Gefällte Kastanien sorgen für Debatten im Merchweiler Ortsrat

Gefällte Kastanien sorgen für Debatten im Merchweiler Ortsrat

Die Kastanienallee am Merchweiler Bahnhof gehört der Vergangenheit an. Doch einige Bäume seien gesund gewesen, sagt die CDU. Bürgermeister Patrick Weydmann hält dagegen: Pilze hätten die Bäume geschwächt.

Wenn es um das Fällen alter Bäume geht, kochen die Emotionen oft hoch und es wird darüber gestritten, ob des wirklich nötig war, die Bäume zu entfernen. Derzeit wird in Merchweiler über das Schicksal der Kastanienallee am Bahnhof diskutiert.

Das Thema wurde auch mehrfach im Ortsrat mit Ortsvorsteher Hans Werner Becker (SPD ) besprochen, worüber die SZ berichtet hat. Bereits im November 2015 war mit Stimmen von SPD und CDU beschlossen worden, morsche Bäume fällen zu lassen und durch Neupflanzungen zu ersetzen.

Nachdem die Bäume weg waren, stellte der CDU-Sprecher Hans-Gerhard Jene im Ortsrat fest, dass man an den gefällten Stämmen hätte sehen können, dass einige in Ordnung gewesen seien. Was der Ortsvorsteher mit der Feststellung konterte, die CDU habe schließlich der Fällung zugestimmt (die SZ berichtete ebenfalls). Was nun wieder Hans-Gerhard Jene auf den Plan rief. In einer Stellungnahme ließ er wissen: "Die CDU-Fraktion hat weder der Fällung von gesunden Bäumen, noch der Totalzerstörung der Kastanienallee zugestimmt. Vielmehr ist uns vorgegaukelt worden, dass ein Gutachten vorliege, aus dem hervorgeht, dass fast alle Bäume krank oder geschädigt wären. Die CDU hat in der letzten OR-Sitzung den Bürgermeister und den Ortsvorsteher aufgefordert, das besagte Gutachten dem Gremium zur Verfügung zu stellen. Außerdem wurde die Verwaltung gebeten, über den Verkauf beziehungsweise die Verrechnung des eingeschlagenen Holzes Belege vorzulegen. Beides ist bis heute nicht erfolgt".

Bürgermeister Patrick Weydmann kann die Aufregung um die Kastanien nicht nachvollziehen. Auf Anfrage der SZ betonte er, dass das von Jene monierte Gutachten als Teil eines umfänglichen Aktenstückes (mit Angaben zur Verwertung des Holzes) zu der Kastanienallee ohne jedes Problem für die CDU einsehbar sei. Das Gutachten belege, dass die Bäume durch Pilze geschwächt gewesen seien. Schon 1991 habe es eine erste Begutachtung der Kastanien durch Sachverständige gegeben, bei der damals schon Bedenken geäußert worden seien. Die Verwaltung habe versucht, die Allee möglichst lange zu erhalten. Nun sei die Fällung unumgänglich gewesen.

Wobei es auch eine Rolle gespielt habe, dass der dichte Baumbewuchs den Bereich am Bahnhof uneinsehbar gemacht habe, was einen weiteren Gefahrenpunkt dargestellt habe, so der Bürgermeister.

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