris Cullmann. Bürgermeister Patrick Weydmann kündigte für Anfang Januar eine Informationsveranstaltung zu der Problematik an, an der auch Vertreter der betroffenen Nachbargemeinden sowie Mitglieder des Grubenausschusses im Landtag teilnehmen werden. Der Ortsrat hat schließlich der Stellungnahme der Verwaltung mit den vorgebrachten Ergänzungen zugestimmt. Am Donnerstag wird sich der Gemeinderat abschließend damit befassen.

Bürgermeister Patrick Weydmann informierte im weiteren Verlauf der Sitzung im Café Nusseck über die Verkehrsschau im September an verschiedenen neuralgischen Punkten im Ort, über den Stand von Straßenbaumaßnahmen und letztendlich auch noch über die großzügige Erweiterung des Wasgau-Einkaufsmarktes.