Kinderhospizdienst: Die Hilfe zur Selbsthilfe steht im Vordergrund

Kinderhospizdienst : Die Hilfe zur Selbsthilfe steht im Vordergrund

Beim Kinderhospizdienst Saar haben neue ehrenamtliche Familienbegleiter nach einer Qualifizierung ihren Dienst aufgenommen.

„Ich schau nicht darauf, was ich nicht ändern kann, sondern darauf, wobei ich helfen kann“, so fasst Beate Leonhard-Kaul, Teamleitung des Kinder-Hospizdienstes Saar, ihre Arbeit mit schwerstkranken Kindern und Jugendlichen zusammen. Seit zwölf Jahren betreut und begleitet Leonhard-Kaul, zusammen mit ihren haupt- und ehrenamtlichen Helfern, junge Menschen mit einer unheilbarer Krankheit ab der Diagnosestellung. Ziel des Kinder-Hospizdienstes ist es, schwerstkranke oder schwerbehinderte Kinder und Jugendliche und deren Familien vor allem zuhause zu unterstützen. Waren es zu Beginn fünf Kinder, denen Unterstützung zuteil wurde, sind es nun 165 Familien, die von mehr als 100 haupt- und ehrenamtlichen Helfern ambulant betreut werden.

Das Angebot umfasst von der Beratung und Unterstützung im Krankheits- und Symptomverlauf, der pflegerischen Versorgung über intensive Gespräche mit Kindern und Eltern, Hilfe für Geschwister, Botengänge bis hin zur Trauerbegleitung alle Facetten der Hospizarbeit. Wichtiger Bestandteil der Unterstützung ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Damit die Hilfe auf eine breitere Basis gestellt werden kann, werden permanent ehrenamtliche Helfer gesucht und ausgebildet. Die Ausbildung und Qualifizierung zum ehrenamtlichen Familienbegleiter erfolgt nach dem Curriculum des Bundesverbandes Kinderhospiz, umfasst 100 Stunden und dauert ein halbes Jahr. Am Freitag erhielten, nach erfolgreich absolvierter Ausbildung, zehn Damen und Herren im Rahmen einer kleinen Feierstunde ihre Befähigungsurkunden. Gleich im Anschluss wurden die ersten Einsätze geplant.

Alexandra Klein aus Heiligenwald ist eine von ihnen. Gefragt, was ihre Motivation für diese wichtige, aber auch sehr schwere Aufgabe ist, meint die Medizinische Fachangestellte und Versorgungsassistentin: „Ich habe zwei gesunde Söhne, 20 und 25 Jahre alt. Wir sind ein glückliche Familie und bisher von Schicksalsschlägen verschont geblieben. Deshalb will ich Kindern und ihren Familien, mit denen es das Schicksal nicht so gut meint, helfen. Meine gesamte Familie unterstützt mich dabei. Das ist für mich sehr wichtig, denn ich weiß, dass es gerade anfangs sehr schwer wird, die Erfahrungen mit schwerkranken Kindern zu verarbeiten.“

Auch wenn Krankenkassen einen Teil der Kosten übernehmen, ist die Initiative auf Spendengelder angewiesen. Wer helfen möchte oder sich allgemein für die Arbeit interessiert, erfährt alles auf der Website.

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