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Durchgängigkeit Ill
Hilfe für die „Lebensadern unserer Landschaft“

Wemmetsweiler. Der Zweckverband Natura Ill-Theel setzt sich dafür ein, Fließgewässer in einen ökologisch guten Zustand zu bringen. Von Andreas Engel

„Fließgewässer sind Lebensadern unserer Landschaft“, sagte Ulrich Heintz, Geschäftsführer des Zweckverbandes Natura Ill-Theel bei der Vorstellung des Modellvorhabens, im Rahmen dessen Hindernisse in der Ill in Wemmetsweiler beseitigt worden sind, damit das Gewässer wieder hindernisärmer fließen kann. Bäche und Flüsse erfüllen laut Heintz vergleichbare Funktionen wie Blutbahnen beim Mensch. Aber sie erfüllen diese Aufgaben nur dann, wenn sie auch „durchgängig“ seien, also ungehindert fließen können.



Für Gewässerorganismen unüberwindbare Hindernisse wie zum Beispiel Abstürze in der Bachsohle sorgten dafür, erläuterte Heintz, dass der erforderliche Austausch von Arten innerhalb des Organismus „Bach“ nicht mehr funktioniert. Natürlich kümmert sich auch die EU um den Zustand der Gewässer. Bis zum Jahr 2027 ist gesetzlich gefordert, die Fließgewässer in einen „guten ökologischen Zustand“ zu bringen. Durch eine Reihe von Baumaßnahmen, die trotz erhöhtem Wasserspiegel problemlos vonstatten gingen, wurde in der Ill in Höhe der Brücke in der Ortsmitte von Wemmetsweiler die notwendige Durchlässigkeit erzielt.

Bürgermeister Patrick Weydmann und die stellvertretende Ortsvorsteherin Edith Küderle betonten einhellig, dass ohne ein Einverständnis der Anlieger die Maßnahme nicht hätte realisiert werden können. Das saarländische Umweltministerium genehmigte das Projekt, so dass es nachträglich in den Maßnahmenkatalog des Modellprojektes Ill-Theel aufgenommen werden konnte. Die Baukosten betrugen 34 000 Euro, die zum großen Teil vom Ministerium übernommen werden.

Die Wasserrahmenrichtlinie des EU-Parlaments und des Rats der Europäischen Union verpflichtet seit 2000 alle Mitgliedsstaaten alle Gewässer bis 2015 in einen guten ökologischen und chemischen Zustand zu versetzen. Da dies nicht geklappt hat, wurde die Frist bis 2027 verlängert.