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Merchweiler Gemeinderat
Deckel drauf beim Rathausdach

Ein Rechtsstreit, der um Arbeiten am Wemmetsweiler Rathausdach ging, soll jetzt beigelegt werden. Der Rat gab grünes Licht für einen Vergleich.
Ein Rechtsstreit, der um Arbeiten am Wemmetsweiler Rathausdach ging, soll jetzt beigelegt werden. Der Rat gab grünes Licht für einen Vergleich. FOTO: Andreas Engel
Wemmetsweiler. Der Gemeinderat Merchweiler hat am Donnerstag einem Vergleich in einem langen Rechtsstreit zugestimmt. Von Michael Beer

Eine langwierige Geschichte steht vor dem Abschluss: Der Gemeinderat Merchweiler hat am Donnerstagabend zugestimmt, im Rechtsstreit mit der Firma Benedix einen Vergleich einzugehen.  Nach bisherigem Stand des Verfahrens hat die Gemeinde mit Kosten in Höhe von rund 29 000 Euro zu rechnen. Über diesen Tagesordnungspunkt gab es keine weitere Aussprache. Die Ratsmitglieder dürften froh sein, wenn das Thema vom Tisch ist. Wie Bürgermeister Patrick Weydmann auf Nachfrage der  SZ erläutert, standen 79 000 Euro als Streitsumme im Raum, für die Gemeinde Merchweiler sei es ein positiver Ausgang, wenn es jetzt bei 29 000 Euro bleibt. Der Rechtssteit vor dem Landgericht geht auf Bauarbeiten am Wemmetsweiler Rathaus aus den Jahren 2011/2012 zurück. Die Firma Benedix aus Sachsen kümmerte sich damals um die Sanierung des Daches (Gesamtkosten 46 000 Euro). Bürgermeister Weydmann erläutert, nach Beginn der Arbeiten habe sich die Situation im historischen Gebälk anders dargestellt als angenommen. Es kam zu Schwierigkeiten und Unzufriedenheiten auf beiden Seiten. Da die Arbeiten nicht wie gewünscht vorankamen, habe die Gemeinde unter Weydmanns Amtsvorgänger Walter Dietz Geld einbehalten. Das Ganze ging vor Gericht und zog sich hin. Jetzt soll ein Schlussstrich gezogen werden.



Einen Schlussstrich zog am Donnerstag auch Dominique Heidenreich unter ihre Arbeit für die Gemeinde Merchweiler. Die Jugendpflegerin stellte dem Gremium ihren Tätigkeitsbericht  über das vergangene Jahr vor und verabschiedete sich damit. Ihre Nachfolgerin ist Lisa Pfenning. Heidenreich war Mitte 2016 kurzfristig eingesprungen auf der offenen Stelle und orientiert sich jetzt neu. Bürgermeister Weydmann und die Fraktionen wünschten ihr alles Gute. Heidenreich sprach mit viel Energie über die Arbeit mit jungen Menschen in Merchweiler. „Wir konnten viel machen im vergangenen Jahr“, erklärte sie und verwies auf eine ganze Reihe von Aktionen, angefangen beim Kinder- und Jugendplaner über Deeskalationskurse, Workshops, Ausflügen, Wanderungen und Festen. Zudem habe sich die Jugendpflege der Gemeinde in 2017 auch den Flüchtlingsfrauen und ihren Kindern zugewandt. Heidenreich: „Es ging uns um ein Stück Integration mit Blick auf die Kinder.“ Dabei habe man mit Absicht auf Dolmetscher verzichtet, um die Frauen mehr zum Sprechen in der fremden Sprache zu bewegen. Bei den monatlichen Treffen habe sich einiges entwickelt - die Jugendpfleger seien „reich beschenkt worden mit Essen“. Die Treffen soll es auch weiterhin geben. Das Programm der Jugendpflege wurde nach Heidenreichs Worten insgesamt gut angenommen. Ein „Renner“ sei dabei  der Kinderkochkurs gewesen.

Wie sich denn das Merchweiler Jugendzentrum entwickele, wollte Dr. Hans-Henning Krämer (Grüne) von Heidenreich wissen. „Es hat ein bisschen Zeit gebraucht, sich zu etablieren“, sagte sie. Mittlerweile gebe es einen Stamm von 14 oder 15 jungen Leuten, und es handele sich um andere als die, die sonst bei den Aktionen der Jugendpflege dabei seien. Der Gemeinderat beschloss auf seiner Sitzung auch, das Projekt Arbeitsgelegenheiten fortzuführen, das schwer vermittelbaren Langzeitarbeitslosen einen Job verschafft.