Gemeinderat Merchweiler diskutiert Parksituation an der Allenfeldhalle

Gemeinderat Merchweiler : Gemeinderat diskutiert über Parksituation an der Allenfeldhalle

Die Grünen fordern ein Gesamt-Konzept, das auch die Förderung umweltfreundlicherer Mobilität einbezieht.

Sie waren einst Vorreiter, die Gemeinden Schiffweiler und Merchweiler, als sie 1991, lange vor der „Interkommunalen Zusammenarbeits“-Welle, eine gemeinsame Kompostieranlage einrichteten. In Reaktion auf die Änderungen des Saarländischen Abfallwirtschaftsgesetzes und des EVS-Gesetzes wurde die Anlage in Stennweiler umgebaut und dient seit März 2018 nur noch der Grüngutannahme. In der Sitzung des Gemeinderates am Halloween-Abend stimmten die Anwesenden nun einer Neufassung dieser öffentlich-rechtlichen Vereinbarung der beiden Gemeinden zu. Der zufolge übernimmt Schiffweiler den Betrieb allein, was mit der Jahresabrechnung anhand des Einwohnerschlüssels verrechnet wird. Zwei Personen sind für die Annahme erforderlich. Weshalb der Bauhof der Gemeinde Schiffweiler bis zur Wiedereröffnung nach der Winterpause im Februar nachpersonalisieren muss.

Ebenfalls „durchgewunken“ wurden Top 3 und 4 zur Erlassung einer Ergänzungssatzung Goethestraße. Baurechtlich ist diese erforderlich, um ein Einfamilienhaus am Ende der Goethestraße errichten zu können. Dafür muss die rund 400 Quadratmeter große Fläche dem Innenbereich zugeordnet werden. In den Beirat der Kreisvolkshochschule wurde der bisherige Amtsinhaber Bern Poitiers erneut entsandt.

Lebhafter wurde das Geschehen ab Top 6. Wünscht sich doch die CDU-Fraktion künftig eine frühzeitigere Einbindung und Information in Bezug auf geplante Bauvorhaben. Als zwingend notwendig erachtet das die SPD-Fraktion zwar nicht, stimmte aber einer Überprüfung im Bau- und Umweltausschuss zu. Diesen Weg gehen auch alle weiteren Anträge dieser Sitzung. Etwa die Anregung, den aktuellen Flächennutzungsplan zu überprüfen, wovon sich CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Marx die Entdeckung des einen oder anderen „Kleinods, das schützenwert ist“, erhofft. Woraufhin Albin Hanstein, Fraktionsvorsitzender der SPD, den Christdemokraten Trittbrettfahren unterstellte. Klimathemen seien ja derzeit en vogue, da könne man sich schon mal das grüne Mäntelchen umhängen.

Womit die Arbeitstemperatur für das folgende Thema schon mal erreicht war: die unbefriedigende Parksituation an der Allenfeldhalle. Wie Inge Stragand, Bündnis 90/Die Grünen, ausführte, seien 20 000 Euro für den Bau 20 neuer Parkplätze durch die Gemeinde „nicht zu finanzieren“. Gefordert hatte dies die SPD in der Ortsratssitzung im September, nachdem der Gastronom der Halle mit einem „Hilferuf“ an sie heran getretenen war. Für sinnhafter halten die Grünen die Erstellung eines Gesamt-Konzeptes, das auch die Förderung umweltfreundlicherer Mobilität (laufen, radfahren, ÖPNV) mit einbezieht. Um das Parkproblem jedoch zeitnah zu entschärfen, schlägt die grüne Fraktion die Umwandlung des Sportplatzes in Parkfläche vor. Dass dies sicher mit anderen Interessen kollidiere, etwa denen der Freizeitsportler, gab Bürgermeister Patrick Weydmann zu bedenken.

Ein Gesamtkonzept hatte in nämlicher Ortsratssitzung auch schon die CDU angeregt, erinnerte Hans-Gerhard Jene, lobte aber später ausdrücklich die Aktivität der Grünen, die jetzt schon mehr Anträge eingebracht haben „als andere in zehn Jahren“. Antrag zwei und drei galten im Übrigen der „vorherigen Prüfung von Baumfällmaßnahmen“ und der „Einrichtung von zwei Schnellladesäulen“ für Elektrofahrzeuge in Wemmetsweiler.

Der Bürgermeister informierte über die Fortschritte beim Bahn-Brückenneubau Waldstraße. Am 28. Oktober hatte ein Subunternehmen der Firma TKP Krächan den Brückenüberbau hydraulisch abgelassen und auf die Lager gesetzt. Was in der Hälfte der mit drei Tagen veranschlagten Zeit realisiert werden konnte. Zwischenzeitlich wurde bereits mit den Arbeiten für die neuen Stützwände der Auffahrtsrampen begonnen. Laut Weydmann liege man generell gut im Zeitplan, der eine Fertigstellung für Juni 2020 anvisiert.

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