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Der Gemeinderat Merchweiler hat über das geplante Seniorenheim gesprochen

Gemeinderat Merchweiler : Ein „ganz besonders“ „hoch innovativer“ „Glücksfall“

Die Pläne für die Seniorenresidenz „Merchtalblick“ dominierten die Sitzung des Gemeinderats Merchweiler.

() Es ist „ein Glücksfall für die Gemeinde“ (Michael Marx, CDU), mit einem Investitionsvolumen von zwölf Millionen Euro „das größte Projekt, das jemals in Merchweiler realisiert wurde“ (Albin Hanstein, SPD), „hoch innovativ“ (Hugo Kern, Kernplan) und deshalb „ganz besonders und außergewöhnlich für uns und die Umgebung“, weil es „Seniorenwohnen zu erschwinglichen Preisen mit Nachhaltigkeit verbindet“ (Patrick Weydmann, Bürgermeister). Gemeint war damit bei der gut besuchten Sitzung des Gemeinderates in der Allenfeldhalle der „Merchtalblick“. So nennt der ASB sein serviceorientiertes Mietwohnprojekt, das an der Merchweiler Hauptstraße in einem L-förmigen Bau mit einer Tagesstätte für hilfsbedürftige Menschen und der Verwaltung eines ambulanten Pflegediensten kombiniert werden soll (wir berichteten).

Was nach einem ungewohnten parteiübergreifenden Konsens klingt. Tatsächlich rügten die Christdemokraten lediglich das Vorgehen und die Eile der Verwaltung – unisono mit der Bürgerinitiative (siehe Artikel unten). Am Sinn und Erfolg des Projektes scheint indes niemand im Rat zu zweifeln. Ermöglicht es doch Menschen ein selbstbestimmtes Leben bis zum Schluss – wie im ASB-Seniorenzentrum Kirkel-Limbach. „Dort stehen 140 Leute auf der Warteliste“, verriet Landesvorsitzender Guido Jost.

Für Merchweiler müsse man allerdings „im Umweltschutz noch ein ganzes Stück weiter gehen“. So soll das komplette Gebäude – mit Ausnahme der Treppenhäuser – aus Holz errichtet werden, das aus dem Schwarzwald stammt. Die dabei gebundene Menge CO2 bewog das Bundes-Landwirtschaftsministerium, eine Förderung in Aussicht zu stellen. Um nicht zu viel Fläche zu versiegeln, wird der Mittelteil auf Stelzen gestellt. „Wir haben das Bodengutachten erst vor drei Wochen erhalten.“ Vorher war nicht absehbar, ob das Projekt überhaupt realisierbar ist.

Planer Kern wies darauf hin, dass lediglich eine interne Kantine geplant sei, keine Gaststätte. „Wer etwas anderes behauptet, lügt.“ Mehrfach betont wurde, dass man „ganz am Anfang des Verfahrens“ stehe, die Bevölkerung neben den Trägern öffentlicher Belange also noch reichlich Gelegenheit haben werden, sich zu äußern. „Wir hoffen auf Anregungen“, betonte Jost. „Das Verfahren soll keine Einbahnstraße werden.“ Was dann auch die CDU dazu bewog, den Weg frei zu geben für das Verfahren zur Flächennutzungsplan-Teiländerung und den vorhabenbezogenen Bebauungsplan.