Im Merchweiler Ortsteil Wemmetsweiler gibt es jetzt den Lehrpfad „Natur auf der Spur“.

Erlebnisse an der Ill : Naturerlebnis trifft auf Naturerkenntnis

Im Merchweiler Ortsteil Wemmetsweiler gibt es jetzt den Lehrpfad „Natur auf der Spur“. Ein Projekt von Kindern für Kinder, das auch den Erwachsenen Spaß macht.

„In welches Meer mündet die Ill?“, erster überraschter Ratlosigkeit in der Gruppe folgt der beherzte Griff an die Klappe, auf der die Frage aufgedruckt ist. Darunter die Antwort: Die Ill mündet in die Theel, die dann in die Prims, die in die Saar, dann geht’s weiter für das Illwasser über Mosel und Rhein in die Nordsee. „Das bisschen Wasser soll tatsächlich im großen Meer ankommen?“, wundert sich jemand, der sich wohl noch nie Gedanken darüber gemacht hat, was das heimische Flüsschen später so treibt.

Und genau da setzt das Konzept des neuen Lehrpfades „Natur auf der Spur“ an, der am Dienstag in Wemmetsweiler eröffnet wurde. Wer auf dem rund 1,5 Kilometer langen Weg entlang der Ill unterwegs ist, soll nicht nur gucken können, was da alles wächst, im Wasser schwimmt oder in der Aue kreucht, fleucht und fliegt, sondern anhand der Fragen und Antworten auf den zehn Lehrtafeln Naturerkenntnisse sammeln.

Ermöglicht wurde der Lehrpfad dank einer 10 000-Euro-Spende der Illinger Firma Prowin, die 2017 im Rahmen einer Charity-Gala insgesamt 25 Projekte über ihre Pro Nature-Stiftung förderte. In Merchweiler mit Bürgermeister Patrick Weydmann hat man das Projekt mit mehreren Partnern umgesetzt, darunter mit maßgeblicher Beteiligung die Max-von-derGrün-Gemeinschaftsschule und der Ortsverband des Naturschutzbundes (Nabu). Auch der Gemeindebauhof, der Zweckverband Natura Ill-Theel und andere Fachleute in Sachen Naturschutz brachten Arbeitskraft und Erfahrungen mit ein.

Hannah Grün, Lehrerin an der Gemeinschaftsschule, und ihre Kollegin Valentina Trützschler erarbeiten mit Schülern die Fragen und Antworten, die auf den Tafeln am Weg verteilt sind. So wird aus einem Spaziergang durch das Naturschutzgebiet, eine lehrreiche kleine Wanderung, die Spaß macht. Dem kleinen Biber von Station zu Station zu folgen ist eine durchaus kurzweilige Sache. Mit den Schildern hat man sich sehr viel Mühe gegeben, sie hängen in Gestellen aus massivem, witterungsresistentem Robinienholz. Für deren Aufstellung musste eigens eine Genehmigung im Umweltministerium besorgt werden, weil üblicherweise solche Einbauten in einem Naturschutzgebiet nichts zu suchen haben. In diesem Fall machte das Ministerium aber eine Ausnahme. Bürgermeister Weydmann, zum Einweihungstermin passend gestylt mit einer Weißkopfadler-Kravatte hatte für die rührige Max-von-der Grün-Schule („mittlerweile eine Vorzeigeschule in der Region“) mit ihrem Leiter Frank Prianon noch eine Überraschung parat. Als Geschenk gab es ein analog zu den Lehrpfad-Tafeln gestaltetes Exemplar zum Themenfeld „Totholz“.

Klappentest: Die Frage oben – die Antwort drunter. Foto: Gemeinde Merchweiler

Der Einstieg in den neuen Lehrpfad ist einfach zu finden: von der Pastor-Erhard-Bauer-Straße in Wemmetsweiler geht ein Weg zwischen Pfarrhaus und Kirche St. Michael direkt zur Start-Tafel.

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