| 20:16 Uhr

Theater
Feinsinniger Humor und kleine Schmunzler

Ganz großes Theater im Kuppelsaal, hier mit Martin König, Lisa Jochum, Achim Fuchs, Emil Mura und Martina Thewes-Zimmer.
Ganz großes Theater im Kuppelsaal, hier mit Martin König, Lisa Jochum, Achim Fuchs, Emil Mura und Martina Thewes-Zimmer. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Wemmetsweiler. Der Theaterverein Wemmetsweiler feierte am Sonntagabend eine gelungene Premiere von „Ein Schluck zu viel“. Von Carolin Merkel

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Allen Theaterfreunden, die die Premiere von „Ein Schluck zu viel“ am vergangenen Sonntagabend verpasst haben, sei gesagt: Das Ensemble des Theatervereins Wemmetsweiler wird auch am kommenden Wochenende auf der Bühne stehen und die Komödie aus der Feder von Pierre Chesnot aufführen. Allein schon um das Bühnenbild, das bei den Wemmetsweiler Akteuren mit sehr viel Liebe zum Detail daherkam, wäre es viel zu schade, um bereits nach einer Vorstellung eingemottet zu werden. Aber auch die vielen Stunden des Textlernens – und das Stück ist gerade in den Hauptrollen überaus textintensiv und gestenreich – sind es mehr als wert, noch viele weitere Theaterbesucher zum Lachen zu bringen. Dabei ist es, auch das schätzen die Zuschauer im Kuppelsaal, nicht der derbe, sondern vielmehr der feinsinnige Humor, die kleinen Schmunzler zwischendurch, die die Aufführungen sehenswert machen.


Richtig gut ins Zeug gelegt hatten sich am Sonntagabend Achim Fuchs und Lisa Jochum. Ihnen beiden gehörten die ersten Szenen ganz allein. Während Fuchs alias Michel zunächst einmal weder wusste, wo, noch wer er war, hatte Jochum, die die gehörnte Ehefrau Laura gab, ein durchtriebenes Spiel mit dem an Amnesie leidenden Michel vor. Gerade aus dem Bett entstiegen, spielten sich die beiden schnell in die Herzen der Zuschauer, die das Unheil kommen sahen. Und das kündigte sich gleich in mehreren Formen an. Sowohl der Ehemann von Laura, glänzend gespielt von Emil Mura, als auch die Ehefrau von Michel, Martina Thewes-Zimmer, die als Stephanie so gewisse Ahnungen hatte, machten die Sache spannend. Aber auch die Eltern von Laura, die mit Heike Cupelli und Martin König die absolut passende Besetzung hatten, machten den beiden, die sich mit ihren Lügengeschichten gegenseitig übertrafen, das Leben schwer. Nicht zuletzt der sichtlich verletzte Kumpel Philippe, toll gespielt von Georg Holzapfel und der Inspektor, dessen Part von Spielleiter Gerd Kessler übernommen wurde, brachten die Geschichte so richtig zum Laufen. Textsicher und absolut bühnenpräsent verabschiedete sich das Ensemble am Ende des ersten Aktes und machte Spaß auf mehr Unterhaltung. Die gab es dann in den beiden folgenden Akten, die jede Menge Wendungen mit sich brachten. Die Fäden in der Hand hielt auch in dieser Produktion Gerd Kessler. Er agierte hinter und auf der Bühne, hatte seine Akteure wieder einmal bestens vorbereitet. Das Publikum dankte den Mimen, die viele Stunden ihrer Freizeit für dieses außergewöhnliche Stück, über das an dieser Stelle nicht mehr verraten werden soll, mit langanhaltendem Beifall.

Weitere Aufführungen von „Ein Schluck zu viel“ am Samstag, 14., und Sonntag, 15. April, jeweils um 19.30 Uhr im Kuppelsaal im Rathaus Wemmetsweiler. Karten an der Abendkasse zum Preis von neun/fünf Euro.