Kostenpflichtiger Inhalt: Schwimmbäder im Kreis Neunkirchen : Hier können Kinder Schwimmen lernen

Gute Nachricht für Merchweiler: Einziges verbliebenes Lehrschwimmbecken im Kreis Neunkirchen erhält Zuschuss vom Bauministerium.

Die Gemeinde Merchweiler will ihr Lehrschwimmbecken in der Allenfeldschule, das einzige verbliebene im Landkreis Neunkirchen, nicht missen. „Da haben wir ein Alleinstellungsmerkmal“, sagte Bürgermeister Patrick Weydmann am Montag im SZ-Gespräch. Das Lehrschwimmbecken der Merchweiler Allenfeldschule existiert seit dem Bau der Schule im Jahre 1960. Tausende Kinder lernten hier das Schwimmen. Dabei kommen die Vorteile des geschützten Raums gegenüber einem öffentlichen Schwimmbad nicht nur Kindern und Jugendlichen während des Unterrichts, sondern auch älteren Menschen zugute. Senioren nutzen das Becken für ihre Wassergymnastik. Und ein Schwimmkurs für Kinder, den die Gemeinde in Eigenregie anbietet, sei innerhalb von 48 Stunden ausgebucht gewesen, berichtet Weydmann. Es bestehe ein absoluter Bedarf für das Lehrschwimmbecken, das auch von Schulen benachbarter Gemeinden wie Schiffweiler für den Schwimmsport oder Vereinen wie der Behindertensportgruppe und den Leichtathletikfreunden genutzt werde. Das Becken ist 12,25 Meter auf 7,92 Meter groß, die maximale Wassertiefe beträgt 1,25 Meter. Die letzte Sanierung fand in den Jahren 2004 bis 2005 statt, berichtet der Verwaltungschef. Damals wurden 910 000 Euro bei einem Zuschussvolumen von 315 000 Euro in den Bäderbereich investiert.

Das saarländische Bauministerium hat indes angekündigt, die acht verbliebenen Lehrschwimmbecken im Saarland mit rund zwei Millionen Euro für Sanierungsmaßnahmen zu bezuschussen. Der aktuelle ermittelte Sanierungsbedarf für Merchweiler beträgt 633 000 Euro. Er gliedert sich in die Posten Fassade und Fenster mit 440 000 Euro, Lüftung 118 000 Euro und Elektro/Beleuchtung 75 000 Euro. Von den Gesamtsanierungskosten in Höhe von 633 000 Euro muss die Gemeinde voraussichtlich 210 000 Euro tragen. Des Weiteren fließen nach Angaben des Bürgermeisters voraussichtlich Zuschussmittel von Dritten in Höhe von 423 000 Euro.

Im Landkreis Neunkirchen gibt es drei Hallenbäder, die auch für den Schwimmunterricht der Schulen genutzt werden: In Neunkirchen das Kombibad Die Lakai, das Illinger Hallenbad und in Eppelborn das Hellbergbad. In den Sommermonaten tummeln sich auch Schulklassen in den großen Freibädern. Diese werden in Ottweiler, Landsweiler-Reden, Neunkirchen und Wiebelskirchen sowie in Uchtelfangen vorgehalten. Die Landesregierung hat einen Vergleich der Anzahl der Bäder von 2003 bis 2015 erstellt. Hier wurden acht Hallenbäder, fünf Freibäder und 17 Lehrschwimmbecken im Saarland geschlossen, unter anderem auch das Lehrschwimmbecken in Wellesweiler. Hier hat der Ortsrat kürzlich eine Wiedereröffnung ins Spiel gebracht.

Unsere Zeitung fragte beim Bildungsministerium nach, an welchen Grundschulen im Landkreis Neunkirchen Schwimmunterricht angeboten wird und an welchen dies dauerhaft oder zeitweise nicht möglich ist. Laut einer früheren Antwort des Landtages auf eine Anfrage der Linken im Januar 2019 konnte nämlich an den Ottweiler Grundschulen Lehbesch und Neumünster „vorübergehend“ kein Schwimmunterricht stattfinden. Wie das Ministerium mitteilt, wird laut Umfrage (Januar 2019) an allen staatlichen Grundschulen im Landkreis Neunkirchen Schwimmunterricht entsprechend des Lehrplans angeboten. Die Organisation des Schwimmunterrichts werde dennoch zeitweise durch die Kapazitäten der Schwimmbäder erschwert.

Im Übrigen werde im Lehrplan Sport für Grundschulen im Sinne der inhaltlichen und zeitlichen Unterrichtsgestaltung auf eine Vorgabe nach Schuljahren verzichtet, da sie entscheidend von den räumlichen Voraussetzungen der Schulen und dem Lernstand der Schüler-Gruppe abhängig sei. Im Lehrplan heißt es, Schwimmunterricht soll „in einer der vier Klassenstufen über den Zeitraum von mindestens einem halben Jahr“ angeboten werden.

Im Lehrplan von Gemeinschaftsschulen und Gymnasien sei Schwimmunterricht beziehungsweise das Bewegungsfeld „Bewegen im Wasser“ verbindlich für die Klassenstufe 6 und fakultativ für die Klassenstufe 9. Damit sei in der Unterstufe der Schwimmunterricht fest verankert, erklärt das Ministerium auf Anfrage.Die Sport-Lehrpläne aller allgemeinbildenden Schulformen beinhalten in verschiedenen Jahrgangsstufen das Schwimmen als verbindlichen beziehungsweise fakultativen Unterricht.