Grubenwasser steigt in Reden gering an

Grubenwasser steigt in Reden gering an

Viele Bewohner Merchweilers sind verunsichert wegen des ansteigenden Grubenwassers in den früheren Schächten. Vor diesem Hintergrund hatte die Vereinigung der Berggeschädigten Haus- und Grundstückseigentümer zu einem Infoabend eingeladen.

. Insgesamt 18 Millionen Kubikmeter Wasser, so Obermarkscheider Axel Schäfer, pumpe die RAG jährlich aus den Grubenschächten Reden , Camp hausen, Luisenthal, Püttlingen und Ensdorf. Dass sich das bald ändern soll, bereitet vielen Sorge. Deshalb hatte die Vereinigung der Berggeschädigten Haus- und Grundstückseigentümer Merchweiler zu einem Infoabend ins Katholische Vereinshaus geladen. "Wir wollen einfach mal informiert werden, was auf uns zukommt", sagte der Vereinsvorsitzende Ernst Georg Plesch, der moderierte. Eingefunden hatten sich gut 40 Zuhörer. Von der RAG war außer Schäfer noch Diplom-Ingenieur Jörg Hoffmann zu Gast.

Seit 2012 ist der Bergbau im Saarland eingestellt, gepumpt wird trotzdem weiter. Mit fünf Pumpen , einer an jedem der genannten Standorte. Und das ist teuer. Ein zwischen Politik und RAG geschlossener Erblastenvertrag verpflichtet daher letztere, die Wasserhaltung zu optimieren. Schäfer erklärte, die RAG wolle hierzu die fünf Pumpen schrittweise auf eine reduzieren. Zunächst sollten die Standorte Ensheim und Reden , wozu auch Göttelborn gehört, auf eine gemeinsame Pumpe umgestellt werden. Möglich sei dies durch eine Untertage-Verbindung. Damit das Wasser die Verbindung erreicht, muss es jedoch ansteigen bis auf 320 Meter unter Normal Null.

Kritiker befürchten vor allem, dass durch Wasseranstiege unter Tage gelagertes Hydrauliköl mit giftigen Polychlorierten Biphenylen (PCB) in großen Mengen in Grund- und Trinkwasser gelangen und dass Bodenbewegungen Schäden verursachen könnten. Die Frage nach der Umweltverträglichkeit beantwortet Schäfer allgemein damit, dass man Gutachten von Dritten durchführen lasse, ebenso wie zu Erderschütterungen und weiteren Punkten. "Die Summe der Gutachten bildet dann die Grundlage für eine Umweltverträglichkeitsstudie."
Weniger Anstieg als im Warndt

Speziell zur Hebung des Bodens durch die Auftriebwirkung des Wassers führte Schäfer das Beispiel Warndt an. Hier besteht eine Untertage-Verbindung nach Frankreich, durch welche der Warndt bereits geflutet ist. Das Wasser sei um etwa 900 Meter gestiegen, der Boden habe sich dabei um 30 Zentimeter gehoben. "Allerdings großflächig! Es wurden bisher keine Bergbauschäden gemeldet." In Reden , inklusive Göttelborn, werde das Wasser nur um etwa ein Drittel davon ansteigen, so Schäfer. Man könne deshalb wegen unterschiedlicher Bodenverhältnisse zwar nicht automatisch ein Drittel der Warndter Bodenhebung erwarten, aber immerhin eine geringere. Bis zur Umsetzung rechne man mit etwa drei Jahren Planungsverfahren, so Schäfer. Ende April würden Träger öffentlicher Belange gehört. Nach Anfertigung der Gutachten zum Schutz von Mensch und Umwelt gebe es dann eine erneute Anhörung der Öffentlichkeit.