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Kleiner Kuppelsaal
„Magische Orte“ im Kleinen Kuppelsaal

Wemmetsweiler. Fotograf Hartmut Krinitz stellt Bilder aus ungezählten Reisen aus. Von Andreas Engel

Hartmut Krinitz ist in Merchweiler respektive in Wemmetsweiler Fotokreisen lange kein Unbekannter mehr. Schon einige Male beeindruckte der Fotograf aus dem Schwarzwald mit aufwendigen Multivisionsschauen seine Fans im Saarland. Nun besucht Krinitz mit seinen Fotografien wieder die Merchweiler Fotogemeinde mit seiner Ausstellung „Magische Orte“ im historischen Wemmetsweiler Rathaus, im Kleinen Kuppelsaal. Seine ungezählten Reisen zu den „Magischen Orten“ nahmen vor vielen Jahren im hohen Norden des Kontinents ihren Lauf, berichtete er bei der Vernissage am Samstag.


Fasziniert von der Kraft der Bilder, die sich ihm boten, ihrer Zeitlosigkeit, der Ruhe und dem Frieden, den diese Ort ausstrahlten, habe er zu ahnen begonnen, dass er am Anfang eines großen, fotografischen Projektes stehe, der sein Leben dominieren würde. Zehn Jahre bereiste er kreuz und quer durch Europa, vom griechischen Berg Athos über die Bretagne zu Wind sturmgepeitschten Inseln im Nordatlantik und vom Polarmeer über Deutschland weiter nach Galizien, nach Fisterra. Er traf, und fotografierte, Druiden, Pilger, Archäologen, Privatgelehrte, Barden und Exzentriker, die, wie Kranitz selbst, fasziniert waren von der Kraft dieser Orte. Er besuchte die Sonnwendfeiern in Avebury, Glastonbury und Stonehenge ebenso wie die bezaubernden, fern abseits des aufgeregten Zivilisationsstroms auf Felsen gebauten Klöster in Griechenland, in Italien. Wie Aldlerhorste ruhen die Bauwerke und bewachen die Täler. Und Krinitz, ausgestattet mit der notwendigen Geduld, wartete oft stundenlang aufs richtige Licht.

So schön, aufregend und ertragreich seine Reisen auch gewesen sein mögen, sie waren auch beschwerlich, berichtet der Fotograf und Buchautor. Zahllose Genehmigungen, Hunderte von Kilometern zu Fuß, Touren mit Booten und Schiffen, 100 000 Kilometer mit dem VW-Bus, die Besteigung des heiligen Berges der Katalanen mit einem Esel und anstrengende Nächte in zugigen Zelten hat hinter sich gebracht.



Auf diese Weise hat sich Krinitz das Zitat von Albert Einstein zu eigen gemacht, dem der Satz zugeschrieben wird: „Das Schönste und Tiefste, das der Mensch erleben kann, ist das Gefühl des Geheimnisvollen.“ Krinitz hat die Geheimnisse gefunden und farbenprächtig fotografiert. 40 Fotografien sind nun in der Ausstellung zu sehen. Das Begleitbuch enthält zahlreiche Fotos mehr und jede Menge Informationen.

Bürgermeister Patrick Weydmann erweiterte in seiner Begrüßung den Horizont, die Wahrnehmung und ging sogar ein Stückchen weiter als Krinitz, obwohl er sich gar nicht aus dem Kreis Neukirchen entfernte, nach dem Motto: Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“. Weydmann machte darauf aufmerksam, dass es nicht zwingend einer großen Reise bedürfe, um geheimnisumwitterte Orte zu entdecken. Magische Orte geben es auch bei uns, zum Beispiel der Absinkweiher. Wer einmal dieses künstliche Gewässer umwandert hat, der weiß, was Weydmann meinte.

Umrahmt wurde die Eröffnung der Ausstellung von den beiden Musikerinnen Anke Eiswirth (Akkordeon) und Atsuko Futakuchi (Querflöte).

Die Ausstellung ist noch bis 28. Januar zu sehen.