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Klimaschutz in Grundschulen
Die Sache mit dem Kohlendioxid

Eine Klimakonferenz für Kinder fand jetzt an der Wemmtsweiler Grundschule zum Striedt statt. Viel lernten die Kinder über das Klima. Dabei experimentierten die Schüler auch mit CO2.
Eine Klimakonferenz für Kinder fand jetzt an der Wemmtsweiler Grundschule zum Striedt statt. Viel lernten die Kinder über das Klima. Dabei experimentierten die Schüler auch mit CO2. FOTO: Andreas Engel
Wemmetsweiler. Die Kinder-Klimaschutzkonferenz war zu Gast an der Wemmetsweiler Grundschule zum Striedt. Von Michael Beer

Vor der Pause noch ein Experiment? Viele glockenhelle Stimmen rufen „Ja, Ja.“ Also ein paar leere kleine Plastikfläschchen auf den Tisch, Einfülltrichter und Luftballons, Essig und Backpulver. Mona Dellbrügge und Isabel Bätzold vom Umwelt-Campus Birkenfeld machen vor, was die Kinder dann in kleinen Gruppen selbst ausprobieren.


Die 16 Drittklässler sind konzentriert dabei. Kein Tropfen Essig aus der großen Flasche geht beim Umfüllen bis zur vorgegebenen Markierung daneben. Die Tütchen mit Backpulver schütten sie akkurat in den Trichter und klopfen das Pulver in den Luftballon. Der kommt auf den Flaschenhals und schon kann es losgehen. Den schlaffen Ballon heben, Pulver in den Essig rieseln lassen und dann kräftig schütteln. Eine gluckernde Brühe entsteht und Sekunden später schon bläst sich der Luftballon ganz von alleine auf. Am reinen Mädchentisch mit Hannah, Ewelin, Lea, Nasrin, Genta und Karolina sorgt das für Aufregung. Einige schlagen die Hand vor den Mund, andere rutschen auf ihrem Stuhl hin und her.

Die Kinder-Klimaschutzkonferenz ist an der Wemmetsweiler Grundschule, der Striedt-Schule, zu Gast. Dellbrügge und Bätzold touren mit dem Programm durch das Saarland und Rheinland-Pfalz, bringen jungen Leuten die Problematik des Klimawandels näher. Sie arbeiten für das Institut für angewandetes Stoffstrommanagement, kurz IfaS, in Birkenfeld. An diesem Vormittag treffen sie in Wemmtsweiler auf eine begeisterungsfähige Gruppe, wie sie bestätigen. Denn natürlich ist es immer unterschiedlich, wenn sie eine Klasse besuchen - immerhin um die 80 im Jahr. Die aus dem Kreis-Projekt Landaufschwung hervorgegangene Bürgerstiftung hat die Klimaschutzkonferenz an sechs Schulen in der Region gesponsert, der Vormittag in Wemmetsweiler bildet den Abschluss. Sparkassen-Direktor Volker Fistler ist deshalb auch vorbeigekommen, um den Klimaschutz-Vormittag einmal mitzuerleben.



Was ist passiert bei dem Experiment mit Flasche und Luftballon, will Dellbrügge von den Kindern wissen, nachdem die ihre Beobachtungen geschildert haben. Gas ist entstanden, sagen einige. Und Franziska bringt es auf den Punkt: CO2.

Was immer mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre bedeutet, haben die Kinder schon zuvor durchgespielt. Hannah: „Ich war die Erde.“ Sie haben Wörter gesammelt für Dinge, die das Treibhausgas CO2 freisetzen. Züge, Autos, Busse, Flugzeuge - für jeden Begriff legten sie eine Decke auf Hannah. Das viele Kohlendioxid in der Atmosphäre sorgt dafür, dass die Wärme nicht so gut vom Planeten abstrahlt wie früher, haben sie so gelernt. Und Hannah sagt, sie habe auch eine gute Weile später noch ganz heiß. Auf verschiedenen Wegen nähern sie sich den Problemen, die der Mensch und sein Tun für das Weltklima schafft. Im Unterricht haben sie schon über das Thema Wetter gesprochen, im vierten Schuljahr werden sie auch nochmals den Klimawandel intensiver angehen, sagt ihre Lehrerin Tanja Altmeyer.

Als „super Multiplikatoren“ bezeichnet IfaS-Mitarbeiterin Dellbrügge ihre Zuhörer. Und das ist auch wichtig. Zuhause, in ihren Familien, ist die Frage nach dem Klimawandel kein besonders großes Thema, erzählen einige Kinder.

Das dürfte sich vielleicht nach diesem Vormittag ein bisschen ändern. Vor einiger Zeit hatten sie einen Schultag lang den Energiedetektiv des Klimaprojekts Neunkirchen zu Gast. Ewelin erzählt, sie mache daheim jetzt immer alle Stecker raus, damit die Standby-Geräte keinen unnötigen Strom fressen. Die anderen stimmen ein: Licht aus, wo es nicht gebraucht wird. Und zu Fuß in die Schule sei ihnen auch ganz wichtig - der Klimaschutz ist bei diesen jungen Menschen schon angekommen.