Die Notfall-Mama springt ein

Mit einer – im Saarland noch neuen – Geschäftsidee wartet Tatjana Steckel-Lotz in Merchweiler auf. „Emergency-Mama“, also Notfall-Mama, heißt ihr eben gegründetes Unternehmen.

. Kind krank, Babysitter abgesprungen, Krippe geschlossen. Berufstätige Eltern, vor allem Alleinerziehende, kommen in solchen Situationen gewaltig unter Druck. Längst nicht überall stehen Omas und Opas zum Einspringen zur Verfügung. Die Arbeitgeber der Mütter und Väter sind auch betroffen, wenn wichtige Termine abgesagt werden müssen, weil der fest eingeplante Mitarbeiter beim Kind zu Hause bleiben muss. Genau an diesem Punkt setzt die Geschäftsidee von Tatjana Steckel-Lotz aus Merchweiler an. Sie spricht mit ihrem saarlandweit angelegten Betreuungs-Service nicht nur die Eltern an, sondern vor allem auch die Unternehmen.

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"Es ist für viele Firmen sicher günstiger, für ihre im Kinder-Stress steckenden Mitarbeiter einen Mama-Ersatz zu bezahlen, als deswegen längst geplante Veranstaltungen und Abläufe zu streichen oder zu verschieben", erläutert Tatjana Steckel-Lotz im SZ-Gespräch ihre Zielrichtung. Deswegen hat sie auch schon diverse Unternehmen angesprochen, um für die "Emergency-Mama" zu werben. Jetzt wartet sie auf die ersten Rückmeldungen.

Nach dem Anruf der unter Druck geratenen Eltern sei sie in der Lage, spätestens binnen zwei Stunden eine fachlich versierte Betreuungskraft beim Kunden zu haben. Noch ist ihr Unternehmen im Aufbau. Tatjana Steckel-Lotz setzt ihre eigene Arbeitskraft ein und hat eine Mitarbeiterin in Homburg. Geplant ist ein ganzes Netz von Notfall-Müttern.

Die 44-jährige Neu-Unternehmerin hat als pädagogische Fachkraft in der Förderschule am Saarbrücker Ludwigsberg Erfahrung in der Betreuung. Auf der Suche nach einem erweiterten Betätigungsfeld stieß sie auf die Notfall-Mama-Idee, die es beispielsweise in Stuttgart bereits gibt.

Gemeinsam mit dem Saarbrücker Gründer-Berater Peter Marx nahm das Ganze dann nach etlichen Recherchen Gestalt an. Bei saar.is (Saarland Innovation und Standort e.V.) ist bereits eine Förderung beantragt.

Der Merchweiler Bürgermeister Patrick Weydmann hat laut Tatjana Steckel-Lotz bereits signalisiert, dass er diese flexible Kurzzeit-Betreuung (gedacht ist an ein Minimum von drei Stunden und ein Maximum von drei Tagen) für sehr interessant hält.

wwww.merchweiler.de