Ein schöner Nachmittag : Astronauten im Rosengarten

Kräuterweihe, Live-Konzert und Scheckübergabe beim Fest der Wemmetsweiler Rosenfreunde.

„Beim Anblick dieser Schönheit fällt mir alles wieder ein, sind wie nicht eigentlich am Leben, um zu lieben, um zu sein …“ Direkt geschrieben haben das Sido und Andras Bourani natürlich nicht für das Fest im Rosengarten Wemmetsweiler. Aber ihr Titel „Astronaut“ passte trotzdem prima dorthin - schwungvoll interpretiert von den Nachwuchsmusiker der „Tonwelle“, wobei Chiara Becker und Lukas Parduhn gesanglich glänzten.

Gestartet hatte das Fest im Rosengarten traditionell mit dem Mariä Himmelfahrts-Gottesdienst in der geschmückten Kapelle. Dort duftete es nach den Kräutern, die Floristin Iris Klein liebevoll rings um den Altar dekoriert hatte. Hinzu kamen 100 kleine Sträuße, gebunden von elf Merchweiler und Wemmetsweiler Frauen. „Dafür werden Wildkräuter im Garten und in Wald und Flur gepflückt“, erklärte Herbert Zewen, Vizevorsitzender des Kapellenvereins. Kaufen gilt nicht, es müssen selbst geerntete Pflanzen sein, Thymian und Rosmarin zum Beispiel, dazu Pfefferminze, Wermut, Salbei, Arnika und so weiter. „Und eine Rose oder Lilie gehört in den Strauß.“ Mit der Kräuterweihe erinnert die katholische Kirche an die Grabesöffnung Mariens. Statt des Leichnams fanden die Apostel dort Rosen und Lilien, vor dem Grab wuchsen die Lieblingskräuter der Gottesmutter. Die Sträuße wurden den Besuchern im Anschluss gegen eine kleine Spende mitgegeben.

Allen Unkenrufen zum Trotz, spielte das Wetter mit und die knapp 100 Gäste kamen bei Rostwürsten, Aperol Sprizz und Torte in den Genuss eines entspannten Festes rund um den Pavillon. Für spritzige Unterhaltung sorgte die „Tonwelle“. Unter Leitung von Peter Maurer spielten die jungen Musiker ihre ganz eigenen Interpretationen aktueller Hits wie „Leichtes Gepäck“ (Silbermond) oder „Havana“ (Camila Cabello) und Klassikern al a „Eye of the tiger“ (Survivor). Für die Hoffnungsträger des Musikvereins 1897 Merchweiler lohnte sich der Auftritt ganz besonders: Überreichte Sparkassen-Geschäftsstellenleiter Mirko Bentz ihnen doch 400 Euro für die Jugendarbeit. „Mit unserer Spendenaktion „Meine Helden“ unterstützen wir anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Sparkasse Neunkirchen gern solche regionalen Projekte“, erläuterte Bentz.

Auch für die Veranstalter war der Nachmittag ein voller Erfolg. Dass es die Veranstaltung überhaupt noch gibt, ist dem „Kapellenverein Wemmetsweiler“ und dem „Verein für Freizeitkunst“ zu verdanken. Denn auch die Rosenfreunde Wemmetsweiler haben mit den Folgen des demographischen Wandels zu kämpfen, betonte Vorsitzender Frank Moser: „Alleine wäre das Fest von uns personell nicht mehr zu stemmen.“

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