Gemeinderat Merchweiler kann investieren

Gemeinderat Merchweiler : So viel Geld in der Kasse wie nie zuvor

Der Gemeinderat Merchweiler kann investieren. Und das auch noch im kommenden Jahr.

Das Beste kommt meistens zum Schluss. So war es auch am Donnerstagabend in der Sitzung des Gemeinderates Merchweiler, als es im zweistelligen Tagesordnungsbereich um den Sanierungs- und Nachtragshaushalt sowie um das Investitionsprogramm der Gemeinde ging. „Wir sind von einem Sorgenkind in die nächste Klasse aufgestiegen“, verkündete Bürgermeister Patrick Weydmann (SPD), als er die äußerst erfreuliche Haushaltsentwicklung vorstellte. Demnach braucht die Gemeinde Merchweiler 2019 erstmals seit zehn Jahren keine Kassenkredite aufzunehmen, der Jahresfehlbetrag reduziert sich um rund 1,2 Millionen Euro gegenüber dem bisherigen Ansatz auf 714 000 Euro und die Erträge steigen von knapp 16 auf über 17 Millionen Euro.

Weitere wichtige Mitteilung des Verwaltungschefs: Die Gemeinde wird bis 2022 die Defizitobergrenze einhalten, so dass keine Probleme mit der Genehmigung des Haushalts zu erwarten sind. „Ich habe selten so viele lachende Gesichter bei der Kommunalaufsicht gesehen“, gab Weydmann den Eindruck bei der Kontrollbehörde wieder. Die Etatentwicklung führt auch dazu, dass die Gemeinde weitaus mehr Spielraum für Investitionen hat. Wichtigste Maßnahmen im Nachtragshaushalt sind demnach die Schaffung der Barrierefreiheit in den beiden Rathäusern in Merchweiler und Wemmetsweiler, für die 425 000 Euro aufgebracht werden. 160 000 Euro investiert die Gemeinde in ein neues Einsatzleitfahrzeug für die Feuerwehr und einen Mannschaftstransporter für die Jugendfeuerwehr. Für zwei Elektrofahrzeuge für den Bauhof wurden 87 000 Euro bezahlt, für den Neubau der Allenfeldschule sind 5,5 Millionen veranschlagt, der Baubeginn der Eisenbahnbrücke schlägt mit 2,1 Millionen zu Buche, die Dachsanierung der Sporthalle Wemetsweiler verschlingt 300 000 Euro, der Einbau einer Zu- und Abluftanlage in der Allenfeldhalle in Merchweiler schlägt mit 127 000 Euro zu Buche und nicht zuletzt sind 500 000 Euro für die Arbeiten an den beiden Kindertagesstätten in Wemmetsweiler und Merchweiler vorgesehen.

Insgesamt kommen im Doppelhaushalt 2019/2020 7,2 Millionen für Investitionen zusammen. Und Patrick Weydmann hatte noch eine Zugabe, denn schon jetzt sind für 2021 nochmals über eine Million Euro für Investitionen verfügbar, „und das ist das größte Investitionsvolumen, das jemals in Merchweiler in einem Doppelhaushalt umgesetzt wurde“, stellte der Bürgermeister heraus.

Bei dieser Entwicklung war es nicht verwunderlich, dass sowohl der Sanierungssanierungsplan (mit einer Enthaltung), die Nachtragshaushaltssatzung und das Investitionsprogramm bis 2022 vom Gemeinderat einstimmig angenommen wurden. Sowohl CDU-Sprecher Reinhold Schuh wie auch sein SPD-Kollege Marlo Christiaens und Hans-Henning Krämer (Bündnis 90/Die Grünen) lobten die positive Entwicklung der Gemeindefinanzen, dankten sowohl dem Land für die Unterstützung wie auch den zuständigen Mitarbeitern der Verwaltung. „Lassen Sie uns uns über die positive Entwicklung freuen und nach vorne schauen“, appellierte Bürgermeister Weydmann an die Ratsmitglieder.

Zuvor hatte der Gemeinderat den aktuellen Bebauungsplan für den Wasgau-Verbrauchermarkt verabschiedet, die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens für die Wohnbebauung Poststraße 10 und Auf‘m Hollerstock III beschlossen sowie den Bürgermeister und die Beigeordneten im Hinblick auf die Jahresrechnungen 2015 und 2016 entlastet.

Zu Beginn der Sitzung im großen Kuppelsaal des Rathauses Wemmetsweiler hatte der kommunale Kulturbeauftragte Markus Kipp über die vielfältigen kulturellen Aktivitäten der Gemeinde Merchweiler im vergangenen und im laufenden Jahr berichtet.

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