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Fastnachtsvereine im Landkreis Neunkirchen: Die Wemmedswella Knausekäpp

Die Wemmetsweiler Knausekäpp : Hier macht sich Brauchtum fit für die Zukunft

Es gibt 31 Fastnachtsvereine im Landkreis Neunkirchen. Zuzüglich der Neunkircher Karnevalsausschuss (NKA) als Dachverband über acht Neunkircher Vereine. Sie teilen sich auf in zwei Regionalbezirke: Neunkirchen-Sulzbachtal und Illtal. Auch für die Fastnachter ist die Pandemie-Zeit besonders schwer: Keine Umzüge, keine Kappensitzungen. Aber die Fastnacht lebt dennoch. Deshalb stellen wir in unserer Serie die Vereine vor. Heute: Die Wemmedwella Knausekäpp.

Zur Fastnacht, da gehört ein Prinzenpaar. Auch, wenn die nicht in dem Maße gefeiert werden kann, wie das normalerweise üblich ist. Das jedenfalls dachte man sich bei den Wemmetsweiler Knausekäpp. Und deshalb gibt es hier wie alle Jahre Tollitäten. Mit dem kleinen Unterschied: Prinz Mathias I. und Prinzessin Amelie I. haben sozusagen eine doppelte Amtszeit, behalten ihren Thron von 2020 bis 2022. Und sie sind voller Tatendrang, lassen sich nicht unterkriegen von der Situation zurzeit. „Als Prinzenpaar in Corona-Zeit ist es wie in allen anderen Lebensbereichen aktuell nicht leicht. Trotz und gerade wegen der aktuellen Situation sind wir voller Tatendrang und freuen uns umso mehr auf die Session 2021/2022“, haben die Beiden der SZ in einem Grußwort geschrieben. Der Vorstand jedenfalls ist mächtig stolz auf sein Prinzenpaar.

Lange habe man noch gehofft, im Rahmen der Hygiene- und Abstandsregeln wenigstens eine Veranstaltung durchführen zu können, sagt Schriftführer Klaus Poepel im Gespräch. „jedoch mussten auch wir letztendlich die Waffen vor dem Virus strecken. Die Gesundheit unserer Aktiven und Gäste hat absoluten Vorrang und darf für nichts aufs Spiel gesetzt werden.“ Deshalb taten die Vorsitzenden Jörg „Heiner“ Palm und Stefan Eichhorn das, was alle taten: Sie sagten alle geplanten Veranstaltungen ab.

Für die rund 100 Aktiven und Helfer heißt es nun: Hoffen und bereit halten für den Sommer, da findet nämlich am zweiten Augustwochenende das traditionelle Sommerfest des Vereins statt auf dem Kommunikationsplatz gegenüber dem Rathaus in Wemmetsweiler. Und dann natürlich optimistisch in die Welt blicken, ganz so, wie es in der Natur des Karnevalisten liegt, in Sachen Session 2021/2022. Dann wollen Männerballett, Prinzengarde, Aktivengarde Show, Junioren-Garde, Minigarde, Bambinigarde, Tanzmariechen und Tanzpaar endlich nochmal zeigen, was sie können. Das gilt natürlich auch für die Büttenredner, die bei den Knausekäpp meistens paarweise auftreten. Eines vor allem gibt es nämlich, worauf man hier in Wemmetsweiler besonders stolz ist: Alles, was auf der Bühne präsentiert wird, ist auch Made in Wemmetsweiler. Man bemühe sich stets, das Programm mit den eigenen Aktiven und vor allem auch dem Nachwuchs zu bestreiten, bestätigt Poepel.

Dabei – auch das ist den Wemmedswella Knausekäpp wichtig – ist man stets offen für Neues, will „Tradition und Brauchtum fit für die Zukunft machen“, wie Poepel der SZ sagt. Wie das geht, das zeigen die Knausekäpp mit ihrem Elferrat. Hier mischen sich Jung und Alt, Männer und Frauen und man ist stets offen für weitere Faasebooze. Vier Fastnachtsvereine hat die kleine Gemeinde Merchweiler mit ihren knapp unter 10 000 Einwohner, die sich nahezu hälftig auf Wemmetsweiler und Merchweiler verteilen. Damit, so Poepel, könne man die Gemeinde durchaus als Karnevalshochburg an der Saar bezeichnen. „Die Vereine in der Region verbindet ein närrisches Band“, sagt Poepel. Und auch mit vielen Vereinen der Region unterhält man eine karnevalistische Freundschaft.

Gegründet wurde der Karnevalsverein Wemmedswella Knausekäpp nach dem Karnevalsumzug 1984. Damals hatten Rudi Morsch und Roger Christiaens die Idee. Angeblich – so zumindest steht es auf der Internetseite des Vereins – hatte Christiaens zu Rudi Morsch gesagt: „Du, ich hann Dich an de Landswella Kappensitzung als Telefonischd off da Biehn gesiehn. Das war jo klasse. Solle ma in Wemmedswella net ach so e Verein gründe?“. Die kurz und knapp und klare Antwort: „Joo!!“ Am 4. Juni 1984 fand dann die Gründungsversammlung statt. Der Vorschlag zum Namen kam von Anke Heimes, fortan nannten sie sich die Wemmedswella Knausekäpp. Die Kasse füllte sich mit den im Voraus bezahlten Mitgliedsbeiträgen und vor allem mit den Einnahmen aus dem ersten Sommerfest, das die große Unterstützung der anderen Vereine und des Ortes überhaupt zeigte und den Knausekäpp von Anfang an ein gesundes finanzielles Polster bescherte. Ein Jahr nach Gründung bereits traten die Knausekäpp dem Bund Saarländischer Karnevalsvereine (VSK) und damit auch dem Bund der Deutschen Karnevalsvereine (BDK) bei.

Der Höhepunkt im bisherigen Vereinsleben fand 2017 statt. Damals feiert man das Jubiläum „3 x 11 Jahre Wemmedswella Knausekäpp“. Da konnten die Mitglieder noch einmal zurückblicken auf das, was bis dato geleistet worden war und sich freuen an dem, was den Verein ausmacht. Und so blicken die Knausekäpp auch weiterhin hoffnungsvoll und optimistisch in die Zukunft, was die Zahl der Vereinsmitglieder und vor allem die Nachwuchsarbeit betrifft.

Das Prinzenpaar der Wemmedswella Knausekäpp bereitet sich trotz Corona vor. Foto: Klaus Poepel
Die Aktivengarde zeigt: Karneval ist bunt. Foto: Klaus Poepel

Von Herzen aber da wünschen sie sich alle eins: Zu den Kappensitzungen 2022 wieder das eigene Vereinslied mit dem Besuchern gemeinsam zu singen „Heit war’n mer bei da Knausekäpp . . .“.