Max-von-der-Grün-Schule Wemmetsweiler, mit Waldklassenzimmer

Draußen lernen : Ein Klassenzimmer unter den Bäumen

Die Max-von-der-Grün-Schule geht neue Wege im Unterricht und eröffnet ein Wald-Camp.

  Welcher Schüler träumt nicht davon: Unterricht mitten im Wald, in einem Wald- und Wildnis-Camp. An der Max-von-der-Grün-Schule in Wemmetsweiler wird diese  Form von Wissensvermittlung jetzt jeden Mittwoch Realität. Auf dem von Marc Nauhauser gepachteten Waldgrundstück entstand in Eigenregie unter Anleitung erfahrener Lehrkräfte und des Vorsitzenden des NABU Merchweiler/Wemmetsweiler, Michael Keßler, ein Camp mit überdachtem Klassenzimmer und einer Feuerstelle. Finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Umweltministerium des Saarlandes und dem Schulförderverein.

Die Idee zu diesem Projekt entstand schon vor 15 Jahren, so Frank Prianon, Leiter der Ganztags-Gemeinschaftsschule: „In Klarenthal hatte ich erstmals Hühnerhaltung im Schulgarten als praktische Erfahrungen für Schüler erleben können. So konnte ich feststellen, wie wesentlich die Naturerfahrung für Schüler beim Lernen ist“. 2009 entstand ein „Grünes Klassenzimmer“, später kam ein Schulgarten hinzu. Neben dem Erleben von Natur spielen in der Pilotschule für Inklusion auch soziale Aspekte eine große Rolle.

Das sieht auch Umweltminister Reinhold Jost so. Sein Ministerium stellte die für das Projekt nötige Anschubfinanzierung zur Verfügung, hält die Mittel für die Besetzung einer freiwilligen ökologischen Stelle bereit und versorgt die Schule mit Obst. Auch bei der für eine Ganztagsschule notwendigen Ferienversorgung wird die Schule durch das Ministerium unterstützt. So ließ es sich der Minister auch nicht nehmen, das Wald-Camp persönlich einzuweihen, gemeinsam mit Landrat Sören Meng, Bürgermeister Patrick Weydmann und Ortsvorsteher Michael Marx. Jost versprach, das Projekt weiterhin zu begleiten und zu fördern. Als Geschenke brachte Jost gleich drei nützliche Dinge mit, die zum künftigen Erfolg des Projekts beitragen: „Damit auch im der kalten Jahreszeit der Unterricht im Wald durchgeführt werden kann, stellt das Ministerium einen beheizten Bauwagen zur Verfügung und zwei Kanonenöfen für den Unterstand, der im Lauf der Zeit zum geschlossenen Klassenzimmer ausgebaut wird“. Landrat Meng wollte   natürlich nicht nachstehen und sagte eine Sitzbank zu, „auf der man sich nach getaner Arbeit ausruhen kann“. Eine besondere Überraschung hatte Sarah Becker von der Stiftung Pro Natura parat: Sie überreichte Schulleiter Prianon einen Scheck über 5000 Euro für die Errichtung sanitärer Anlagen im Wildnis-Camp.  Schließlich berichteten die Schülerinnen Lisa-Marie Werner und Leonie Arndt, wie so ein Schultag im Wildnis-Camp aussieht.

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