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Axel Lebedeff stellt im Wemmetsweiler Kuppelsaal sein neues Buch vor

Buchvorstellung in Wemmetsweiler : Ein Orkan bringt die Wahrheit ans Licht

Der Merchweiler Autor Axel Lebedeff hat im Kleinen Kuppelsaal in Wemmetsweiler sein Erstlingswerk „Die Beichte“ vorgestellt.

„Die Idee zum Buch“, so Axel Lebedeff, „entstand nach einem der schlimmsten Orkane, die ich in den vergangenen Jahren in der Bretagne erlebt habe. Der Sturm schob die Küstenlinie auf einen Schlag um zehn Meter ins Landesinnere. Dabei wurden auf einer Insel vor der Küste auch einige Skelette freigelegt. Da niemand vor Ort vermisst wurde, berichtete 2008 auch die französische Presse darüber. Dieser Umstand beschäftigte mich so sehr, dass ich anfing über die Zeit des Zweiten Weltkriegs in der Region zu recherchieren. Und so entstand dieses Buch, das sich mit dem Schicksal von Menschen während der beiden Weltkriege beschäftigt“. Lebedeff präsentierte sein Erstlingswerk mit dem Titel „Die Beichte“ am vergangenen Samstag im Kleinen Kuppelsaal in Wemmetsweiler und las einem interessierten Publikum daraus vor.

Der Roman von Lebedeff beschreibt eines der zahlreichen Schicksale russischer Kriegsgefangener, die während des Ersten Weltkriegs in deutsche Gefangenschaft gerieten und zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Die Handlung erstreckt sich über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren. Immer wieder wechselt die Geschichte von der Gegenwart in die Vergangenheit. Vom Familienleben einer russischen Familie in der Zeit vor und im Ersten Weltkrieg, der Verschleppung ihres Kindes Iwan ins Deutsche Reich und dessen schwieriges Leben im Nazi-Deutschland bis in sein späteres Leben an der bretonischen Atlantikküste. Erst auf dem Sterbebett legt der mittlerweile 83-Jährige Jean-Marie Cornec alias Johannes Kerangoff, die Beichte ab: Er hatte im Krieg zwei deutsche Soldaten erschossen, die eine Frau vergewaltigen wollten. Ihre Skelette wurden 2008 nach dem Orkan gefunden.

Axel Lebedeff lebt und arbeitet seit zehn Jahren abwechselnd im Saarland und in der Bretagne, in der Nähe der Stadt Brest. In seiner Eröffnungsrede würdigte Bürgermeister Patrick Weydmann den Merchweiler Autor als einen engagierten Bürger, der als Leiter der Volkshochschule und des Heimatverkehrsvereins unter anderem die Merchweiler Schreibwerkstatt ins Leben rief und zahlreiche Artikel über die saarländische Industriekultur in den Merchweiler Heimatblättern veröffentlichte. Weydmann konnte auch persönliche Parallelen zum Roman herstellen, in dem er von den Erzählungen seines Großvaters, der einen Luftangriff in der Bretagne nur durch Zufall überlebte, berichtete.

Gegenüber der SZ deutete Lebedeff an, dass er eine Fortsetzung nicht ausschließe: „Als nächstes unterstütze ich meine Frau Bernhild bei ihrem Projekt über die Grenzsteine von Nassau-Saarbrücken. Was dann kommt – mal sehen.“