Hochzeit der Standesämter

Das kooperative Standesamt von vier Kreis-Gemeinden hat seine Arbeit aufgenommen. Die Beamten kennen sich schon länger, die ein oder andere Kinderkrankheit gilt es allerdings noch zu bekämpfen.

Rot ist die Farbe des Tages, als das kooperative Standesamt der Gemeinden Merchweiler, Illingen, Schiffweiler und Eppelborn im Rathaus Wemmetsweiler seine Arbeit aufnimmt: Wann immer sich ein Bürger (persönlich oder per Telefon) an einen der Standesbeamten wendet, springt das Licht an dessen Bürotür auf Rot - und das ist an diesem Montag am laufenden Band der Fall. Nicht nur die üblichen Standesamtsgeschäfte wollen erledigt werden, auch holen viele Leute Infos über die Neuerungen ein. So fragte eine Bestatterin aus Eppelborn nach dem Anfahrtsweg und bemerkte, der sei für sie jetzt deutlich länger als früher. Manfred Heckmann aus Hüttigweiler hingegen freute sich über einen kürzeren Weg als zum bisherigen Standesamt in Illingen. "Ich finde die Zusammenlegung gut, so ist alles an einer Stelle." Auch gehe es trotz des ersten Arbeitstages schnell voran.

Die Chemie stimmt

In der Tat hatten die Standesbeamten Michaela Dörr (Merchweiler), Sascha Pfortner (Illingen) und Kurt Baltes (Schiffweiler) die Zusammenarbeit offenbar bereits im Griff.

Eine Umstellung bedeutet sie jedoch vor allem für Baltes, der ganze 40 Jahre lang sein Büro in Schiffweiler hatte. "Welturaufführung" nannte er deshalb die Arbeit am Montag. Doch sein neues Büro gefalle ihm und: "Die Chemie zwischen uns stimmt!"

Die drei Beamten kennen sich schon länger, von Schulungen, aber auch von Berührungspunkten in der täglichen Arbeit - zwischen den Gemeinden mussten des Öfteren Infos und Dokumente ausgetauscht werden. Es gäbe nun natürlich noch ein paar "Kinderkrankheiten " auszumerzen, erklärte Pfortner, vor allem bezüglich der elektronischen Datenverarbeitung. "Jeder Standesbeamte hat seinen eigenen Arbeitsstil. Wir müssen das jetzt vereinheitlichen." Auf jeden Fall habe die Zusammenlegung den Vorteil, dass man nicht mehr alleine agiere, so Dörr. "Man kann sich bei Bedarf mit den anderen absprechen. Und wenn einer Urlaub hat oder mal krank ist, sind immer noch die anderen beiden da."

Das interkommunale Standesamt ist zuständig für 60 000 Personen. Deren Daten sind teilweise digitalisiert, trotzdem gibt es auch Unterlagen auf Papier. Deshalb hat man bereits seit einigen Wochen nach und nach Aktenordner in das gemeinsame Büro gebracht. Dörr war gleich mit umgezogen und hatte sich so bereits einige Zeit vor ihren Kollegen eingewöhnen können.

Am Montag schaute auch der Hausherr, der Merchweiler Bürgermeister Patrick Weydmann vorbei: "Wir sind sehr froh, dass das gemeinsame Standesamt bei uns untergebracht wurde", sagte er. "Die neuen Mitarbeiter nehmen wir freudig auf."