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Zuschuss von zwei Ministerien
„Da müssen viele Leute zusammenlegen“

 Die 1959 gebaute Allenfeldschule liegt direkt im ehemaligen Kohleabbaugebiet der Ruhrkohle AG und weist, wie hier am Seiteneingang schön zu sehen ist, teilweise erhebliche Schieflage aus.
Die 1959 gebaute Allenfeldschule liegt direkt im ehemaligen Kohleabbaugebiet der Ruhrkohle AG und weist, wie hier am Seiteneingang schön zu sehen ist, teilweise erhebliche Schieflage aus. FOTO: Heike Jungmann
Merchweiler. Für 5,5 Millionen Euro wird im Allenfeld in Merchweiler eine neue Grundschule gebaut. Staatssekretärin bringt Bescheid vorbei. Von Heike Jungmann

„Gebbd das die nei Schul?“ fragt der kleine Andreas den Bauamtschef der Gemeinde, Joachim Dörr. Dieser hängt gerade in der Schulaula mit Hilfe des Hausmeisters die Entwürfe für den Ersatzneubau der Grundschule im Allenfeld auf. Und ja, so wird die neue Schule tatsächlich aussehen. Denn am Montag hat die Verwaltung sich für die Pläne des Büro Arus GmbH Willi Latz mit Sitz in Püttlingen-Köllerbach entschieden. Wie berichtet haben Latz und sein Team Ende Februar den ersten Preis im Architektenwettbewerb gewonnen. „Noch wird nicht gebaut“, muss Bürgermeister Patrick Weydmann die Jungen und Mädchen am Dienstagmittag um etwas Geduld bitten. Aber der heutige Termin sei ein Anfang.


So ein Grundschulneubau kostet nämlich sehr viel Geld. Ein lautes „oooooh“ erntet der Bürgermeister für die Summe, die für den Ersatzneubau geplant ist. 5,5 Millionen Euro. „Da müssen ganz viele Leute zusammenlegen“, erklärt Schulleiter Lukas Woll seinen Schützlingen. Diese bleiben heute extra ein bisschen länger in der Schule, um Bildungsstaatssekretärin Christine Streichert-Clivot mit einem hübschen Frühlingslied willkommen zu heißen. Diese bringt einen symbolischen „Zuwendungsbescheid“ über 400 000 Euro vom Kultusministerium mit. Noch mehr Geld, nämlich 1,65 Millionen Euro, will das saarländische Innenministerium zum Neubau beisteuern. Vom Zukunftsenergieprogramm Zep Kommunal kommen 50 000 Euro. Und weil der Trakt I der Allenfeldschule 1959 im ehemaligen Kohleabbaugebiet der Ruhrkohle AG und innerhalb einer so genannten Verwerfungszone liegt, wird von der RAG eine Abfindung über 978 000 Euro erwartet. Der Gebäudetrakt hat in Längsrichtung eine Schieflage von zirka 1,5 Metern. Insgesamt belaufen sich die Fördermittel inklusive der RAG-Mittel Bergschäden auf 3 078 000 Euro. Die Gemeinde Merchweiler muss somit einen Eigenanteil von 2,422 Millionen Euro erbringen.

„Gut angelegtes Geld“, wie die Staatssekretärin findet. Die Schüler und die Lehrer dürfen sich nach ihren Worten auf ein modernes Schulgebäude freuen, in dem ihr Wohlbefinden in den Vordergrund stehe. Das Bildungsministerium fördere den Neubau auch deshalb gerne, weil in die wichtige Nachmittagsbetreuung investiert werde. Die Schüler der ersten Klasse, mit denen sie gesprochen habe, werden in der dritten oder spätestens vierten Klasse in das neue Gebäude einziehen. Der Baubeginn ist für den 1. Juli 2020 geplant, die voraussichtliche Inbetriebnahme ist am 9. August 2021.



Die neue Grundschule wird zweizügig geplant. Nach der Prognose des Bildungsministeriums wird bis 2035/2036 mit 130 Schülern insgesamt gerechnet. Der Ersatzneubau wird am Standort neben der bestehenden Schulturnhalle gebaut. Die alte Schule kann deshalb während der Bauzeit genutzt werden.

Weil der Termin mit der Staatssekretärin um eine Stunde nach hinten auf 13 Uhr verschoben werden musste, gab es für die Merchweiler Grundschüler keine Hausaufgaben. Ein schöner Tag trotz Regenwetter also, der Dienstag für die Grundschule Merchweiler.

 Bildungsstaatssekretärin Christine Streichert-Clivot nahm sich am Dienstagmittag nach der kleinen Feierstunde noch etwas Zeit, um mit den Schülerinnen und Schülern der Grundschule Merchweiler ein bisschen zu plaudern.
Bildungsstaatssekretärin Christine Streichert-Clivot nahm sich am Dienstagmittag nach der kleinen Feierstunde noch etwas Zeit, um mit den Schülerinnen und Schülern der Grundschule Merchweiler ein bisschen zu plaudern. FOTO: Heike Jungmann