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Illtalrakreten
Illraketen lassen die Schmetterlinge fliegen

Die Illraketen aus Wemmetsweiler hatten bei ihrer Kappensitzung einiges zu bieten:  So auch den Wetterbericht im Radio – ein Tanz der Juniorengarde.
Die Illraketen aus Wemmetsweiler hatten bei ihrer Kappensitzung einiges zu bieten:  So auch den Wetterbericht im Radio – ein Tanz der Juniorengarde. FOTO: Thomas Seeber
Wemmetsweiler. Im Wemmetsweiler Rathaussaal herrscht auf Kappensitzung ein großes närrisches Vergnügen. Von Gerhard Krämer

Mit einem karnevalistischen Paukenschlag begann die Kappensitzung der Illraketen im vollbesetzten Rathaussaal in Wemmetsweiler. Sitzungspräsident Matthias Jakobi präsentierte das erste Prinzenpaar der Illraketen in der noch jungen Vereinsgeschichte:  Prinzessin Nicole I. und Prinz Martin I. Man sah dem Prinzenpaar die Freude über das „historische Ereignis“, wie der Sitzungspräsident es nannte, an. Die Aktivengarde eröffnete den bunten Reigen mit einem flotten Tanz, gefolgt von einer ganz bezaubernden Vorführung der Schnullergarde. Die Kleinsten zeigten dem gespannten närrischen Volk einen Tanz unter dem Motto „Schmetterling flieg“. In bezaubernden Schmetterlingskostümen posierten sie zu einem tollen Abschlussbild und gewannen die Sympathien der Gäste. In seiner Büttenrede als „Kurgast“ zauberte Klaus Krämer so manchen Narren ein breites Schmunzeln ins Gesicht, als er über das nachdachte, was nach seiner eigenen Vorstellung in der Kur kuriert werden sollte. Wie es aussieht, wenn im Himmel die Hölle los ist, zeigte das Showtanzmariechen. Mal als „Teufelchen“ und mal als „Engelchen“ wirbelte es über die Bühne. Und dann kam die Minigarde mit dem Schornsteinfegertanz. Zwölf kleine Schornsteinfeger begeisterten das närrische Volk in Schornsteinfegeruniformen mit einem schicken Kleeblatt am Zylinder, und Mary Poppins sah bezaubernd aus.


„Lieschen Müller“ war ein Kracher in der Bütt. Sie brachte erstaunliche Ideen über das Thema Männer, über sich selbst, über Frauen mit Rubensfiguren, über Prokuristen und über ihre Freundin Gunni rüber. Der Saal tobte und ihr Lohn, zwei Illraketen, war ihr sicher. Wer sich vom Schneefall außerhalb des Sitzungssaales nicht hatte abschrecken lassen, erlebte nun einen tänzerisch dargestellten Wetterbericht der Juniorengarde. Von Regenwetter bis Sonnenschein zeigten die Verwandlungskünstler auf der Bühne eine gewagte Choreographie. Das Publikum forderte eine Zugabe.

Und es wurde noch besser. Jugendmariechen, Juniorenmariechen und Aktivenmariechen der BGO Ottweiler wirbelten über die Bühne. Ältere Narren konnten da schon mal beim Zuschauen Phantomschmerzen in nicht mehr vorhandenen Bandscheiben oder künstlichen Kniegelenken bekommen. Die Tanzmariechen aus Ottweiler zeigten eine tolle Show. Gute Tradition ist es, die Delegationen aus den befreundeten Karnevalsvereinen zu begrüßen. Die Gäste aus Roden, Heusweiler, Ottweiler, Oberlinxweiler und Merchweiler waren so zahlreich erschienen, dass die Bühne kaum ausreichte. Ein buntes Bild mit Prinzenpaaren und vielen anderen Würdenträgern, zu denen sich auch der Ortsvorsteher von Wemmetsweiler, Michael Marx, gesellte, ließ das graue Winterwetter vollständig vergessen.



Beim Schunkellied war dann die „Faasend“ perfekt, doch noch lange nicht zu Ende. „Eltern sind peinlich“ war die klare These der Nachwuchsbüttenrednerinnen Lena Trautmann und Cosima Langer. Mit kessen Sprüchen machten sie ihren Herzen Luft und empfahlen schon mal einen „Platz im Altersheim“ zu buchen, natürlich mit einem leichten Augenzwinkern. Weiter ging die kurzweilige Reise durch den karnevalistischen Abend mit einem Sturmwind aus Roden. Das Tanzmariechen Lea Lambert von Karo blaugold fegte über die Bühne fast wie der Sturm Frederike. Allerdings ohne Kolateralschäden. Einen Höhepunkt in der Bütt (ohne Bütt) präsentierte anschließend „De Laadisch“. Charlie Glaßels Vortrag mit dem „Lied vom Teebeutelchen“ war ein Erlebnis und wurde mit zwei Illraketen belohnt. Die Merchweiler „Mir senn do“ schickten ihr Tanzpaar Joshua & Chantal, die das Publikum mit gewagten Tanzfiguren mitrissen. Schließlich hielt es die Prinzessin Nicole I. nicht mehr in ihrer Loge auf der Bühne und sie griff selber in das Geschehen ein.

Als „Traudel und Trutsche“ gewährte sie mit ihrer Partnerin Anette Trautmann tiefe Einblicke ins Zwischenmenschliche und in Intimitäten aller Art. Wer den ganzen Abend über auf stramme Waden gewartet hatte, kam auch auf seine Kosten. Das Männerballett „Krankenschwestern“ von der Feuerwehr Oberlinxweiler vermittelte einen Eindruck davon, was los ist, wenn´s schwungvoll rund geht. Das närrische Volk dankte es mir zwei Raketen und Prinzessin Nicole I war von den strammen Waden so begeistert, dass sie bei der Zugabe spontan mitmachte. Die zentralen Fragen beim Vortrag von Kerstin Schaack und Ann-Kathrin Wunderlich in ihrem Vortrag „Es Kerschdsche unn es Kadsche mit ihre gewichtische Probleme“ waren, „bin ich zu klein fürs Gewicht oder zu dick für die Größe“. Diese Fragen konnten aber kurzfristig nicht geklärt werden. Vor dem großen Finale brachte die erweiterte Aktivengarde der Illraketen mit dem Showtanz „Special agents“ noch ein echtes Highlight. Acht Girls in goldenen Minikleidern und vier Herren in schwarz/weiß tanzten ein stilvolles und anspruchvolles Arrangement ihrer Trainerin Miriam Michel-Fries. Raketen, Zugabe-Rufe und Blumen – die Bühne war fast zu klein. Und dann das große Finale. Ein kurzweiliges Programm - ein toller Abend.