Eine Schatzgrube mit Augenweide

Merchweiler · In einer Sommer-Serie stellt die SZ Weiher im Kreis Neunkirchen vor. Als zehntes von zwölf Stillgewässern ist der Weiher des Angelsportclubs Merchweiler an der Reihe. Wo sich einst ein Graben auftat, liegt heute ein Spaziergänger-Paradies.

 Der Weiher des ASV Merchweiler liegt zwar mitten im Ort, und dennoch versteckt. Er ist ein idyllischer Ort der Ruhe. Foto: Andreas Engel

Der Weiher des ASV Merchweiler liegt zwar mitten im Ort, und dennoch versteckt. Er ist ein idyllischer Ort der Ruhe. Foto: Andreas Engel

Foto: Andreas Engel

Ein Bagger, eine Absperrung und abgetragene Erde. Naturidylle klingt anders, doch es ist bald überstanden. Ende Oktober sollen die Bauarbeiten an der Weiheranlage "Lehmkaul" in Merchweiler beendet sein. Dann lohnt sich ein Spaziergang am Ende der Allenfeldstraße umso mehr: Der Kinderspielplatz wird ausgebaut, ein Boule-Platz und ein Kletterturm kommen hinzu und die Senioren bekommen neue Trainingsgeräte für den Sport im Freien. "Die Weiheranlage ist ein Magnet für das ältere Publikum", sagt Stefan Peifer, Vorsitzender des Angelsportclubs Merchweiler , der für die Instandhaltung und Pflege des Weihers verantwortlich ist. Grabungen sind an der Lehmkaul ohnehin nichts Ungewöhnliches. Wie der Name bereits andeutet - "Kaule" ist eine mundartliche Bezeichnung für Mulde - , entstand der Weiher durch den Tonabbau am Ende des 19. Jahrhunderts. "Früher gab es dort eine Ziegelei. Das Abtragen von Ton hat zu der Senke geführt", erklärt Werner Klein von der Gemeinde Merchweiler . Einst habe es mehrere Gewässer dort gegeben, unter anderem dort, wo sich heutzutage der nahegelegene Sportplatz befindet. "Ich bin jetzt 65 und ich kenne die Lehmkaul nicht anders", sagt Klein, der das Gewässer seit vielen Jahren beobachtet. In den 60er Jahren sei der Weiher, der sich ausschließlich aus Regenwasser speist, im Winter oft ein beliebter Schlittschuhlaufplatz gewesen, erinnert sich Klein. Bei viel Regen werde der Überlauf heutzutage durch einen unterirdischen Kanal in den etwa 150 Meter entfernten Fischbach weitergeleitet. An seiner tiefsten Stelle sind es vom Gewässergrund bis zur Wasseroberfläche fast drei Meter.

Vorbehalten ist die Nutzung des Fischweihers und der Schutzhütte den derzeit 22 Mitgliedern des Angelsportclubs Merchweiler . Das Besondere: Auch vier Frauen sitzen sozusagen im selben Fischerboot. "Der Anteil der Anglerinnen ist bei uns überdurchschnittlich hoch", sagt Peifer. Denn der Angelsport finde bei Frauen erfahrungsgemäß nur selten Anklang.

Gastangler müssen in Begleitung eines Vereinsmitgliedes fischen, der Fischfang ist jeden Tag bis 23 Uhr erlaubt. Nur an einem Tag ist die Schutzhütte auch für das breite Publikum geöffnet: Jedes Jahr findet am dritten Juli-Wochenende das große Fischerfest am kleinen Weiher statt.

Wer auch sonst gerne Getränke in Weihernähe genießen möchte, kann täglich ab 17 Uhr die Gaststätte der Allenfeldhalle aufsuchen.

Die Anwohnerin Petra Porro dreht am Weiher gerne ihre Runden. Sie schätzt vor allem die Sauberkeit am Gewässer . "Drüben hängen sogar Tüten für Spaziergänger mit Hund", sagt die Merchweilerin. Für Jogger ist das Freizeitgebiet ideal. Rechts am Weiher vorbei führt ein Weg zum Sportplatz.

Ein Geheimtipp zum Innehalten: Am rechten Weiherufer steht seit vielen Jahren eine Weide. Eine Annäherung an das eigentümliche Gewächs lohnt sich. Es eröffnet einen ganz eigenen Blick auf den kleinen See.

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Auf einen BlickAusflugsziel: Weiher des Angelsportclubs Merchweiler mit SpielplatzAnfahrt: Aus Neunkirchen kommend über die B 41 und die L 129 Richtung Merchweiler , dann über die Berliner Straße bis Allenfeldstraße. Am Ende der Allenfeldstraße befindet sich die Weiheranlage. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Der Bahnhof Merchweiler liegt in 350 Metern Entfernung.In der Nähe: Allenfeldhalle mit Gastronomie, Kegelbahn und Sauna. Ab Montag, 7. September ist die Gaststätte wieder geöffnet. faa