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Multivisionen
Im Kuppelsaal auf Fotoreise um die Welt

 Diesen Wasserfall hat Daniel Spohn in Tasmanien fotografiert. In seiner Multivisions-Show zeigt er, was er auf seinen Streifzügen durch die Wildnis der australischen Insel noch so alles entdeckt hat.
Diesen Wasserfall hat Daniel Spohn in Tasmanien fotografiert. In seiner Multivisions-Show zeigt er, was er auf seinen Streifzügen durch die Wildnis der australischen Insel noch so alles entdeckt hat. FOTO: Daniel Spohn / Daniel SPOHN
Im Wemmetsweiler Kuppelsaal stehen dieses Jahr sechs Multivisions-Shows auf dem Programm. Sie geben Einblicke in ferne Länder und Kulturen. Die Referenten kommen aus ganz Deutschland — aber auch Saarländer zeigen ihre schönsten Fotografien und berichten von ihren Erlebnissen. Von Sarah Konrad

Angefangen hat alles vor 25 Jahren. Damals hatten die Mitarbeiter des Merchweiler Kulturamtes die Idee, im Wemmetsweiler Kuppelsaal Dia-Shows zu veranstalten. Fotografen aus ganz Deutschland sollten die Gelegenheit bekommen, vor Publikum ihre Bilder zu präsentieren und die Geschichten dahinter zu erzählen.


„Von Beginn an haben sich viele Menschen für die Vorträge interessiert“, erinnert sich Ulrike Sutter. Die ehemalige Kulturbeauftragte kümmerte sich um die Organisation – und konnte immer berühmtere Referenten davon überzeugen, in der Gemeinde Merchweiler zu gastieren. So kam beispielsweise der Natur- und Tierfotograf Norbert Rosing vorbei, der Polarbären in Nordamerika ablichtet und bereits mehrere Bildserien in der Zeitschrift National Geographic veröffentlicht hat. Auch Michael Martin, in einschlägigen Kreisen bekannt für sein Projekt „Planet Wüste“, hat in Wemmetsweiler schon seine Aufnahmen präsentiert. „Mir war es immer wichtig, ein hohes Niveau zu halten“, sagt Sutter.

Über die Jahre sind aus den Dia-Shows aufwändige Multivisions-Shows geworden. „Die Musik und das Ambiente im Kuppelsaal verstärken die Emotionen auf den Fotos noch“, schwärmt Sutter. Sie ist mittlerweile im Ruhestand, aber die Shows liegen ihr noch immer am Herzen. Daher hilft sie weiterhin, Referenten zu finden und die Veranstaltungen vorzubereiten. Außerdem hat sie mit der Gemeinde die Vereinbarung getroffen, als weiteren Veranstalter „Natur im Fokus“ mit ins Boot zu nehmen. Hinter dem Namen verbergen sich der Homburger Daniel Spohn und der Marpinger Christian Mütterthies. Die beiden Fotografen bieten Fotoreisen und Workshops an und halten selbst auch Multivisions-Shows ab. „Natur im Fokus“ und die Gemeinde haben nun gemeinsam die Reihe „Photomission“ mit sechs Veranstaltungen im Jahr 2019 auf die Beine gestellt. Und das sind die Themen der ersten vier:



  • Zum Auftakt nimmt Thomas Reinhardt sein Publikum mit in „Irlands Wilden Westen“. Der Fotograf hat die Insel im Atlantik mehrmals besucht. Auf der Küstenstraße „Wild Atlantic Way“ ist er 2600 Kilometer vom Süden bis an die Nordspitze gefahren. Dabei hat der Hangarder gewaltige Klippen und einsame Buchten entdeckt. Er ist durch Nationalparks gewandert, hat Monumente besucht und ist in urige Pubs eingekehrt. Die Reise führt durch sechs Grafschaften. Die saarländischen Musiker Nina Deda und Michael Marx haben dazu die passende Musik geschrieben. Sie begleiten den Fotografen bei seinem Vortrag.

Termin: „Irlands Wilder Westen“, Sonntag, 20. Januar, 17 Uhr. Infos zum Fotografen auf www.treinhardt.de

  • „200 Tage am schönsten Ende der Welt“ haben Petra und Gerhard Zwerger-Schoner verbracht. Die österreichischen Reisejournalisten haben Neuseeland in dieser Zeit kennen und lieben gelernt. In ihrer Multivisions-Show präsentieren sie Fotos von Gipfeln, Regenwäldern, Vulkanen und geschichtsträchtigen Orten. „Die Intensität der Farben erscheint oft surreal, die Weite schier endlos und sie vermittelt hautnah die Kleinheit und Nichtigkeit des Einzelnen, die Stille bewahrt Raum für Träume. Neuseeland ist einfach anders: Es befreit, erdet den Geist, vermittelt tiefe Ruhe und berührt die Seele“, schreibt das Ehepaar in einer Mitteilung. Passend zur Show gibt es einen Film. Das heißt: Die Besucher dürfen sich auch auf Video-Aufnahmen freuen. „Für mich gehören Petra und Gerhard Zwerger-Schoner zu den besten Referenten und Fotografen in der Szene“, sagt Daniel Spohn. Er bezeichnet die Show der beiden als den Höhepunkt der diesjährigen Reihe im Wemmetsweiler Kuppelsaal.

Termin: „Neuseeland – 200 Tage am schönsten Ende der Welt“, Sonntag, 27. Januar, 17 Uhr. Weitere Informationen zu den Fotografen im Internet auf der Seite www.zwerger-schoner.at

  • Nagender Chhikara und Christina Franzisket sind nach eigenen Angaben beste Freunde. Der Fotograf aus Indien und die Journalistin aus Deutschland stellten jedoch fest, wie unterschiedlich ihre Kulturen sind. Vor allem im Umgang mit dem Thema Liebe. „Um mir die Liebe in Indien zu erklären, nahm Nagender mich mit auf eine Reise durch sein Heimatland“, erzählt Franzisket. Mit einer Motor-Rikscha fuhren die beiden 7000 Kilometer von Ozean zu Ozean. Sie durchquerten die größte Salzwüste der Welt, saßen auf dem Marmorboden des Taj Mahals, besuchten die erotischen Tempel von Khajuraho und hielten Ausschau nach Tigern im Flussdelta der Sunderbans. „Das Reisen auf der Rikscha war anstrengend. Mit wunden Hinterteilen kämpften Nagender und ich gegen die Hitze der Mittagssonne und gegen Müdigkeit an. Wir entkamen gefährlichen Straßengangs und flickten platte Reifen im Schatten von Trucks. Doch wir genossen auch den Fahrtwind, das Gefühl von Freiheit und die Schönheit der Natur“, erzählt Franzisket. Unterwegs sprachen sie mit Einheimischen und stellten fest: So unterschiedlich ist das Gefühl der Liebe in Indien und Deutschland dann doch nicht. Chhikara und Franzisket sind noch relativ neu in der Multivisions-Show-Szene. Doch Sutter ist es wichtig, in Wemmetsweiler auch dem Nachwuchs eine Plattform zu bieten. „Die beiden haben dieses schwieriges Thema herzerfrischend aufgearbeitet“, sagt die ehemalige Kulturbeauftragte.

Termin: „Culture Curry – Indien und die Liebe“, Sonntag, 17. Februar, 17 Uhr. Infos zu den Fotografen auf der Webseite www.culture-curry.de/multivision

  • Daniel Spohn ist Fotograf und Biologe. Besonders gerne schießt er daher Bilder von Tieren, Pflanzen und der Natur. Bei seiner Reise nach Tasmanien hatte es der Homburger vor allem auf den Tasmanischen Teufel abgesehen. „Die Raubtiere sind leider extrem selten geworden“, sagt Spohn. Auf der Suche nach ihnen habe er Menschen kennengelernt, deren Lebensziel es ist, die Wildnis Tasmaniens zu schützen und für die kommenden Generationen zu bewahren. Außerdem ist Spohn auf die Vergangenheit der Insel als Strafkolonie gestoßen und über das Erbe des ersten deutschsprachigen Naturschützers gestolpert. Mittlerweile sei mehr als ein Drittel der Insel in Naturparks geschützt.

Termin: „Unterwegs in Tasmanien – den Teufeln auf der Spur“, Sonntag, 31. März, 17 Uhr. Infos zu dem Fotografen auf www.danielspohn.de